Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Zeitgeschehen (Seite 9 von 20)

NOZ vom Samstag, 12.09.2025, Seite 2, Charlie Kirk

Leserbrief zur NOZ: Der Tod von Charlie Kirk wird emotionalisiert, während rechte Gewalt in Deutschland oft kaum Beachtung findet. Warum wird ein US-Propagandist als Märtyrer inszeniert, während rechte Gewalt vor der eigenen Haustür ignoriert wird?

Sehr geehrte Redaktion,

Ihre ausführliche Berichterstattung über den Tod von Charlie Kirk und die Festnahme des Tatverdächtigen liest sich wie ein Heldenepos: Rosen, Kerzen, Trauerbilder, Zitate von Trump, Forderungen nach der Todesstrafe. Fast geht dabei unter, dass Kirk kein „unabhängiger Demokratiedebatten-Verfechter“ war, sondern ein zentraler Propagandist rechter Desinformation und Hetze (Turning Point USA).

Natürlich ist ein Anschlag zu verurteilen, aber warum diese Märtyrer-Inszenierung, während rechte Gewalt in Deutschland, die zahlenmäßig das weit größere Problem darstellt, oft kaum Schlagzeilen wert ist? Wer Trump ungefiltert zitieren darf, wenn er pauschal „die radikale Linke“ verantwortlich macht, wird unweigerlich Teil seiner Propaganda.

Meine Frage an die NOZ: Warum wird ein rechter Agitator in den USA seitenfüllend emotionalisiert, während rechtsextreme Netzwerke und Gewalt vor unserer eigenen Haustür oft nur Randnotizen bleiben?

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 06.09.2025, Seite 5, Ein Denken wie Lenin – T-Shirt Verfassungsschutz

Leserbrief zur NOZ: Die Empörung über das T-Shirt des Verfassungsschutzes lenkt von der echten Gefahr ab – dem Versuch, den Verfassungsschutz politisch zu diskreditieren.

Sehr geehrte Redaktion,

die Empörung über ein T-Shirt des niedersächsischen Verfassungsschutzes wirkt vorgeschoben. Ausgerechnet CDU, Werteunion und FDP, die sonst für Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner oder Palantir-Software eintreten, geben sich plötzlich als Hüter der Bürgerrechte.

Der Verdacht liegt nahe: Manche Konservative kritisieren den Verfassungsschutz weniger wegen eines missglückten Spruchs, sondern weil sie selbst durch seine Arbeit ins Visier geraten könnten, sei es bei der Beobachtung rechtsextremer Netzwerke oder der AfD.

Die eigentliche Gefahr für unsere Demokratie liegt nicht in einem flapsigen Werbespruch, sondern in dem Versuch, den Verfassungsschutz politisch zu diskreditieren.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum NZZ-Artikel Standortrisiko Klimawandel? in der NOZ von 3. September 2025 (Seite 4)

Der NZZ-Artikel relativiert die Klimakrise, indem er Fehler in einzelnen Studien auf das gesamte Fachgebiet ausweitet. Klimawissenschaft warnt unmissverständlich vor enormen Risiken – es ist gefährlich, diese Forschung zu diskreditieren.

Sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum NZZ-Artikel Standortrisiko Klimawandel? in der NOZ von 3. September 2025 (Seite 4).

Die NZZ wirft in ihrem Artikel „Standortrisiko Klimawandel?“ berechtigte Fragen zur Qualität einzelner Studien auf. Wissenschaft lebt vom Widerspruch, und Korrekturen sind Teil seriöser Forschung. Problematisch ist jedoch der Unterton: Aus den Fehlern einer Studie wird ein Generalverdacht gegenüber der gesamten Klimaforschung abgeleitet.

Wer so argumentiert, riskiert, den Eindruck zu erwecken, Klimawissenschaft sei insgesamt unsicher oder übertrieben, und dass Politik sich vorschnell auf „alarmistische“ Szenarien stütze. Genau diese Skepsis transportiert der Artikel, auch durch den Hinweis auf mögliche ökonomische „Vorteile“ der Erderwärmung. Damit wird weniger Wissenschaftskritik betrieben, sondern subtil die Notwendigkeit ambitionierter Klimapolitik relativiert.

