Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen

Autor: Timm Reichl (Seite 1 von 85)

Vom Rücktritt zur „Chance“. Was die Sprache der NOZ verrät

Wenn ein Kommentar von Tobias Schmidt in der NOZ die Brutalität des Berliner Politikbetriebs bedauert und im selben Atemzug aus dem Scheitern einer Ministerin eine „Chance“ destilliert, dann normalisiert er genau diese Brutalität.

Hallo NOZ, hallo Herr Schmidt,

in Ihrem Kommentar zum Rücktritt von Bärbel Bas schwingt ein Narrativ mit, das ich kritisieren möchte; dass mit dem Abgang der Ministerin nun endlich der Weg frei sei für jene Reformen, die bisher blockiert wurden.

Auffällig ist, wie souverän das Wort „Reform“ als Chiffre verwendet wird. Man muss zwischen den Zeilen lesen, um zu erkennen, wovon eigentlich die Rede ist, es geht um Kürzungen. Ihr eigener Text nennt es ja selbst, die Reformen würden „zunehmend als ungerechte Kürzungen wahrgenommen“. Diese Wahrnehmung ist kein Kommunikationsproblem der SPD, sondern der zutreffende Befund. Konkret geht es um die Abschaffung der Rente mit 63 und Einschnitte bei der Grundsicherung, also um Leistungen, auf die Menschen berechtigte Ansprüche erworben haben.

Wenn nun die Hoffnung auf Alexander Schweitzer gesetzt wird, dann wird damit im Kern gehofft, dass jemand die Kürzungen durchsetzt, die Bärbel Bas am Ende nicht mehr verantworten wollte, oder gegen die sich der Widerstand in der eigenen Partei formiert hat, allen voran Manuela Schwesig.

Das eigentliche Problem benennt Ihr Kommentar fast beiläufig. Der Druck auf eine engagierte Arbeits- und Sozialministerin kam nicht zuletzt aus dem Koalitionspartner. Dass aus der CDU nun teils hämisch reagiert wird, passt in dieses Bild. Von „Reformblockade“ zu sprechen, verdeckt, wer hier wen zu welcher Politik drängt.

Eine Reform wäre zum Beispiel die Stärkung von Tarifbindung oder die Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen bei den Sozialabgaben. Davon ist im Diskurs selten die Rede. Solange das Wort „Reform“ nur dann fällt, wenn Arbeitnehmer:innen und Leistungsempfänger:innen etwas genommen werden soll, bleibt es eine Chiffre, und die Bürger:innen durchschauen das zu Recht.

Medienkritisch möchte ich schließlich die Überschrift hinterfragen. „Traurig, aber vielleicht auch kleine Chance“. Hier wird ein Rücktritt, der (das legt Ihr eigener Text nahe) durch persönliches Leid und die Härte des Politikbetriebs herbeigeführt wurde, innerhalb desselben Titels in eine Personalchance umgedeutet.

Bemerkenswert ist auch die Rollenverteilung des Textes. Die Handlungsmacht liegt durchgängig bei Männern. Schweitzer „strotzt vor Kraft“, Klingbeil, Pistorius, Heil; die Frauen erscheinen als Gescheiterte (Bas) oder als Störfaktor (Schwesig, „hat eine andere Agenda“). Wenn ein Kommentar die Brutalität des Politikbetriebs bedauert und im selben Atemzug aus dem Scheitern einer Betroffenen eine „Chance“ destilliert, dann normalisiert er genau jene Brutalität, die er beklagt. Ich halte das nicht für Absicht, wohl aber für ein typisches Problem der Perspektive, und es wäre gut, wenn eine Redaktion, die Häme aus der CDU zitiert, auch die eigene Rahmung an diesem Maßstab misst.

Mit freundlichen Grüßen

Der grüne Mephisto und die fehlende Einordnung. Wie ein Clasen Talk zur Energiepolitik ohne Gegencheck erscheint

Fritz Vahrenholt nennt im Clasen Talk und in der NOZ vom 12.10.2026 Zahlen, die niemand prüft, und sein Hintergrund bleibt unerwähnt.

