Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Zeitgeschehen (Seite 11 von 20)

Zur Meinung von Raimund Neuß in der NOZ vom Montag, 18.08.2025, Seite 1

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Neuß,

vielen Dank für Ihre klaren Worte in der NOZ vom Montag, 25.08.2025, zum Treffen von Trump und Putin in Alaska.

Der Kommentar „Trump macht sich lächerlich“ bringt die ganze Absurdität von Trumps Auftreten präzise und pointiert auf den Punkt. Die klare Analyse seiner innenpolitischen Inszenierungen im Kontrast zu den geopolitischen Realitäten ist absolut gelungen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 18.08.2025, Seite 6, Ferienjob statt Freibad

Sehr geehrte Redaktion,

beigefügt erhalten Sie meinen Leserbrief zur NOZ vom Montag, 18.08.2025, Seite 6, Ferienjob statt Freibad.

Der Artikel zeigt sehr deutlich, was die Union unter „Bürokratieabbau“ versteht: die Absenkung von Schutzstandards und die Schlechterstellung junger Menschen. Wenn Schüler in Gastronomie, Handel oder Produktion genauso arbeiten wie Erwachsene, dann haben sie auch Anspruch auf eine faire Bezahlung, sprich: den Mindestlohn.

Wer Jugendlichen diesen Anspruch verweigert, fördert nicht „Beschäftigung“, sondern billige Arbeitskraft für Unternehmen. Dass die Union das als angeblichen Standortvorteil verkauft, ist entlarvend. Bürokratieabbau darf nicht zum Deckmantel für Ausbeutung werden.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 16.08.2025, Seite 5, AfD im Norden schwach v. Susanne Link

Guten Tag Frau Link, sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 16.08.2025, Artikel auf Seite 5, AfD im Norden schwach von Susanne Link.

Ihr Artikel reiht sich leider in ein Muster ein, das in Ihrer Berichterstattung zur AfD immer wieder auffällt: Die Partei wird überwiegend wie eine „normale“ politische Kraft dargestellt, deren Erfolg oder Misserfolg vor allem von internen Querelen oder der jeweiligen politischen Kultur abhängt.

Was dabei regelmäßig zu kurz kommt, ist die inhaltliche Einordnung: Die AfD ist keine gewöhnliche Protestpartei, sondern wird vom Bundesamt für Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft. Ihre Funktionäre relativieren den Nationalsozialismus, verbreiten rassistische und demokratiefeindliche Positionen. Genau das unterscheidet sie fundamental von anderen Parteien.

Untersuchungen zeigen inzwischen deutlich, dass eine zu neutrale, normalisierende Berichterstattung die AfD stärkt. Wenn Medien ihre Rhetorik oder ihre Personalquerelen lediglich beschreiben, ohne die ideologischen Gefahren konsequent einzuordnen, verschiebt sich der öffentliche Diskurs unmerklich nach rechts. Damit laufen Zeitungen Gefahr, ungewollt zu einem Resonanzraum für extremistische Narrative zu werden.

Eine Zeitung wie die NOZ trägt eine besondere Verantwortung für die demokratische Kultur in unserer Region. Ich wünsche mir daher eine kritischere Auseinandersetzung mit der AfD – nicht nur die Frage, warum sie in Schleswig-Holstein schwächer ist, sondern vor allem, warum ihre Inhalte für unsere Demokratie gefährlich sind.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 12.08.2025, Artikel Förderung PV-Anlagen vor dem aus, Seite 7 

Hallo NOZ Team,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 12.08.2025, Artikel Förderung PV-Anlagen vor dem aus, auf der Seite 7.

Die Aussagen von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die Förderung für private Photovoltaikanlagen sei nicht mehr nötig, klingen zunächst nach einem Erfolg der Energiewende. Doch in Wahrheit droht hier ein gefährlicher Rückschritt, und ein Geschenk an Reiches Freunde der fossilen Energiewirtschaft.

Ja, Solarmodule sind günstiger geworden. Aber Förderung ist nicht nur ein Preisstützungsinstrument, sondern vor allem Planungssicherheit für Investoren und Anreiz für breite Beteiligung. Ohne diese Sicherheit wird der Ausbau kleiner, privater Anlagen abgebremst, ausgerechnet in einer Zeit, in der wir jede Kilowattstunde klimaneutralen Stroms dringend brauchen.

Die Klimaziele sind nur mit massivem, beschleunigtem Zubau zu erreichen. Wer jetzt auf den Markt allein setzt, nimmt billigend in Kauf, dass weiter Kohle- und Gaskraftwerke die Lücken füllen. Davon profitieren vor allem große Energie- und Fossilkonzerne, die seit Jahren eine schnelle Dezentralisierung bremsen.

Anstatt Förderungen zu streichen, sollte die Politik Hürden abbauen, Genehmigungen beschleunigen und den Ausbau von Speicher- und Netzinfrastruktur forcieren. Alles andere ist eine Einladung an die Fossilwirtschaft, noch ein Jahrzehnt weiterzumachen wie bisher, mit fatalen Folgen fürs Klima.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 12.08.2025, Seite 4, Artikel Bürgergeld 

Sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 12.08.2025, Seite 4, Artikel Bürgergeld für Ukrainer:innen.

Die Überschrift „Verhätschelt das Bürgergeld die Ukrainer?“ ist nicht nur polemisch, sondern vermittelt bereits im ersten Satz eine Vorverurteilung, ohne dass der Artikel diese Behauptung belegt. Bürgergeld deckt das gesetzlich definierte Existenzminimum, nicht mehr. Von „Verhätscheln“ kann keine Rede sein.

Im Text werden höhere Beschäftigungsquoten in Polen oder Tschechien pauschal mit geringeren Sozialleistungen verknüpft. Dass dort Sprachbarrieren geringer sind, große ukrainische Communities schon vor Kriegsbeginn existierten oder Arbeitsmärkte einfacher zugänglich sind, wird nur am Rande erwähnt. Ebenso fehlen Vergleiche mit Staaten, die ähnlich oder großzügiger unterstützen als Deutschland, diese passen offenbar nicht ins gewünschte Bild.

Wenn CDU/CSU-Politiker behaupten, Deutschland zahle „Leistungen wie kein anderes Land der Erde“, wäre es Aufgabe der Redaktion, dies zu hinterfragen. Fakt ist: Auch andere Länder (Skandinavische Länder und einige westliche EU-Staaten haben teils höhere Sozialleistungen für Geflüchtete) leisten deutlich mehr als das polnische oder rumänische Modell, und erfolgreiche Integration hängt von weit mehr Faktoren ab als der Höhe der Unterstützung.

Eine faire Debatte braucht weniger Schlagzeilenrhetorik und mehr differenzierte Analyse.

Mit freundlichen Grüßen

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