Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Zeitgeschehen (Seite 7 von 20)

Leserbrief zum Thema Chatkontrolle, NOZ, Seite 7, 7. Oktober 2025, Katrin Pribyl

Sehr geehrte Redaktion,  sehr geehrte Frau Pribyl,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Thema Chatkontrolle, NOZ, Seite 7, 7. Oktober 2025.

Die NOZ-Artikel zur sogenannten Chatkontrolle erwecken den Eindruck, Kinderschutzorganisationen forderten ein automatisches Durchleuchten privater Nachrichten. Das ist schlicht falsch. Der Deutsche Kinderschutzbund, wie auch viele Fachverbände, lehnt die geplante EU-Chatkontrolle ausdrücklich ab. Er fordert mehr Prävention, Aufklärung und besser ausgestattete Jugendämter, nicht die Schwächung digitaler Grundrechte.

Die EU-Verordnung würde es erlauben, dass Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Signal private Chats und Bilder automatisiert durchsuchen, also ein technisches System schaffen, das einer anlasslosen Überwachung aller Bürgerinnen und Bürger gleichkommt. Dieses sogenannte Client-Side-Scanning untergräbt Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und gefährdet damit nicht nur die Privatsphäre, sondern auch die IT-Sicherheit aller. Wer Verschlüsselung aufweicht, öffnet Einfallstore für Missbrauch, auch durch Kriminelle.

Kinderschutz darf nicht zum Vorwand für Massenüberwachung werden. Effektiver Schutz vor sexualisierter Gewalt entsteht durch Prävention, internationale Zusammenarbeit, qualifizierte Ermittler und digitale Bildung, nicht durch das Durchsuchen von Familienchats und Urlaubsfotos.

Die Bundesregierung sollte klar Nein sagen zur Chatkontrolle, im Interesse unserer Kinder und unserer Grundrechte.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zu: „Dann hätte er (Donald Trump) den Nobelpreis verdient“(NOZ, 6. Oktober, Seite 1), Sören Becker

Der Leserbrief widerspricht der Idee, Donald Trump könne den Friedensnobelpreis verdienen, und verweist auf seine Lügen, seine Rolle bei der Kapitol-Attacke und seine konfliktverschärfende Außenpolitik.

Sehr geehrte Redaktion,  sehr geehrter Herr Becker, 

hier erhalten Sie meinen Leserbrief zum Kommentar Dann hätte er den Nobelpreis verdient (NOZ, 6. Oktober, Seite 1).

Beckers Gedanke, Donald Trump könne den Friedensnobelpreis verdienen, verkennt die Realität. Trump ist ein verurteilter Straftäter und notorischer Lügner, der über 30.000 Falschbehauptungen verbreitet hat. Er hat den Sturm auf das Kapitol mit angeheizt, demokratische Institutionen geschwächt und sein Verteidigungsministerium zynisch in Kriegsministerium umbenannt.

Auch außenpolitisch hat Trump Konflikte verschärft: mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem, der Kürzung von Hilfen für Palästinenser und der einseitigen Parteinahme für Israel.

Wer Lüge, Spaltung und Drohung als politische Mittel nutzt, ist kein Friedensstifter, und schon gar kein Kandidat für den Friedensnobelpreis.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ-Meinung „Wo die AfD Recht hat“ vom 4. Oktober 2025

Der Leserbrief kritisiert den Kommentar „Wo die AfD Recht hat“ dafür, AfD-Narrative unkritisch zu übernehmen, selektive Zahlen ohne Kontext zu präsentieren und so zur Normalisierung einer rechtsextremen Partei beizutragen.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Koch,

ich sende Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ-Meinung „Wo die AfD Recht hat“ vom 4. Oktober 2025.Der Kommentar „Wo die AfD Recht hat“ trägt zur weiteren Normalisierung einer Partei bei, die vom Verfassungsschutz in mehreren Landesverbänden als gesichert rechtsextrem gilt.