Hallo NOZ, hallo Frau Schmidt,

Ihre Zusammenfassung des Clasen Talks mit Fritz Vahrenholt gibt ein Gespräch wieder, ohne es einzuordnen. Das wiegt schwer, weil der Text im Wirtschaftsteil steht und wie ein Bericht wirkt.Vorweg das, was stimmt. Die Gasspeicher sind für die Jahreszeit ungewöhnlich niedrig gefüllt, und die Sorge vor hohen Preisen im Winter ist berechtigt. Dass jemand die Rückkehr zur Kernenergie fordert, darf man berichten.

Es fehlt aber die Frage, wer da spricht. Vahrenholt hat 2012 mit „Die kalte Sonne“ den Klimawandel kleingeredet, wofür er von Fachleuten kritisiert wurde, und leitete zuvor RWE Innogy. Im Text erfährt man davon nichts. Aus „Ex-Umweltsenator“ wird so ein neutraler Experte, dessen Rat („Verträge unbedingt halten“) ungeprüft als Handlungsempfehlung dasteht.

Dazu kommen Zahlen ohne Beleg. Strom für 2,5 Cent, die „höchsten Preise aller G20-Staaten“, 10.000 bis 15.000 verlorene Industriejobs im Monat (laut einem Interessenverband), 8,5 Milliarden für fünf Kernkraftwerke in vier Jahren, Fracking zu einem Drittel der Kosten. Die Rechnung mit den „74 Wintertagen“ unterstellt, dass kein Gas mehr nachfließt. Das Vier-Augen-Gespräch mit Friedrich Merz bleibt eine Einzelaussage ohne Stellungnahme der anderen Seite. Dual Fluid wird als Lösung genannt, ohne zu erwähnen, dass es keinen laufenden Reaktor gibt.

Meine Fragen. Wurden die Angaben geprüft, bevor sie erschienen? Handelt es sich um Bericht oder Meinung?

Mit freundlichen Grüßen

Wer soll dann noch bauen? Ein Interview ohne Gegenfrage und die Zahlen dazu

Tobias Schmidt lässt Bauindustrie-Chef Olaf Demuth die Pläne der Linken kritisieren, ohne eine einzige Gegenfrage. Dabei zeigen die Zahlen, dass die großen Konzerne kaum bauen.

Hallo NOZ, hallo Herr Schmidt,

Ihr Interview mit Olaf Demuth, dem Chef des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, lässt zentrale Behauptungen unwidersprochen stehen. Das ist problematisch, denn Demuth spricht für eine Branche, die selbst Interessen hat. Schon die Unterzeile setzt mit den „Enteignungsplänen der Linken“ einen Rahmen, den das Gespräch nie hinterfragt.

Demuth sagt, die Vergesellschaftung lasse die Privatwirtschaft aus dem Baugeschäft aussteigen. Der Ökonom Maurice Höfgen hat dazu die Zahlen zusammengetragen. Betroffen wären demnach nicht Genossenschaften, mittelständische Firmen oder private Bauherren, sondern große Immobilienkonzerne mit mehr als 3.000 Wohnungen in Berlin. Und die bauen kaum. Vonovia hat seit 2015 rund 19.900 Wohnungen gebaut, aber fast 444.000 gekauft. Das sind etwa 22 gekaufte Wohnungen pro gebauter, und gerade einmal 0,74 Prozent aller neu gebauten Wohnungen gehen auf Vonovia zurück. Die sechs landeseigenen Berliner Unternehmen haben im selben Zeitraum allein in Berlin mehr als doppelt so viele Wohnungen errichtet wie Vonovia in ganz Deutschland.

Die Frage „Wer soll dann noch bauen?“ geht also an der Sache vorbei. Das Geschäftsmodell der Konzerne beruht auf Kaufen, Bewirtschaften und Aufwerten. Knappheit nützt ihnen, mehr Neubau würde die Preise eher dämpfen. Das steht sinngemäß sogar in Risikoberichten der Unternehmen selbst.

