Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Michael Clasen (Seite 2 von 4)

Leserbrief zum Expertentalk von Clasen zu Ausländerkriminalität und dem Artikel dazu in der NOZ vom Montag, 22.09.2025

Leserbrief kritisiert NOZ-Expertentalk zu Ausländerkriminalität: Fehlender Kontext zu Tatverdächtigen, Deliktarten und sozialen Ursachen verzerrt das Bild und schürt Ängste.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Clasen,

hier mein Leserbrief zum Expertentalk und dem Artikel dazu in der NOZ vom Montag, 22.09.2025.

Der NOZ-Expertentalk zu Ausländerkriminalität wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Herr Urbaniok und Herr Wendt sprechen von All-Time-Highs bei Gewalt- und Sexualdelikten sowie von einer Überrepräsentation bestimmter Herkunftsgruppen. Doch der entscheidende Kontext fehlt:

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst Tatverdächtige, nicht Täter, viele Verfahren enden ohne Verurteilung.

Die Kategorie „nichtdeutsch“ schließt auch Touristen, Durchreisende oder Menschen ohne festen Wohnsitz ein.

Der starke Fokus auf einzelne Deliktarten (z. B. Gruppenvergewaltigungen) verstärkt den Eindruck, Migranten seien generell krimineller, obwohl in vielen Bereichen (z. B. Betrug, Eigentumsdelikte) kaum Unterschiede bestehen.

Wenn in der Diskussion Ursachen fast ausschließlich auf „Kultur“ reduziert werden, wird differenzierte Sozialforschung ignoriert: Armut, Perspektivlosigkeit und Altersstruktur sind ebenso entscheidende Faktoren. Wer diesen Kontext unterschlägt, trägt nicht zu Aufklärung bei, sondern schürt Ängste.

Eine sachliche Debatte braucht nüchterne Fakten statt Dramatisierung. Gerade eine Regionalzeitung wie die NOZ sollte diesen Unterschied klar machen, sonst profitieren tatsächlich die politischen Ränder. Oder ist das gewollt?

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zu Michael Clasens Kommentar „Attentat auf Charlie Kirk: Gefahr für Demokratie und Freiheit“ (NOZ, 11.09.2025)

Trump und Kirk sind keine „ultra-konservativen Aktivisten“, sondern zentrale Figuren der radikalen Rechten. Ihre Hetze und antidemokratischen Narrative gefährden die Demokratie – die wahre Bedrohung wird durch das Verschweigen verharmlost.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Clasen,

Ihr Kommentar verkennt die politische Realität. Donald Trump und Charlie Kirk sind keine „ultra-konservativen Aktivisten“, sondern zentrale Figuren der radikalen Rechten. Trump hat mit Lügen über die Wahl, systematischer Diffamierung der Presse und autoritären Drohungen die Grundlagen der Demokratie angegriffen. Kirk wiederum hat als Gründer von Turning Point USA gezielt Desinformation, Hetze gegen Minderheiten und antidemokratische Narrative verbreitet.

Wer beide vor allem als Opfer darstellt und „Cancel Culture“ von links zum Kernproblem erklärt, verharmlost die eigentliche Bedrohung: den Rechtsextremismus, der weltweit Demokratien untergräbt. Gewalt ist niemals zu rechtfertigen, aber ebenso wenig das Verschweigen der Rolle jener, die das Klima der Spaltung selbst massiv befeuert haben.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Kommentar auf Seite 1 „Was wollen Merz und Selenskyj?“, Michael Clasen, NOZ vom 20.08.2025

Sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen einigermaßen fassungslos meinen Leserbrief zum Kommentar auf Seite 1 „Was wollen Merz und Selenskyj?“ von Michael Clasen in der NOZ vom 20.08.2025.

Der schwer zu ertragende Kommentar von Michael Clasen zeichnet ein gefährlich einseitiges Bild des Ukraine-Krieges. Die Behauptung, Russland werde „über kurz oder lang“ ohnehin gewinnen, entspricht exakt der Propagandalinie des Kremls. Fakt ist: Die Ukraine leistet trotz massiver Zerstörung weiter Widerstand, und kein unabhängiger Lagebericht spricht von einem „unvermeidlichen Zusammenbruch“.

Besonders befremdlich ist die Forderung, die Ukraine solle russische „Sicherheitsbelange“ berücksichtigen und auf die Krim und besetzte Gebiete verzichten. Damit würde ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg nachträglich legitimiert, ein fatales Signal an alle autoritären Regime weltweit. Die UN-Vollversammlung hat die Annexionen Russlands eindeutig als illegal verurteilt.

Auch die Darstellung von Donald Trump als Friedensstifter ist realitätsfern. Trump zeigt kein konsistentes Konzept, sondern schwankt täglich in seinen Aussagen. Mal kündigt er Sicherheitsgarantien für die Ukraine an, mal übernimmt er fast wortgleich Putins Forderungen nach Gebietsabtretungen. Wer so wankelmütig agiert, ist kein Vermittler, sondern spielt Putin in die Hände.

Putin verfolgt sein Ziel unnachgiebig: die Zerstörung der ukrainischen Staatlichkeit. Trump dagegen sucht vor allem den großen Auftritt für sich selbst. Das Ergebnis: Putin lacht sich ins Fäustchen, und die Opfer in der Ukraine zahlen den Preis.