Statt kritisch zu beleuchten, wie gezielt die AfD den tragischen Fall von Friedland instrumentalisiert, übernimmt der Beitrag ihre Narrative nahezu unkommentiert. Selektive Zahlen zu Straftaten von Asylbewerbern werden ohne Kontext präsentiert, etwa ohne Hinweis darauf, dass es sich um Tatverdächtige, nicht Verurteilte handelt und dass viele Delikte interne Konflikte in Unterkünften betreffen. So entsteht ein verzerrtes Bild, das Ängste schürt statt aufzuklären.

Die scheinbare Ausgewogenheit („Nicht alle Asylbewerber sind kriminell, aber einige eben doch“) verschiebt den Diskurs subtil in Richtung AfD-Rhetorik. Der Text endet mit der Forderung, „die Politik müsse endlich Konsequenzen ziehen“, eine Formulierung, die exakt der Argumentationslinie der AfD folgt.

Gerade jetzt, wo über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren diskutiert wird, sollten Medien besonders verantwortungsvoll mit ihrer Sprache umgehen. Wer einer rechtsextremen Partei attestiert, „Recht zu haben“, ohne ihre gezielte Desinformation und Demokratiefeindlichkeit klar zu benennen, legitimiert sie indirekt.

Freier Journalismus darf Missstände benennen, aber er sollte nicht dazu beitragen, die Gegner der Demokratie zu normalisieren.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 1, Meinung Abschaffung Pflegestufe 1

Kritik an der Abschaffung von Pflegegrad 1: Streichen belastet Betroffene und Angehörige, erhöht langfristig Kosten und schwächt die Pflegeversicherung.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Prahle,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 1, Meinung Abschaffung Pflegestufe 1.Der Vorschlag, Pflegegrad 1 abzuschaffen, ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen. Gerade dieser niedrigste Pflegegrad hilft Menschen mit beginnender Demenz oder ersten körperlichen Einschränkungen und entlastet Angehörige. Wer diese kleine Unterstützung streicht, verhindert keine Kosten, sondern treibt die Betroffenen schneller in höhere Pflegegrade. Das ist kurzsichtig und unsozial.

Dass viele Leistungen nicht abgerufen werden, liegt an überbordender Bürokratie, nicht am fehlenden Bedarf. Statt zu streichen, müsste man den Zugang vereinfachen und Beratungsangebote stärken.

Zudem hätte eine Streichung fatale Nebenwirkungen: Wenn Angehörige die fehlende Unterstützung auffangen müssen, fallen sie dem Arbeitsmarkt als Fachkräfte und Steuerzahler aus. Was die Pflegeversicherung vermeintlich spart, verliert die Gesellschaft an Produktivität.

Die wahren Probleme der Pflegeversicherung werden so nicht gelöst. Solange nicht alle Einkommensgruppen einzahlen, bleibt das System ungerecht und unterfinanziert. Kürzungen bei den Schwächsten sind der falsche Weg und ein fatales Signal für die Zukunft der Pflege.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 4, Tilman Kuban fordert

Kritik an Tilman Kubans Vorschlag, Klimaziele zu senken: Rücknahme wäre unverantwortlich, gefährdet Zukunft, Arbeitsplätze und Freiheitsrechte kommender Generationen.

Sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 4, Kuban fordert.

Tilman Kuban fordert, die Klimaziele auf 80 Prozent zu senken. Das ist nicht pragmatisch, sondern verantwortungslos. Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 klar entschieden: Unzureichender Klimaschutz verletzt die Freiheitsrechte künftiger Generationen. Wer die Ziele zurückdreht, riskiert erneut ein verfassungswidriges Gesetz.

Auch Kubans Bild von „leeren Werkshallen“ ist irreführend. Erneuerbare Energien sind längst günstiger als Kohle oder Gas. Klimaschutz sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Demokratie, wer ihn verschleppt, zerstört genau das.

Wir schulden es unseren Nachkommen, jetzt konsequent zu handeln. Alles andere ist kurzsichtig und gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

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