Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Zeitgeschehen (Seite 18 von 20)

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 28.04.2025, Artikel Expertentalk auf Seite 2

Hallo NOZ Team,

hiermit sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Montag, 28.04.2025, Artikel Expertentalk auf Seite 2.Meinungsfreiheit braucht Verantwortung – nicht Panikmache

Zum Artikel „Frontalangriff auf die Meinungsfreiheit“:

Natürlich ist es wichtig, die Meinungsfreiheit zu schützen. Aber die pauschale Empörung von Joachim Steinhöfel und Raphael Bonelli im Artikel halte ich für überzogen.

Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass bewusste Falschinformationen und demokratiegefährdende Lügen ungestraft bleiben müssen. Schon heute schützt das Strafrecht unsere Gesellschaft vor Verleumdung und Volksverhetzung – völlig zu Recht. Demokratische Staaten wie Finnland zeigen, dass der Schutz öffentlicher Debatten vor gezielter Desinformation kein Angriff auf die Freiheit, sondern eine Notwendigkeit ist.

Die Behauptung, Deutschland steuere auf einen totalitären Staat zu, entbehrt jeder Grundlage. Auch der Hinweis auf YouTube-Löschungen während der Pandemie verkennt, dass Plattformen eine Verantwortung für die Eindämmung gefährlicher Fehlinformationen tragen.

Zudem sollten Leser wissen, dass sowohl Steinhöfel als auch Bonelli eigene wirtschaftliche Interessen haben: Steinhöfel profitiert juristisch von Auseinandersetzungen mit Plattformen, Bonelli als Bestsellerautor von einer staatsskeptischen Erzählung.

Meinungsfreiheit lebt von Wahrheit und Redlichkeit. Wer gezielt täuscht, gefährdet diese Freiheit. Kluge, transparente Regeln gegen Desinformation sind daher keine Zensur, sondern Schutz der Demokratie.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Artikel „Attentat überschattet Ukraine-Gespräch“, NOZ Ausgabe vom 26. April 2025, Seite 2

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Artikel „Attentat überschattet Ukraine-Gespräch“, NOZ Ausgabe vom 26. April 2025, Seite 2.

Mit wachsendem Befremden nehme ich die Berichterstattung in der Neuen Osnabrücker Zeitung zur Ukraine wahr – zuletzt beim Artikel „Attentat überschattet Ukraine-Gespräch“ (Ausgabe vom 26. April 2025, Seite 2).

Der Artikel übernimmt ohne erkennbare kritische Distanz die russische Darstellung, dass ukrainische Geheimdienste für den Tod eines russischen Generals verantwortlich seien. Weder wird darauf hingewiesen, dass es sich dabei bislang lediglich um Behauptungen handelt, noch werden alternative Erklärungen – etwa innerstaatliche russische Machtkämpfe oder gezielte Propagandaaktionen – überhaupt in Betracht gezogen. Eine journalistische Einordnung oder Relativierung solcher schwerwiegenden Vorwürfe wäre dringend erforderlich gewesen.

Auch die Aussagen von Donald Trump, der erneut die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland legitimiert und der Ukraine die Schuld am Krieg zuweist, werden nahezu unkommentiert wiedergegeben. Dass ein Nato-Beitrittswunsch eines souveränen Staates niemals einen Angriffskrieg rechtfertigt, wäre ein zentraler Kontext gewesen, der leider fehlt.

So entsteht einmal mehr der Eindruck, als sei Russland ernsthaft an Frieden interessiert, während die Ukraine als Kriegstreiberin erscheint. Diese Darstellung wird der komplexen Wirklichkeit in keiner Weise gerecht und verzerrt die politische Verantwortung erheblich.

Eine objektive Berichterstattung sollte Positionen beider Seiten darstellen und offenkundige Propagandaaussagen nicht ungefiltert transportieren. Ich bitte Sie dringend, Ihrer publizistischen Verantwortung stärker gerecht zu werden – gerade angesichts der brutalen Realität dieses Krieges.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 25.04.2025, zum Artikel „Ukraine: Druck auf Selenskyj wächst“, Seite 1

Hallo NOZ Team,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 25.04.2025, zum Artikel „Ukraine: Druck auf Selenskyj wächst“, Seite 1. Mit Verwunderung habe ich Ihren Artikel zur aktuellen Lage in der Ukraine gelesen. Die Art und Weise, wie hier russische Positionen sowie Aussagen von Donald Trump nahezu unkommentiert wiedergegeben werden, hinterlässt den Eindruck, als ob die Verantwortung für den andauernden Krieg hauptsächlich bei der Ukraine und Präsident Selenskyj liege. Diese Darstellung greift jedoch viel zu kurz und verzerrt das Bild der Realität.

Russland führt seit über zwei Jahren einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine, hat mehrfach Gebiete annektiert und setzt gezielt auf Terror gegen die Zivilbevölkerung, um politische Ziele zu erzwingen. Diese Fakten sollten nicht untergehen, wenn man russische Friedensbekundungen zitiert, die in Wahrheit an die bedingungslose Kapitulation der Ukraine geknüpft sind. Die Forderung nach einem ukrainischen Rückzug aus den 2022 besetzten Gebieten sowie der Krim bedeutet faktisch eine Belohnung für brutale Gewalt.