Europa und Deutschland dürfen sich nicht in diese falsche Logik ziehen lassen. Unsere Aufgabe ist es, die Ukraine in ihrer Souveränität zu unterstützen, nicht, ihre Zerschlagung durch diplomatische Worthülsen zu bemänteln.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zum Kommentar Weidel, Brosius-Gersdorf und der Kulturkampf um die AfD von Michael Clasen, NOZ vom 24.07.2025, Seite 1

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Clasen,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Kommentar Weidel, Brosius-Gersdorf und der Kulturkampf um die AfD von Michael Clasen, NOZ vom 24.07.2025, Seite 1.

Herr Clasen beklagt in seinem Kommentar einen Kulturkampf gegen die AfD, und beteiligt sich selbst daran, indem er demokratischen Protest gegen Rechtsextremismus mit gezielter Desinformation und verfehlten Maßstäben diffamiert.

Erstens insinuiert Clasen eine „Absprache“ zwischen Protestierenden, Polizei und ARD, eine haltlose Behauptung, die er mit keinem Beleg unterfüttert. Statt journalistischer Einordnung bedient er Verschwörungsnarrative, wie sie sonst von der AfD verbreitet werden. Das ist unseriös und gefährlich.

Zweitens verdreht Clasen die Verhältnisse: Proteste gegen gesichert rechtsextreme Politiker wie Frau Weidel gleichzusetzen mit einem hypothetischen Angriff von Neonazis auf SPD oder Grüne ist eine absurde Gleichsetzung von Demokratie und ihren Feinden. Demokratie darf sich wehrhaft zeigen, auch mit Protestformen, die nicht allen gefallen. Der Ruf nach „Fairness“ für Antidemokraten verkennt die historische und politische Verantwortung.

Drittens verharmlost Clasen die AfD, wenn er das von Verfassungsschutz und Gerichten festgestellte rechtsextreme Potenzial der Partei ausblendet. Stattdessen unterstellt er der SPD „Aktivismus“, weil sie eine profilierte Juristin für das Bundesverfassungsgericht vorschlägt. Dabei unterliegt jeder Vorschlag einem demokratischen Verfahren. Brosius-Gersdorfs juristische Qualifikation wird nicht in Frage gestellt, ihre Haltung zu einem AfD-Verbot ist legitim und keineswegs Beleg für mangelnde Unabhängigkeit.

Viertens suggeriert Clasen, ein Parteiverbotsverfahren sei „blinder Aktivismus“. Dabei ist ein solches Verfahren an hohe Hürden gebunden, Hürden, die gerade den Missbrauch verhindern sollen. Dass Clasen diese rechtsstaatlichen Verfahren mit „Kaltstellung missliebiger Gegner“ gleichsetzt, stellt eine besorgniserregende Delegitimierung demokratischer Institutionen dar.

Schließlich fordert Clasen von „etablierten Parteien“, mehr Wähler zu überzeugen. Das ist richtig, doch verkennt er, dass gerade Aufklärung über die Gefahren der AfD und deutlicher Protest Teil einer lebendigen demokratischen Auseinandersetzung sind. Wer Protest als „Gefahr für die Demokratie“ etikettiert, stellt letztlich das Recht auf Widerspruch infrage, und hilft denen, die Demokratie von innen heraus zerstören wollen.

Mit freundlichen Grüßen 

Zum Leserbrief von Brigitte Vinke-Borgelt (NOZ, 02.07.2025, Seite 2) und dem Kommentar von Michael Clasen

Hallo NOZ Team, sehr geehrter Herr Clasen, sehr geehrte Frau Vinke-Borgelt,

hier sende ich Ihnen meine Replik zum Leserbrief von Brigitte Vinke-Borgelt (NOZ, 02.07.2025) und dem Kommentar von Michael Clasen.

Die Sorgen um Sicherheit und respektvolles Miteinander in Freibädern sind ernst zu nehmen. Doch was im Leserbrief von Frau Vinke-Borgelt geäußert wird, ist keine Lösung, sondern eine gefährliche Pauschalisierung. Wenn von „solchen Kulturen“ die Rede ist, in denen „nur Stärke zählt“ und „man uns verachtet, weil wir schwach sind“, dann wird nicht mehr differenziert, sondern kollektiv verurteilt.

Solche Zuschreibungen sind Wasser auf die Mühlen derer, die Integration für gescheitert erklären wollen, ohne Ursachen wie Armut, Perspektivlosigkeit oder fehlende Bildung überhaupt zu benennen. Der Kommentar von Michael Clasen versucht zwar, differenziert zu bleiben, öffnet mit seiner Auswahl an Beispielen jedoch die Tür für genau jene Deutungen, wie sie nun im Leserbrief folgen.

Wer Regeln bricht, muss Konsequenzen spüren, egal woher er kommt. Aber wer Menschen allein auf ihre (vermeintliche) Herkunft reduziert und kulturelle Unterstellungen verallgemeinert, trägt zur Spaltung bei. Integration gelingt nicht mit Härteparolen, sondern mit klarem Rechtsstaat, sozialer Gerechtigkeit und der Bereitschaft, Ursachen zu verstehen, bevor man urteilt.

Mit freundlichen Grüßen 

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