Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Michael Clasen (Seite 3 von 4)

Leserbrief zum Kommentar von Michael Clasen (NOZ, 01.07.2025) „Kulturelle Zuschreibungen helfen nicht weiter“, Seite 1

Hallo NOZ Team, sehr geehrter Herr Clasen,

hier mein Leserbrief zum Kommentar von Michael Clasen (NOZ, 01.07.2025)

„Kulturelle Zuschreibungen helfen nicht weiter“ auf Seite 1.

Michael Clasen will in seinem Kommentar zu Gewaltvorfällen in Freibädern differenzieren, doch am Ende bleibt vor allem ein bedrohliches Bild „junger Ausländer“ hängen. Zwar spricht er sich gegen Stigmatisierung aus, listet aber ausschließlich Negativbeispiele mit Migrationsbezug auf und verweist auf diffuse Statistiken, ohne diese sachlich einzuordnen. So entsteht genau jener pauschale Eindruck, den er zu vermeiden vorgibt.

Wer wirklich an Lösungen interessiert ist, muss Ursachen wie Armut, Perspektivlosigkeit und Bildungsbenachteiligung benennen, nicht pauschale Kulturkonflikte suggerieren. Integration gelingt nicht durch Warnungen und Grenzziehungen, sondern durch soziale Investitionen und differenzierte Debatten. Clasen spricht ein wichtiges Thema an, aber bedient ungewollt die Erzählungen derer, die lieber spalten als gestalten wollen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 25.06.2025, zum Meinungsartikel von Michael Clasen auf Seite 1 vor dem Hintergrund des Faktenartikels „Wo ist das angereicherte Uran im Iran?“ auf Seite 3

Hallo NOZ Team, hallo Herr Clasen,

hiermit sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 25.06.2025, zum Meinungsartikel von Michael Clasen auf Seite 1 vor dem Hintergrund des Faktenartikels „Wo ist das angereicherte Uran im Iran?“ auf Seite 3

Mit Befremden habe ich den Kommentar von Michael Clasen gelesen, der die US-Angriffe auf iranische Atomanlagen als „Triumph“ feiert und den Eindruck erweckt, die nukleare Gefahr sei damit beseitigt. Diese Einschätzung steht im krassen Widerspruch zu den Fakten, die Sie in derselben Ausgabe unter dem Titel „Wo ist das angereicherte Uran im Iran?“ veröffentlichen.

Dort kommen internationale Expertinnen und Experten sowie der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu Wort, und ihre Einschätzungen sind alles andere als triumphal. Vom „ausgelöschten Atomprogramm“ kann keine Rede sein: Das zu 60 Prozent angereicherte Uran, potenziell genug für mehrere Atomwaffen, ist weiterhin vorhanden, seine genaue Lage unbekannt. Die IAEA hat aktuell keinen Zugang zu den Anlagen, ihre Kontrolle ist weitgehend ausgehebelt.

Gerade vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, wie leichtfertig Herr Clasen militärische Gewalt als Lösung feiert und zugleich jene diffamiert, die auf eine differenzierte, völkerrechtsbasierte Außenpolitik setzen. Wer ernsthaft meint, man könne ein komplexes Atomkonflikt-Regime mit Bomben „erledigen“, verkennt die realen Gefahren: ein Rückzug Irans aus dem Atomwaffensperrvertrag, der Aufbau eines geheimen Nuklearprogramms, und eine dramatische Eskalation, auch für Europa.

Die Welt wird nicht sicherer durch markige Worte und martialische Gesten, sondern durch kluge Diplomatie, glaubwürdige Kontrollen und internationale Zusammenarbeit. Dass ein Kommentar in Ihrer Zeitung solch faktenwidrige Zuspitzung erfährt, während im selben Blatt die ernüchternde Realität beschrieben wird, ist nicht nur ein Widerspruch, es ist gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Kommentar „Europa kann Putin nicht besiegen!“ (NOZ vom 12.06.2025, Seite 1)

Hallo Herr Clasen, hallo NOZ Team,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Kommentar von Michael Clasen „Europa kann Putin nicht besiegen!“ (NOZ vom 12.06.2025, Seite 1).

Der Kommentar von Michael Clasen bietet (wie von Clasen zu erwarten) einen gefährlich einseitigen Blick auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, und bedient dabei Narrative, wie sie sonst vor allem aus dem Kreml bekannt sind.

Wenn Clasen schreibt, „Europa kann Putin nicht besiegen“, dann verkennt er die Realität: Die Ukraine hat sich mit westlicher Unterstützung bereits erfolgreich gegen eine vollständige Einnahme gewehrt, und Russland hat enorme Verluste an Menschen und Material erlitten. Der Krieg ist keineswegs militärisch entschieden, und schon gar nicht zugunsten Moskaus.

