Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Zeitgeschehen (Seite 8 von 20)

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Bahn im Fokus von Linksextremisten, Seite 4

Leserbrief kritisiert einseitige Darstellung linksextremer Gewalt auf Bahn-Infrastruktur, verweist auf fehlende Kontextualisierung rechtsextremer und ausländischer Bedrohungen.

Sehr geehrte Redaktion, 

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Bahn im Fokus von Linksextremisten, Seite 4.

Der Beitrag greift ausschließlich Einschätzungen von Verfassungsschutz und Polizei auf und zeichnet so ein einseitiges Bild. Sicherlich sind Anschläge auf Infrastruktur, wie jüngst auf Bahnstrecken oder Strommasten, gefährlich und zu verurteilen. Aber die Darstellung suggeriert, als seien Linksextremisten die Hauptgefahr.

Tatsächlich fehlen im Artikel wesentliche Kontexte: Auch rechtsextreme Täter haben in den vergangenen Jahren Anschläge auf Bahnanlagen oder Energieversorgung geplant, ebenso werden gezielt Sabotageakte durch ausländische Geheimdienste, insbesondere aus Russland, diskutiert. Diese Dimension wird jedoch nur am Rande erwähnt. Ebenso bleibt offen, wie groß der tatsächliche Anteil linksextremistisch motivierter Delikte an den genannten Zahlen ist.

Ohne diese Differenzierung entsteht eine Schlagseite: Es wirkt, als solle die Bedrohung durch Linksextremisten hervorgehoben werden, passend zum politischen Umfeld, in dem gerade das Kritis-Dachgesetz beraten wird. Hier wäre mehr journalistische Distanz und kritisches Hinterfragen notwendig gewesen, anstatt die Verlautbarungen der Sicherheitsbehörden unkommentiert zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 25.09.2025, Thema Julia Ruhs, Leserbriefe

Leserbrief kritisiert NOZ-Leserbriefe zu Julia Ruhs: Handwerkliche Mängel der Sendung werden ignoriert, stattdessen wird ein Zerrbild von „links-grüner Meinungsmacht“ verbreitet.

Sehr geehrte Redaktion,

hier mein Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 25.09.2025, zum Thema Ruhs und den beiden Leserbriefen von Morzfeld und Werner.

Die Leserbriefe von Herrn Morzfeld und Herrn Werner greifen erneut das Schlagwort von der „links-grünen Meinungsmacht“ auf und stilisieren Julia Ruhs zum Opfer. Das verschweigt aber den entscheidenden Punkt: Rund 250 NDR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter haben in einem internen Brief die Sendung „Klar“ wegen handwerklicher Mängel und fehlender Sorgfalt kritisiert. Es ging also nicht um die Unterdrückung einer Meinung, sondern um journalistische Standards.

Meinungsvielfalt ist Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, aber sie darf nicht auf Kosten von Fakten und Qualität gehen. Wer hier von „Meinungsterror“ spricht, macht es sich zu einfach.

Umso irritierender ist, dass die NOZ eine eigentlich beendete Personalentscheidung nun weiter mit neuen, einseitigen Leserbriefen am Köcheln hält. Damit wird nicht aufgeklärt, sondern ein Zerrbild verfestigt. Aufgabe einer Zeitung wäre es, die Debatte zu versachlichen, nicht sie künstlich zu befeuern.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 17.09.2025, Seite 2, Thema Praxisgebühr

Leserbrief zur NOZ: Die neue „Praxisgebühr“ ist eine unsoziale Lösung, die arme Patienten benachteiligt. Statt neue Gebühren zu erheben, sollte die Politik die wahren Strukturprobleme im Gesundheitswesen angehen und die Fehler der Vergangenheit korrigieren.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Jaquet,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 17.09.2025, Seite 2, Thema Praxisgebühr:

Die Debatte über eine neue „Praxisgebühr“ ist absurd. Schon früher hat sie nichts gebracht außer Bürokratie und Belastungen für Kranke. Eine „Kontaktgebühr“ wäre nichts anderes als eine unsoziale Drei-Klassen-Medizin: Wer Geld hat, geht zum Arzt, wer wenig hat, bleibt krank.

Dass die Kassen heute so klamm sind, ist auch das Erbe von Jens Spahn: Er ließ sie für teure Gesetze und Corona-Kosten bluten und zwang sie, ihre Rücklagen aufzuzehren. Jetzt will die CDU den Versicherten die Rechnung präsentieren.