Dass Präsident Selenskyj unter diesen Umständen auf Verhandlungen zu fairen Bedingungen besteht, ist kein Ausdruck von Unnachgiebigkeit, sondern der Versuch, die territoriale Integrität seines Landes zu verteidigen – ein Recht, das jedem souveränen Staat zusteht.

Zudem sollte man Donald Trumps Aussagen im Kontext seiner politischen Interessen sehen: Er spricht nicht im Namen der US-Regierung und ist bekannt für seine Nähe zu autoritären Führern. Seine Kritik an Selenskyj wird im Artikel auffällig prominent platziert, während Einordnungen europäischer Stimmen – etwa von Kaja Kallas – eher randständig bleiben.

Ein ausgewogener Journalismus sollte nicht russische Propagandaformeln übernehmen, ohne sie kritisch zu prüfen. Der Eindruck, der Artikel diene eher der Verstärkung russischer Narrative als der Information der Leser, ist leider schwer von der Hand zu weisen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 15.04.2025, Seite 4, „Ärger über Aufnahmen aus Afghanistan“

Hallo NOZ Team,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 15.04.2025, Seite 4, „Ärger über Aufnahmen aus Afghanistan“.

Leserbrief: Menschen in Gefahr – und das christliche Gewissen der CDU?

Mit wachsendem Unverständnis verfolge ich die aktuellen Aussagen führender CDU-Politiker zur Aufnahme gefährdeter Menschen aus Afghanistan. Dass nun ausgerechnet die CDU, die sich selbst als „christliche“ Partei bezeichnet, fordert, die Evakuierungsflüge für Menschen zu stoppen, denen Deutschland eine verbindliche Aufnahmezusage gegeben hat, ist nicht nur kurzsichtig – es ist zutiefst beschämend.

Hier geht es nicht um anonyme „Flüchtlingszahlen“, sondern um konkrete Menschen: ehemalige Ortskräfte, Frauenrechtlerinnen, Menschenrechtsanwälte – all jene, die auf Deutschland vertraut und im Vertrauen auf unsere Hilfe ihr Leben riskiert haben. Viele von ihnen stehen nun auf Todeslisten der Taliban, weil sie sich für demokratische Werte und an der Seite deutscher Institutionen eingesetzt haben.

Diese Menschen jetzt im Stich zu lassen, wäre nicht nur ein Bruch des politischen Wortes, sondern auch ein moralisches Versagen. Wo bleibt in dieser Debatte der christliche Anspruch der CDU? Was ist mit Nächstenliebe, mit Verantwortung und dem Schutz der Schwächsten?

Dass die scheidende Außenministerin Baerbock versucht, ihre Verpflichtung gegenüber diesen Menschen noch umzusetzen, verdient Respekt – nicht den zynischen Vorwurf, sie handle „verbohrt“. Wer Versprechen gibt, muss sie halten. Das gilt auch und gerade für einen Rechtsstaat.

Wer das Vertrauen dieser Menschen missbraucht, beschädigt auch das internationale Ansehen Deutschlands. Die Debatte sollte nicht von parteitaktischen Erwägungen getrieben sein, sondern von Menschlichkeit und Anstand – zwei Prinzipien, die eigentlich auch im C der CDU verankert sein sollten.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Artikel „Tiny Houses – mehr Schein als Sein“ aus der NOZ vom 14. April.

Hallo NOZ Team,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Artikel „Tiny Houses – mehr Schein als Sein“ aus der NOZ vom 14. April.

Julia Falkenbach bringt mit ihrer Kritik an Tiny Houses einige wichtige Punkte zur Sprache: Die Wohnform ist für viele keine realistische Lösung, wenn es um dauerhafte Familienplanung, Pflege von Angehörigen oder den Platzbedarf im Alltag geht. Ihre Befürchtung, jungen Menschen werde ein Rückzug ins „Minimalistische“ als neue Normalität verkauft, ist nachvollziehbar.

Doch die Argumentation greift aus meiner Sicht zu kurz. Tiny Houses pauschal als „Mini-Butzen“ abzuwerten, verkennt die Vielfalt an Lebensentwürfen und Wohnbedürfnissen in unserer Gesellschaft. Nicht jeder strebt das klassische Einfamilienhaus mit Garten an. Für Alleinstehende, digitale Nomaden, Senioren oder bewusst minimalistisch lebende Menschen können Tiny Houses sehr wohl eine sinnvolle Option sein – ökologisch, ökonomisch und sozial.

Statt Tiny Houses als Symbol gescheiterter Aufstiegschancen zu brandmarken, sollten wir über flexible Wohnkonzepte und differenzierte Stadtentwicklung sprechen. Die eigentliche Kritik sollte sich nicht gegen kleine Häuser richten, sondern gegen fehlende politische Anreize für bezahlbaren Wohnraum – ob klein oder groß. Wer Tiny Houses sinnvoll in innovative Wohnprojekte, Genossenschaften oder Zwischennutzungen einbindet, kann durchaus neue Wege gehen, ohne in Resignation zu verfallen.

Nicht das Hausformat ist das Problem, sondern das fehlende System dahinter.

Mit freundlichen Grüßen

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