Besonders bedenklich ist die implizite Täter-Opfer-Umkehr. Wer dem angegriffenen Land vorwirft, mit der Forderung nach Wiederherstellung seiner territorialen Integrität „Not und Elend zu verlängern“, verschiebt die Verantwortung vom Aggressor auf das Opfer. Das ist zynisch. Die Ukraine kämpft nicht nur für ihre Freiheit, sondern auch für die Sicherheit Europas. Ihr das Recht auf Selbstverteidigung abzusprechen, ist ein gefährlicher Fehlschluss.

Auch die Forderung nach „Verständigung mit Moskau“ wirkt realitätsfern. Russland führt diesen Krieg nicht aus einem Missverständnis heraus, sondern mit imperialer Absicht. Gespräche können nur dann sinnvoll sein, wenn beide Seiten zu echten Kompromissen bereit sind, bislang ist das bei der russischen Führung nicht erkennbar.

Frieden entsteht nicht durch Kapitulation. Wer wie Clasen auf schnelle Verhandlungen drängt, ohne dass Russland zuvor seinen brutalen Kurs ändert, riskiert einen Diktatfrieden zu Putins Bedingungen, und signalisiert autoritären Regimen weltweit: Gewalt lohnt sich.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 27.03.2025

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 27.03.2025, Meinung Michael Clasen, Seite 1, zukommen lassen.

Leserbrief: Doppelte Standards und verzerrte Empörung

Sehr geehrte Redaktion,

der Kommentar von Michael Clasen über den Rückzug von Günther Felßner als möglicher Bundeslandwirtschaftsminister wirft ein Licht auf eine besorgniserregende Entwicklung in der politischen Debatte. Allerdings scheint der Artikel mit zweierlei Maß zu messen.

Zweifellos ist es inakzeptabel, wenn politische Entscheidungen durch Einschüchterung oder Gewalt beeinflusst werden – egal, von welcher Seite sie ausgehen. Doch während hier mit großer Empörung über den Angriff auf Felßners Hof berichtet wird, blieb eine ähnliche Empörung aus, als Robert Habeck bei Bauernprotesten massiv bedrängt und beleidigt wurde. Damals hieß es aus der CSU lediglich, man müsse die raue Ausdrucksweise der Landwirte eben aushalten.

Auch Felßners eigene Vergangenheit als verurteilter Umweltsünder wird in diesem Artikel nicht kritisch hinterfragt. Ist es wirklich nur das Werk einer „linken Radikalengruppe“, dass seine Kandidatur umstritten war? Oder könnte es sein, dass seine eigene politische Vergangenheit eine Rolle spielt? Und über 400.000 Stimmen in einer Petition gegen seine Kandidatur?

Wer die Radikalisierung des politischen Klimas anprangert, sollte dies auf beiden Seiten tun. Eine Demokratie lebt vom fairen und sachlichen Austausch – nicht von einseitiger Empörung.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 04.03.2025

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 04.03.2025, zur Meinung von Michael Clasen auf der Seite 3 zukommen lassen.

Michael Clasen übersieht, dass der einfachste und schnellste Weg zu Frieden der sofortige Stopp der Bombardierung der Ukraine durch Russland und gleichzeitiger Rückzug von  Putins Truppen wäre. 

Stattdessen empfiehlt er im Wortlaut der Narrative aus dem Kreml, die zwischenzeitlich auch von der Trump Administration bedient werden, die Aufgabe der eigenen Gebiete der Ukraine und so letztendlich die Unterwerfung unter ein durch Putin diktatorisch geführtes Regime. 

Das man Autokraten wie Putin dadurch erst Recht ermutigt, seinen Eroberungswillen weiter fortzuführen, und so ganz Europa in große Gefahr zu bringen, kann nicht der Wille einer freien Welt sein. 

Dementsprechend ist es richtig, dass sich die europäischen Staaten einig sind in der weiter zu führenden Unterstützung der Ukraine, mit allen Mitteln die zur Verfügung stehen, und in Deutschland hoffentlich zeitnah in Vereinbarung über Parteigrenzen bereitgestellt werden.

Für eine freie Ukraine und für ein freies Europa, dass seinen eigenen und starken Platz in der neuen Weltaufteilung finden wird, wenn wir uns nicht durch Einflussnahme aus dem Kreml und Washington aufreiben lassen. Dieser Aufruf gilt im speziellen auch für die Medien, die besonders in dieser Phase Zuversicht und Wahrheit verbreiten müssen, anstatt sich den zerstörerischen Narrativen und Lügen der Aggressoren aus Russland oder einem Erpresser wie Trump zu bedienen.

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