Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Thomas Ludwig (Seite 2 von 3)

Leserbrief zur Meinung zur Energiewende von Thomas Ludwig in der NOZ vom 04.09.2025, Seite 1

Verzögerungen bei der Energiewende kosten mehr als die Umstellung selbst. Langfristig spart Deutschland durch den Umbau Energie, reduziert Importe und schafft neue Jobs – „Tempo rausnehmen“ ist der falsche Ansatz

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ludwig,

hier mein Leserbrief zur Meinung zur Energiewende von Thomas Ludwig in der NOZ vom 04.09.2025, Seite 1.Thomas Ludwig zeichnet die Energiewende als teure Belastungsprobe und fordert ein „Tempo rausnehmen“. Doch das greift zu kurz.

Ja, die Energiewende kostet Milliarden, aber Verzögerungen kosten noch mehr. Schon heute importiert Deutschland fossile Brennstoffe für rund 130 Milliarden Euro jährlich. Auf 25 Jahre gerechnet summiert sich das auf über drei Billionen Euro, Geld, das ins Ausland fließt. Hinzu kommen die massiven Folgekosten der Klimakrise.

Die oft zitierte Zahl von 5,4 Billionen Euro (DIHK-Studie) ist ein industrienahes Schreckensszenario: Sie rechnet Kosten hoch, verschweigt aber Einsparungen durch sinkende Energiekosten, vermiedene Importe und neue Jobs. Studien von Fraunhofer und DIW zeigen: Der Umbau rechnet sich langfristig.

„Tempo rausnehmen“ klingt moderat, heißt aber: mehr Abhängigkeit, höhere Kosten und verfehlte Klimaziele. Die eigentliche Illusion ist zu glauben, dass langsameres Handeln billiger wäre.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 30.06.2025, Meinung Thomas Ludwig, AfD-Verbot, Seite 1

Hallo NOZ Team,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Montag, 30.06.2025, Meinung Thomas Ludwig, AfD-Verbot, Seite 1.Sehr geehrte Redaktion,

sehr geehrter Herr Ludwig,

ich halte Ihre Warnung vor einem AfD-Verbotsverfahren für grundfalsch. Nicht die SPD bewegt sich auf dünnem Eis, es ist unsere Demokratie selbst, die zunehmend unterspült wird. Wer meint, aus Sorge vor politischer „Krise“ dürfe man eine nachweislich rechtsextreme Partei nicht verbieten, stellt taktisches Kalkül über den Schutz unserer Verfassung.

Gerade die deutsche Geschichte hat uns gelehrt, dass Demokratien nicht durch Putsch, sondern durch Gleichgültigkeit und schleichende Aushöhlung scheitern. Die AfD will den Rechtsstaat nicht reformieren, sondern zersetzen. Dass sie dabei Rückhalt in Teilen der Bevölkerung findet, macht die Bedrohung nur größer, nicht legitimer.

Ein Parteiverbot ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Es ist höchste Zeit, klar zu benennen, wer unsere Demokratie angreift, und ebenso klar zu handeln.

Mit besorgten Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 28.06.2025, Meinung Mindestlohn Thomas Ludwig, Seite 1

Hallo NOZ Team, sehr geehrter Herr Ludwig,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 28.06.2025, Meinung Mindestlohn Thomas Ludwig, Seite 1.

Thomas Ludwigs Kommentar zum Mindestlohn liest sich wie ein altbekanntes neoliberales Drehbuch: Höhere Löhne gefährden Arbeitsplätze, Unternehmen geraten unter Druck, und politische Einmischung gilt als störend. Was hier als ausgewogene Analyse daherkommt, ist in Wahrheit ein einseitiges Plädoyer gegen soziale Fortschritte, und gegen ökonomische Realität.

Die Behauptung, der Mindestlohn dürfe nicht „zu hoch“ sein, verkennt einen zentralen Zusammenhang: Wer wenig verdient, gibt jeden zusätzlichen Euro aus, und kurbelt damit unmittelbar die Binnenkonjunktur an. Dass Ludwig diesen Zusammenhang zwar andeutet, aber dann reflexhaft in die alte Leier von Arbeitsplatzverlusten verfällt, ist symptomatisch für eine ökonomische Erzählung, die sich hartnäckig gegen empirische Evidenz immun zeigt. Zahlreiche Studien, darunter auch vom IAB selbst, kommen zu dem Schluss: Moderate Mindestlohnerhöhungen zerstören keine Jobs, sie schaffen Stabilität und Teilhabe.

Besonders irritierend ist Ludwigs Vorstellung, die Politik solle sich heraushalten und allein den „Sozialpartnern“ das Feld überlassen. In einer Demokratie ist es aber gerade Aufgabe der Politik, Mindeststandards festzulegen, vor allem, wenn Marktmechanismen versagen und Armut trotz Vollzeitjob weiter grassiert. Wer hier von „Zwischenrufen“ spricht, will demokratische Gestaltungsmacht kleinreden.