Auch Demuths Gegenvorschlag hätte eine Nachfrage verdient. Er fordert 50 bis 60 Milliarden Euro an staatlich abgesicherten Krediten für den Wohnungsbau, also Hilfe für genau seine Branche. Dass der Staat dafür bürgen soll, während Vergesellschaftung als Gefahr gilt, hätte ich mir kritischer hinterfragt gewünscht.Ein Interview muss nicht widersprechen. Aber wer einem Branchenvertreter so viel Raum gibt, schuldet den Leserinnen und Lesern die Einordnung, die hier fehlt.

Mit freundlichen Grüßen

Ich habe mich für den NOZ-Leserbeirat beworben. Hier sind meine Antworten im Wortlaut

Erst schließt die NOZ ihre Kommentarspalten, dann sucht sie Leser, die ungefiltert Kritik üben. Ich nehme das Angebot ernst und lege offen, was ich geschrieben habe.

Das Angebot

Die NOZ ruft gemeinsam mit der shz einen Leserbeirat ins Leben. Es gibt 15 Plätze, die Treffen finden ab Dezember einmal im Monat per Videokonferenz statt, die Mitgliedschaft gilt ein Jahr, Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober. Chefredakteur Jan Schönstedt sagt, man wolle nicht im eigenen Saft schmoren, sondern ungefiltert hören, was die Leserinnen und Leser erwarten. Das klingt gut, und ich nehme es zunächst so, wie es dasteht. Wer kritisch liest, sollte ein solches Angebot nicht reflexhaft abtun.

Der Zusammenhang

Zur Wahrheit gehört aber, was in den Monaten davor passiert ist. Seit dem 13. Februar sind die Kommentarspalten auf noz.de geschlossen. Leserbriefe sollen künftig gebündelt und zeitversetzt erscheinen. Im neuen Forum 360° ging im März mein zweiter Kommentar verloren, ohne dass ich eine Fehlermeldung bekam. Die Redaktion schrieb mir später, sie könne nicht nachvollziehen, wo das Problem lag. Ein Beirat mit 15 ausgewählten Stimmen ersetzt keine offene Debatte. Er kann aber etwas leisten, was Kommentarspalten nie konnten, nämlich ein regelmäßiges Gespräch mit der Redaktionsleitung. Ob das Gremium diesen Anspruch einlöst, hängt davon ab, wer drinsitzt und was dort gesagt werden darf.

Meine Rolle

Ich sehe mich nicht als den großen Kritiker der Region. Mit bspw. der Aktion NOZ kritisch teile ich das Anliegen, trete aber anders auf. Dort wird aktionistischer gearbeitet, ich lese, vergleiche und dokumentiere auf nozblog.com. Für den Beirat habe ich mich so beworben, wie ich hier schreibe, und offen gesagt, dass es diesen Blog gibt. Ich gehe davon aus, dass die Redaktion ihn kennt, denn mehrere Autoren haben auf meine Leserbriefe geantwortet.

Meine Antworten im Wortlaut

Warum möchten Sie Teil des Leserbeirats werden? Ich lese die NOZ seit Jahren sehr genau und schreibe seit 2025 auf nozblog.com Leserbriefe und Analysen zu Ihrer Berichterstattung. Das sollten Sie wissen, bevor Sie meine Bewerbung lesen. Ich bewerbe mich, weil Sie schreiben, Sie wollten nicht im eigenen Saft schmoren, und weil ich bisher erlebt habe, dass Kritik oft nur im Einzelfall und per Mail ankommt. Im Beirat könnte ich sie dort einbringen, wo sie gebündelt und im Gespräch mit der Redaktion landet. Ich bin überzeugt, dass eine Regionalzeitung mit dieser Reichweite einen kritischen Leser mehr braucht als einen zufriedenen.