Tatsächlich zeigt die Gesamtheit der Forschung, dass die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Risiken des Klimawandels enorm sind, auch wenn einzelne Modellrechnungen Fehler enthalten. Es wäre deshalb ehrlicher, nicht einzelne Patzer zu verallgemeinern, sondern die breite wissenschaftliche Evidenz darzustellen, die seit Jahrzehnten unmissverständlich vor hohen Kosten und irreversiblen Schäden warnt.

Mit der unkommentierten Übernahme des NZZ-Artikels relativiert die NOZ die Klimakrise und stellt die Glaubwürdigkeit der Forschung pauschal infrage.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 02.09.2025, Söders Behauptungen auf der Seite 1

Söders Kritik am Bürgergeld ist Heuchelei, während Abgeordnete sich Diätenerhöhungen gönnen. Gerechtigkeit beginnt bei den großen Vermögen, nicht bei den Bedürftigen. Auch die SPD sollte konsequent für soziale Sicherheit eintreten.

Sehr geehrte Redaktion,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 02.09.2025, Söders Behauptungen auf der Seite 1.

Markus Söder nennt den Sozialstaat „in dieser Form ungerecht“, und meint damit Kürzungen beim Bürgergeld. Das ist blanke Heuchelei. Gerade erst haben sich Abgeordnete die Diäten um mehrere Hundert Euro erhöht, deutlich mehr als ein Bürgergeldsatz im Monat. Wer so privilegiert ist, sollte nicht nach unten treten.

Ungerecht ist nicht, dass Bedürftige ein Minimum zum Leben erhalten, sondern dass große Gewinne und Vermögen weiterhin kaum belastet werden. Wer wirklich Gerechtigkeit will, muss oben anfangen, nicht bei den Schwächsten.

Auch die SPD täte gut daran, nicht in dieselbe Falle zu tappen und das Bürgergeld kleinzureden, sondern konsequent für soziale Sicherheit einzustehen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Artikel „Merz: Einschnitte im Sozialsystem – Thema Bürgergeld“, NOZ vom 01.09.2025, Seite 1

Bürgergeld stärkt die Realwirtschaft, während Steuererleichterungen für Reiche die Wirtschaft kaum fördern. Merz’ Einschnitte würden die ärmsten Bürger schwächen und die soziale Ungleichheit weiter vergrößern – ein ökonomisch unsinniger Schritt.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Grupe,

beigefügt mein Leserbrief zur im Betreff genannten Ausgabe der NOZ.

Im Artikel „Merz: Einschnitte im Sozialsystem“ wird erneut der Eindruck erweckt, das Bürgergeld sei eine untragbare Last. Auch der Kommentar von Leon Grupe weist zwar zurecht auf die Gefahr von Ausgrenzung hin, bleibt aber an der Oberfläche. Es geht nicht nur um Gerechtigkeit, sondern auch um schlichte ökonomische Vernunft.

Denn: Jeder Euro Bürgergeld fließt unmittelbar in den Wirtschaftskreislauf. Wer wenig hat, gibt sein Geld für Miete, Lebensmittel, Kleidung oder Nahverkehr aus, sichert damit Nachfrage, Arbeitsplätze und spült über die Mehrwertsteuer sogar Mittel zurück in die Staatskasse. Eine Milliarde Euro Bürgergeld erzeugt so fast denselben Effekt im Bruttoinlandsprodukt.

Ganz anders bei Steuererleichterungen für Top-Verdiener: Hier wandert der Großteil in Rücklagen, Aktien oder Immobilienblasen. Für die heimische Wirtschaft bringt das fast nichts. Kurz gesagt: Bürgergeld stärkt die Realwirtschaft, Reichen-Geschenke füttern nur die Spekulation.

Wenn also Friedrich Merz von „schmerzhaften Einschnitten“ spricht, dann heißt das im Klartext: den ärmsten Bürgern Kaufkraft entziehen, die Wirtschaft schwächen und soziale Spannungen verschärfen, während große Gewinne und Vermögen weiter unangetastet bleiben. Das ist nicht nur zutiefst ungerecht, sondern auch ökonomisch unsinnig.

Mit freundlichen Grüßen

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