Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Die rechtsextreme AfD (Seite 2 von 5)

Leserbrief zum NOZ-Artikel Merz sagt AfD den Kampf an (21. Oktober 2025, Titelseite)

Der Leserbrief kritisiert, dass Merz’ Aussagen zum „Problem im Stadtbild“ rechte Ängste bedienen, statt die AfD klar abzugrenzen, und dass legitime Kritik dadurch unter Generalverdacht gestellt wird.

Hallo NOZ Team, 

ich sende Ihnen meinen Leserbrief zum NOZ-Artikel Merz sagt AfD den Kampf an (21. Oktober 2025, Titelseite). 

Friedrich Merz erklärt, er wolle sich von der AfD nicht zerstören lassen. Doch wer seine jüngsten Äußerungen hört, könnte den Eindruck gewinnen, er wolle ihr lieber die Themen abnehmen, indem er sie übernimmt.

Wenn Merz von einem Problem im Stadtbild spricht und sagt, wer seine Töchter fragt, wisse, was er meine, dann bedient er genau jene diffusen Ängste, mit denen die AfD seit Jahren Stimmung macht, ohne die Probleme konkret zu benennen oder mit Fakten zu belegen. Das ist keine entschlossene Abgrenzung, sondern ein gefährliches Spiel mit rechten Narrativen.

Besonders irritierend ist seine Reaktion auf die Proteste gegen diese Aussagen. Wer demonstriert, so Merz, müsse sich fragen lassen, „ob er ein Interesse daran hat, ein Problem zu lösen oder einen Keil in die Gesellschaft zu treiben“. Damit stellt der Kanzler legitime Kritik und demokratische Meinungsäußerung unter Generalverdacht. Eine solche Haltung passt nicht zu einem Regierungschef einer demokratischen Volkspartei.

Wer der AfD wirklich entgegentreten will, sollte nicht deren Rhetorik kopieren, sondern ihr Weltbild klar widersprechen, mit Aufklärung, sozialer Gerechtigkeit und glaubwürdiger Integrationspolitik. Sonst verliert die CDU nicht nur Wähler, sondern auch ihre politische Mitte.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 18.10.2025, Meinung Rena Lehmann – Warnung vor einer CDU, die sich durch Annäherung an die AfD zerreißen könnte, Seite 2

Der Leserbrief kritisiert, dass Lehmann die Spaltung der CDU durch Merz’ Übernahme von AfD-Rhetorik übersieht und die eigentliche Gefahr in der Führungsspitze sieht.

Hallo NOZ Team,  hallo Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen kurzen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 18.10.2025, Meinung Rena Lehmann, Seite 2.

Lehmann warnt vor einer CDU, die sich durch Annäherung an die AfD zerreißen könnte. Doch übersieht sie, dass Friedrich Merz mit seinen eigenen Aussagen längst selbst zur Spaltung beiträgt. Wer vom veränderten Stadtbild spricht und AfD-Themen sprachlich übernimmt, rückt die Brandmauer nicht ein Stück nach rechts, er reißt sie ein. Die Gefahr für die CDU kommt nicht von außen, sondern aus der Rhetorik ihrer Führung.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ-Meinung „Wo die AfD Recht hat“ vom 4. Oktober 2025

Der Leserbrief kritisiert den Kommentar „Wo die AfD Recht hat“ dafür, AfD-Narrative unkritisch zu übernehmen, selektive Zahlen ohne Kontext zu präsentieren und so zur Normalisierung einer rechtsextremen Partei beizutragen.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Koch,

ich sende Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ-Meinung „Wo die AfD Recht hat“ vom 4. Oktober 2025.Der Kommentar „Wo die AfD Recht hat“ trägt zur weiteren Normalisierung einer Partei bei, die vom Verfassungsschutz in mehreren Landesverbänden als gesichert rechtsextrem gilt.

Statt kritisch zu beleuchten, wie gezielt die AfD den tragischen Fall von Friedland instrumentalisiert, übernimmt der Beitrag ihre Narrative nahezu unkommentiert. Selektive Zahlen zu Straftaten von Asylbewerbern werden ohne Kontext präsentiert, etwa ohne Hinweis darauf, dass es sich um Tatverdächtige, nicht Verurteilte handelt und dass viele Delikte interne Konflikte in Unterkünften betreffen. So entsteht ein verzerrtes Bild, das Ängste schürt statt aufzuklären.