Welches Thema kommt Ihrer Meinung nach in unserer Berichterstattung zu kurz oder wird einseitig beleuchtet? Die Einordnung der AfD. Als der niedersächsische Verfassungsschutz die Partei hochgestuft hat, fehlte in mehreren Artikeln das Wort Rechtsextremismus, obwohl das Innenministerium es in seiner Pressemitteilung benutzt. Auch Porträts einzelner Kandidaten stehen ohne klaren Bezug zur Einstufung der Partei. Zweitens fällt mir auf, dass im überregionalen Teil häufig Texte aus der NZZ ohne eigene Einordnung erscheinen. Drittens wirken Meinungsbeiträge zu Wirtschafts- und Sozialthemen oft aus einer Richtung geschrieben, etwa bei Erbschaftsteuer, Streiks oder Sozialleistungen. Gegenpositionen kommen selten vor.

Was gefällt Ihnen aktuell besonders gut? Dass Autorinnen und Autoren auf Kritik antworten. Mehrere Reporter und Redakteure haben auf meine Leserbriefe reagiert, auch wenn wir uns nicht einig wurden, und das ist keine Selbstverständlichkeit. Außerdem beeindruckt mich Ihre regionale Erinnerungsarbeit, zum Beispiel das Dokumentationsprojekt zur Reichspogromnacht. Und ich finde es gut, dass Sie jetzt einen Leserbeirat aufbauen.

Wo sehen Sie Verbesserungsbedarf? Beim Umgang mit Leserstimmen. Die Kommentarspalten sind geschlossen, Leserbriefe sollen künftig gebündelt und zeitversetzt erscheinen, und beim neuen Forum 360° ging mein zweiter Kommentar aus technischen Gründen verloren, ohne dass ich eine Fehlermeldung bekam. Leserreaktionen verlieren so ihre Wirkung, weil sie nicht mehr neben dem Anlass stehen. Ich wünsche mir feste Regeln, wie Beiträge zugehen, und eine Benachrichtigung, wenn etwas nicht ankommt. Dazu kommt ein klareres Kennzeichnen von Meinung und Nachricht und eine eigene Einordnung bei übernommenen Texten.

Gibt es noch etwas, das Sie uns mitgeben möchten? Ich möchte offen sein, dass ich den Beirat nicht als Werbebühne für meinen Blog verstehe. Wenn es Vertraulichkeitsregeln gibt, halte ich sie ein, und ich würde vorher gern wissen, was darunter fällt. Kritik heißt bei mir nicht, dass ich der NOZ schaden will. Ich will, dass sie besser wird, und deshalb lese ich so genau.

Wie würden Sie sich als Leser beschreiben? Sehr kritisch.

Woran ich die Ernsthaftigkeit messe

Ich lege die Kriterien vorher fest, damit ich sie hinterher nicht zurechtbiegen kann. Erstens, ob ich überhaupt eine Antwort bekomme, auch bei einer Absage. Zweitens, ob eine Absage begründet wird. Drittens, ob Vertraulichkeitsregeln vor der Teilnahme offen auf dem Tisch liegen und nicht erst nach der ersten Sitzung auftauchen. Viertens, ob im Beirat auch Themen Platz haben, die der Redaktion unangenehm sind. Wenn das alles stimmt, habe ich mich getäuscht, und das schreibe ich dann auch.

Wie es weitergeht

Die NOZ meldet sich bei ausgewählten Bewerbern ab dem 11. November. Ich berichte hier, was sie mir schreibt, bei Zusage wie bei Absage. Bei einer Zusage kommt später ein weiterer Beitrag dazu, was ich aus den Sitzungen erzählen darf und was sich bewegt hat.

NOZblog

Furcht vor dem Feind, Verständnis für den Osten. Zwei Seiten NOZ und ein gemeinsamer Unterton

Ewert deutet Merz‘ Russland-Warnung als Disziplinierungstechnik, eine Seite weiter druckt die NOZ ganzseitig einen NZZ-Text über „Miete vor Moral“, beides ohne Einordnung.