Anstatt Patienten erneut zur Kasse zu bitten, sollte die Politik endlich die wahren Strukturprobleme im Gesundheitswesen lösen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 15.09.2025, Seite 2, Expertentalk Migration

Leserbrief zur NOZ: Der Bericht zum „Expertentalk“ zur Migration verzerrt das Bild von Geflüchteten und ignoriert wichtige Fakten. Statt Pauschalurteile zu wiederholen, sollte der Journalismus die tatsächlichen Herausforderungen wie Bürokratie und Integration beleuchten.

Sehr geehrte Redaktion,

Ihr Bericht über den „Expertentalk“ zur Migration ist leider alles andere als ausgewogen. Statt einer kritischen Analyse wurden fast ausschließlich die bekannten Zuspitzungen von Boris Palmer und Bernd Raffelhüschen wiedergegeben, beide seit Jahren für migrationsskeptische bis polemische Thesen bekannt.

So wird etwa das Bild gezeichnet, Geflüchtete seien überwiegend ein „Zuschussgeschäft“, faul oder gar kriminell. Dabei verschweigen die zitierten Stimmen, dass Erwerbsquoten von Syrern und Ukrainern stetig steigen, dass Integration Zeit braucht, und dass Fachkräftezuwanderung längst eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft ist. Auch Palmers Bürgergeld-Beispiel mit 4000 Euro für eine Familie wirkt plakativ, aber realitätsfern: Die durchschnittlichen Leistungen liegen deutlich niedriger.

Besonders problematisch ist die unkritische Übernahme von Kriminalitätsstatistiken, die pauschal ganze Nationalitäten stigmatisieren, ohne die bekannten Zusammenhänge (Alter, Geschlecht, sozioökonomische Lage) zu berücksichtigen. So wird Stimmung gemacht, nicht Aufklärung betrieben.

Es wäre Aufgabe des Journalismus, solchen Schlagworten Fakten gegenüberzustellen, statt sie ungebremst zu verstärken. Wer Integration als „nicht mehr zumutbar“ darstellt, lenkt von den eigentlichen Problemen ab: überbordender Bürokratie, schleppender Anerkennung von Abschlüssen und einem überhitzten Wohnungsmarkt.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 12.09.2025, „CDU verlangt Aus des Verbrennerverbots 2035“ Seite 7

Leserbrief zur NOZ: Das angebliche „Verbrennerverbot“ verschleiert die Realität. Ab 2035 sind nur noch neue Autos ohne fossile Brennstoffe zugelassen. Um die Klimaziele zu erreichen, ist eine Umstellung auf Elektromobilität notwendig – und sie bietet Chancen für die Branche.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Pribyl,

Ihr Artikel zum sogenannten „Verbrennerverbot“ erweckt den Eindruck, als stünde die europäische Autoindustrie kurz vor dem Kollaps. Dabei wird ein zentraler Punkt kaum erwähnt: Ein Verbot im eigentlichen Sinn gibt es gar nicht. Ab 2035 dürfen lediglich keine Neuwagen mehr zugelassen werden, die fossile Treibstoffe verbrennen. Bereits zugelassene Fahrzeuge bleiben im Betrieb, klimaneutrale E-Fuels bleiben ausdrücklich erlaubt. Das vielfach zitierte „Verbrennerverbot“ ist also ein politisch aufgeladenes Schlagwort, das mehr verschleiert als erklärt.

Im Artikel wird fast ausschließlich die Sicht der Autoindustrie und der CDU wiedergegeben. Dass die Regulierung nicht zufällig beschlossen wurde, sondern notwendig ist, um die europäischen Klimaziele einzuhalten und die Importabhängigkeit von Öl zu verringern, bleibt unerwähnt. Ebenso fehlt der Hinweis, dass viele Arbeitsplätze auch bei einer Umstellung auf Elektromobilität erhalten werden können, wenn die Branche rechtzeitig investiert.

Das Argument der „Technologieoffenheit“ wirkt ebenfalls verkürzt: E-Fuels sind extrem energieintensiv und auf absehbare Zeit teuer. Sie werden für Luft- und Schifffahrt dringend gebraucht, nicht für den massenhaften Betrieb von Pkw. Plug-in-Hybride haben sich in der Praxis als wenig klimafreundlich erwiesen.

Es ist verständlich, dass Industrie und Gewerkschaften Übergangsprobleme betonen. Doch wer die Debatte auf eine angeblich „existenzielle Bedrohung“ verengt, ignoriert, dass gerade klare Rahmenbedingungen Innovationen ermöglichen. Statt Rückschritten und Ausnahmen braucht Europa Planungssicherheit und Investitionen in Ladeinfrastruktur, erneuerbare Energien und neue Fertigungstechnologien. Nur so bleibt die Branche international konkurrenzfähig.

Mit freundlichen Grüßen

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