Die scheinbare Ausgewogenheit („Nicht alle Asylbewerber sind kriminell, aber einige eben doch“) verschiebt den Diskurs subtil in Richtung AfD-Rhetorik. Der Text endet mit der Forderung, „die Politik müsse endlich Konsequenzen ziehen“, eine Formulierung, die exakt der Argumentationslinie der AfD folgt.

Gerade jetzt, wo über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren diskutiert wird, sollten Medien besonders verantwortungsvoll mit ihrer Sprache umgehen. Wer einer rechtsextremen Partei attestiert, „Recht zu haben“, ohne ihre gezielte Desinformation und Demokratiefeindlichkeit klar zu benennen, legitimiert sie indirekt.

Freier Journalismus darf Missstände benennen, aber er sollte nicht dazu beitragen, die Gegner der Demokratie zu normalisieren.

Mit freundlichen Grüßen 

NOZ vom Donnerstag, 11.09.2025, Meinung Rena Lehmann, Seite 1 („Weniger Flüchtlinge erreichen Deutschland, verliert die AfD ihr wichtigstes Thema?“)

Die Übernahme rechter Narrative stärkt indirekt die AfD, so die politikwissenschaftliche Forschung. Migration sollte nicht als „Kontrollverlust“ dargestellt werden – eine glaubwürdige Alternative erfordert klare Abgrenzung und faktenbasierte Aufklärung.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

der Kommentar von Rena Lehmann („Weniger Flüchtlinge erreichen Deutschland, verliert die AfD ihr wichtigstes Thema?“) überzeugt an einer zentralen Stelle nicht. Lehmann behauptet, die verbreitete Annahme, dass die AfD gestärkt werde, wenn etablierte Parteien deren Themen übernehmen, sei eine „Fehleinschätzung“. Diese Aussage widerspricht jedoch dem Stand der politikwissenschaftlichen Forschung.

Zahlreiche Studien zeigen: Wer die Narrative und Problemdefinitionen der extremen Rechten übernimmt, verschiebt das politische Koordinatensystem nach rechts und stärkt die AfD indirekt. Denn die Partei gilt in Fragen der Migration als das „Original“, während Union, SPD oder FDP bei Wählerinnen und Wählern an Glaubwürdigkeit verlieren. Beispiele dafür gibt es genug: In Bayern verlor die CSU trotz scharfer Rhetorik zur „Obergrenze“ Stimmen an die AfD. Auch auf Bundesebene stieg die AfD weiter, obwohl die Migrationspolitik seit 2015 deutlich verschärft wurde. Politikwissenschaftler wie Arzheimer, Mudde oder Decker weisen seit Jahren auf diesen Effekt hin.

Problematisch ist zudem, dass Lehmann zwar feststellt, die Zahl der Asylsuchenden sinke und die Kommunen entlastet würden, zugleich aber erneut ein Bild des „Kontrollverlusts“ zeichnet. Genau dieses Framing macht rechte Narrative stark, unabhängig davon, wie die Realität aussieht. Wer Migration ständig in den Vordergrund rückt, hält das Thema groß und spielt damit der AfD in die Hände.

Eine glaubwürdige Alternative zur AfD entsteht nicht durch die Übernahme ihrer Themen, sondern durch klare Abgrenzung, faktenbasierte Aufklärung und das Setzen eigener politischer Schwerpunkte: soziale Sicherheit, bezahlbares Wohnen, funktionierende Infrastruktur, Energiewende. Hier entscheidet sich das Vertrauen in demokratische Parteien, nicht in der Nachahmung der AfD.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 06.09.2025, Seite 5, Ein Denken wie Lenin – T-Shirt Verfassungsschutz

Leserbrief zur NOZ: Die Empörung über das T-Shirt des Verfassungsschutzes lenkt von der echten Gefahr ab – dem Versuch, den Verfassungsschutz politisch zu diskreditieren.

Sehr geehrte Redaktion,

die Empörung über ein T-Shirt des niedersächsischen Verfassungsschutzes wirkt vorgeschoben. Ausgerechnet CDU, Werteunion und FDP, die sonst für Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner oder Palantir-Software eintreten, geben sich plötzlich als Hüter der Bürgerrechte.

Der Verdacht liegt nahe: Manche Konservative kritisieren den Verfassungsschutz weniger wegen eines missglückten Spruchs, sondern weil sie selbst durch seine Arbeit ins Visier geraten könnten, sei es bei der Beobachtung rechtsextremer Netzwerke oder der AfD.

Die eigentliche Gefahr für unsere Demokratie liegt nicht in einem flapsigen Werbespruch, sondern in dem Versuch, den Verfassungsschutz politisch zu diskreditieren.

Mit freundlichen Grüßen

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