Am 08.10.2026 stehen in der NOZ zwei Texte, die einzeln vertretbar sind und zusammen ein Bild ergeben. Auf Seite 2 kommentiert Burkhard Ewert in seiner Rubrik „Rest der Republik“ die Rede von Friedrich Merz in Münster. Auf Seite 3 folgt ganzseitig der NZZ-Beitrag „Sowjetnostalgie, Angst – oder beides?“ von Nathan Giwerzew.

Was Ewert richtig sieht

Seine historischen Einwände sind nicht aus der Luft gegriffen. Dass der Westfälische Frieden nicht verhinderte, dass von deutschem Boden später weitere Kriege ausgingen, ist ein Punkt, über den man reden kann. Auch seine Verwunderung, dass Merz dem Preisträger Nato so wenig Raum gab, ist legitim. Und Reinhard Zinkanns Rede als Gegenbild zu würdigen, ist eine Meinung, die ein Kommentar äußern darf.

Problematisch wird es bei Sallusts „Metus hostilis“. Ewert unterstellt dem Kanzler damit, er beschwöre eine äußere Gefahr, um die Bevölkerung zu disziplinieren und die Loyalität zu steigern. Ob die Gefahr real ist, prüft er nicht. Der russische Angriffskrieg taucht nur als Einschub auf („versteht sich“). Wer Merz‘ Warnung vor einer Kriegsmaschinerie, die sich irgendwann gegen die Nato richten könnte, zur Rhetorik erklärt, müsste zumindest sagen, warum er sie für unbegründet hält. Das geschieht nicht.

AfD und die Bots

Auch Merz‘ Hinweis auf Moskauer Bots und die AfD wird bei Ewert zum Versuch, die Einheit „hinter sich“ zu beschwören. Dass russische Einflussnahme auf Debatten dokumentiert ist, bleibt unerwähnt. So wird aus einer Warnung eine Pose.

Der Gegenentwurf trägt nicht. Zinkann dient als Gegenstück zu Krieg und Rüstung. Ewert zitiert aber selbst, dass dieser von soliden Finanzen, einer leistungsfähigen Wirtschaft und Stärke als Voraussetzung für Sicherheit spricht. Das ist keine Absage an Merz‘ Linie, sondern eine andere Betonung. Aus Krieg gegen Verständigung wird so ein Gegensatz, den die Redner selbst nicht aufmachen.

Die Seite danach

Der NZZ-Text will erklären, warum viele Ostdeutsche anders auf Russland blicken, und das ist ein berechtigtes Anliegen. Er räumt sogar ein, dass Ostdeutschland kein Monolith ist. Trotzdem bleibt er fast durchgehend bei der Perspektive derer, die er erklärt. Wichtige Aussagen stützen sich auf einen „Großteil der Bevölkerung“, der einzige konkrete Zahlenbeleg zur Sanktionspolitik stammt aus dem Juli 2022. Der Historiker, der die sowjetischen Soldaten als „arme Schweine“ beschreibt, steht ohne Gegenstimme da. Das Fazit, die Zeitenwende sei ein „westdeutsches Produkt mit moralischem Alleinvertretungsanspruch“, ist eine Wertung in einem Stück, das sich als Erklärstück gibt. Die ukrainische Sicht und die Folgen russischer Kriegsverbrechen kommen kaum vor. Unter dem Text steht nur der Hinweis auf die Erstveröffentlichung.

Der Zusammenhang

Ich werfe Ewert nicht vor, er wolle Russland kleinreden. Das steht so nicht im Text. Aber wenn eine Zeitung auf Seite 2 die Warnung vor Russland als Stimmungsmache liest und auf Seite 3 ohne eigene Einordnung „Miete vor Moral“ als nachvollziehbare Haltung ausbreitet, entsteht ein Gesamteindruck. Russlands Gefährlichkeit erscheint dann vor allem als Stoff für deutsche Befindlichkeiten. Das darf man als Meinung vertreten. Man sollte es dann aber auch so benennen und nicht als Analyse verkaufen.

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