Am Ende geht es nicht um 13,90 oder 15 Euro, es geht um Würde, Teilhabe und ökonomische Vernunft. Wer beides gegeneinander ausspielt, wie es Herr Ludwig tut, stellt sich nicht nur gegen die Interessen von Millionen arbeitender Menschen, sondern auch gegen eine zeitgemäße Wirtschaftspolitik.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 11.06.2025, Kommentar „Wuchender Extremismus ist radikal daneben“ von Thomas Ludwig, Seite 4

Hallo NOZ Team, hallo Herr Ludwig,

auf diesem Wege sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 11.06.2025, Kommentar „Wuchender Extremismus ist radikal daneben“ von Thomas Ludwig, Seite 4.

Mit wachsendem Befremden habe ich den Kommentar „Wuchender Extremismus ist radikal daneben“ gelesen. Der Autor reiht dort in einem Atemzug Reichsbürger und Antisemiten, Antifa- und Klima-Aktivisten sowie Salafisten und Saboteure im Dienste Putins aneinander, und behauptet, sie alle seien von „ideologischer Verblendung“ getrieben.

Diese Form der Gleichsetzung ist nicht nur rhetorisch fahrlässig, sondern politisch gefährlich. Sie verwischt grundlegende Unterschiede zwischen verfassungsfeindlichen, gewaltbereiten Gruppen und demokratischem Protest im Sinne des Grundgesetzes. Wer Antifaschist:innen und Klimaaktivist:innen in eine gedankliche Reihe mit Antisemiten und islamistischen Extremisten stellt, betreibt keine Aufklärung, sondern Desinformation.

Zur Einordnung:

Die Antifa ist kein homogener Block, sondern ein breites Spektrum zivilgesellschaftlicher und auch radikaler Akteure. Gewaltbereite Gruppen sind sicher zu kritisieren, doch Antifaschismus als Haltung ist ein historisch und verfassungsrechtlich legitimer Widerstand gegen rechtsextreme Tendenzen, keine Bedrohung für die Demokratie. Ebenso ist der Klimaschutz nicht Ausdruck ideologischer Verblendung, sondern Ausdruck wissenschaftlicher Erkenntnis und politischen Engagements junger Menschen, die sich auf Artikel 20a des Grundgesetzes berufen dürfen.

Der Verfassungsschutzbericht 2024, auf den sich Herr Ludwig bezieht, unterscheidet ausdrücklich zwischen verschiedenen Formen von Extremismus. Dass er dennoch suggeriert, Klimaaktivist:innen und demokratisch engagierte Antifaschist:innen stünden auf einer Stufe mit antisemitischen Reichsbürgern oder salafistischen Terrornetzwerken, verkennt die politische Realität, und delegitimiert berechtigten Protest.

Natürlich ist jede Form von Extremismus eine Herausforderung für unsere Gesellschaft. Aber wer all jene, die sich außerhalb der parteipolitischen Komfortzone engagieren, unter Generalverdacht stellt, trägt nicht zur Verteidigung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung bei, sondern schwächt sie.

Mit besorgten Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom 30.05.2025 zum Kommentar „Jetzt nur nicht gleich die Moralkeule schwingen“ von Thomas Ludwig (Titelthema: Dobrindt verschärft Familiennachzug), Seite 3

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom 30.05.2025 zum Kommentar „Jetzt nur nicht gleich die Moralkeule schwingen“ von Thomas Ludwig (Titelthema: Dobrindt verschärft Familiennachzug), Seite 3.Leserbrief: Differenzierte Betrachtung statt alarmistische Vereinfachung

Herr Ludwig beschreibt die deutsche Kommunalpolitik als nahezu kollabierend und behauptet, Städte und Landkreise seien mit der Aufnahme und Integration Geflüchteter „heillos überfordert“. Diese Darstellung widerspricht allerdings den aktuellen Fakten, und ist in ihrer Pauschalität nicht haltbar.

Eine im Mai 2024 veröffentlichte Kommunalbefragung des DESI-Instituts in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung zeichnet ein differenzierteres Bild: Nur 5 % der befragten Kommunen sehen sich im sogenannten „Notfallmodus“, weitere 34,6 % sprechen von einem „Krisenmodus“, sie befinden sich also an der Belastungsgrenze. Aber: Die Mehrheit von rund 60 % der Kommunen schätzt ihre Lage als „herausfordernd, aber machbar“ oder sogar „entspannt“ ein.

Statt faktenbasiert zu analysieren, wird hier ein Alarmismus bedient, der Ängste schürt und politische Maßnahmen rechtfertigen soll, die reale Probleme nur oberflächlich adressieren. Denn dass Kommunen an ihre Grenzen kommen, liegt häufig nicht allein an Migration, sondern an jahrelanger struktureller Unterfinanzierung, Bürokratieballast und fehlenden Investitionen in bezahlbaren Wohnraum, Bildung und Sozialarbeit. Aspekte, die Herr Ludwig nicht thematisiert.

Wer ernsthaft über Integration und Belastungssteuerung sprechen will, sollte daher auch über die Rolle von Bund und Ländern, über kommunale Finanzausstattung, über die Auflösung von Flaschenhälsen im Wohnungsbau und über Fachkräftemangel bei Trägern und Verwaltung reden, nicht nur über Zuwanderungsregulierung.

Eine migrationspolitische Debatte darf geführt werden, aber sie muss auf Fakten beruhen, nicht auf Vereinfachungen und Schlagworten wie „Entsolidarisierung“. Ansonsten gefährdet man genau das, was man zu schützen vorgibt: gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mit freundlichen Grüßen 

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