Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Jonas Koch (Seite 1 von 2)

Leserbrief zu „Werden aktive AfD-Mitglieder jetzt entwaffnet?“ von Jonas Koch, NOZ vom 21.02.2026, Seite 5

Selbstzensur bei Jonas Ernst Koch und der NOZ. Drei Artikel über die AfD und kein einziges Mal „Rechtsextremismus“. Warum die Zeitung die Wahrheit weichspült.

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

in Ihrem heutigen Artikel „Werden aktive AfD-Mitglieder jetzt entwaffnet?“ (21.02.2026) beschreibt Jonas Ernst Koch, wie Innenministerin Daniela Behrens (SPD) die Entwaffnung von AfD-Mitgliedern fordert, weil diese einer „extremistischen Partei“ angehören, die „gegen die verfassungsmäßige Ordnung“ arbeitet. Doch ein zentraler Begriff fehlt konsequent: „Rechtsextremismus“.

Warum ist das problematisch?

1. Faktische Verharmlosung

Der Artikel zitiert zwar die sechs Gründe des Verfassungsschutzes (völkisches Volksverständnis, Queerfeindlichkeit, Rechtsstaatsdiffamierung, Vernetzung mit Rechtsextremisten etc.), doch statt diese als „Rechtsextremismus“ zu benennen, bleibt es bei „extremistisch“. Das ist keine Neutralität, sondern eine Verzerrung der Realität.

2. Scheinbare Ausgewogenheit, wo keine ist

Sie geben Schützenbund und CDU ausführlich Raum, um Behrens Forderung nach Entwaffnungen zu kritisieren, doch keine Expert:innen, die erklären, warum rechtsextreme Waffenbesitzer:innen ein reales Risiko darstellen. Das schafft den Eindruck, es gäbe zwei gleichberechtigte Positionen, obwohl die Gefahr durch rechtsextreme Akteure (Hanau, Halle, Christophsburger Plan) faktisch belegt ist.

3. Systematische Auslassung

In drei Artikeln zur AfD-Herstufung (19.02. und 21.02.2026) beschreiben Sie Merkmale von Rechtsextremismus, doch das Wort selbst fehlt durchgehend. Das ist kein Zufall, sondern ein Muster der Vermeidung, das die Tragweite der Einstufung verwässert.

Ihre Berichterstattung wirkt, als wolle die NOZ die AfD nicht beim Namen nennen, obwohl der Verfassungsschutz das sehr wohl tut. Das ist kein Neutralitätsgebot, sondern Selbstzensur.

Mit freundlichen Grüßen

Siehe hierzu auch:

Leserbrief „Rechtsextremismus der AfD. Warum schreibt die NOZ nicht, was der Verfassungsschutz sagt?“, Jonas Koch in der NOZ vom 19.02.2026

Frage zur NOZ vom 18.02.2026, Warum fehlt im NOZ-Artikel von Jonas Koch zur AfD der Begriff „Rechtsextremismus“?

Leserbrief „Rechtsextremismus der AfD. Warum schreibt die NOZ nicht, was der Verfassungsschutz sagt?“, Jonas Koch in der NOZ vom 19.02.2026

Warum traut sich die NOZ nicht, das Wort Rechtsextremismus gegenüber der AfD zu schreiben?

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

in Ihren beiden Artikeln vom 19.02.2026 zur Hochstufung der AfD durch den niedersächsischen Verfassungsschutz fehlt immer noch der zentrale Begriff, nämlich „Rechtsextremismus“.

Dabei ist dieser Begriff keine Meinung, sondern eine Tatsache. Das Innenministerium Niedersachsen ordnet die AfD explizit dem „Rechtsextremismus“ zu (siehe Pressemitteilung). Die sechs vom Verfassungsschutz genannten Gründe (völkisches Volksverständnis, Queerfeindlichkeit, Rechtsstaatsdiffamierung, Vernetzung mit Rechtsextremisten etc.) erfüllen alle Merkmale von Rechtsextremismus, Ihre Berichterstattung verschweigt das.

Meine Fragen an Sie:

1. Warum vermeiden Sie den Begriff „Rechtsextremismus“, obwohl er von der primären Quelle verwendet wird?

2. Handelt es sich um eine redaktionelle Entscheidung, oder um Rücksichtnahme auf mögliche Klagen der AfD?

3. Wie vereinbaren Sie es mit dem journalistischen Auftrag, Fakten unvollständig wiederzugeben?

Ihre Artikel wirken, als wolle die NOZ die AfD nicht beim Namen nennen, obwohl der Verfassungsschutz das sehr wohl tut. Das ist kein Neutralitätsgebot, sondern Selbstzensur.

Mit freundlichen Grüßen

Frage zur NOZ vom 18.02.2026, Warum fehlt im NOZ-Artikel von Jonas Koch zur AfD der Begriff „Rechtsextremismus“?

NOZ und der unsichtbare Rechtsextremismus. Wenn selbst der Verfassungsschutz klar benennt, was die lokale Presse lieber unter den Teppich kkehrt.

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

in Ihrem Artikel zur Hochstufung der AfD durch den niedersächsischen Verfassungsschutz wird ein zentraler Punkt ausgeblendet, der Begriff „Rechtsextremismus. Während Innenministerin Behrens (SPD) und die offizielle Pressemitteilung des Ministeriums die AfD explizit als „dem Rechtsextremismus zuzuordnend“ einstuften, vermeidet Ihr Text diese Einordnung vollständig.Meine Fragen:

  • Warum wurde dieser Begriff nicht übernommen, obwohl er von der primären Quelle stammt?
  • Liegt dem eine redaktionelle Linie zugrunde oder handelt es sich um ein Versehen?

Lesende erwarten sicherlich, dass die NOZ Fakten vollständig und kontextualisiert wiedergibt, besonders bei Themen von demokratischer Relevanz. Eine Erklärung Ihrer Entscheidung wäre daher wünschenswert.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu „Der Norden am Tropf des Südens – Söder hat Recht – zumindest teilweise“ von Jonas Koch, NOZ vom 02.02.2026, Seite 1

Warum der Vorwurf von Söder, der Norden hänge „am Tropf des Südens“, auf verkürzten Vergleichen und politischem Framing beruht.

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

der Kommentar von Jonas E. Koch zum Länderfinanzausgleich wirkt ausgewogen, stützt aber bei näherem Hinsehen vor allem Markus Söders Kritik mit verkürzten Argumenten.

Der Vergleich von Transferzahlungen mit den Gesamtetats der Länder ist irreführend. Haushalte sind weitgehend vorgebunden, der Wegfall von Milliarden würde nicht folgenlos verpuffen, sondern vor allem Kommunen und Investitionen treffen. Ob „eine Schule schließen müsste“, ist daher ein rhetorischer Strohmann, kein ernsthaftes Argument.

Problematisch ist auch der unbelegte Verdacht, Nordländer verwendeten Ausgleichsmittel für „politische Sonderwünsche“. Der Länderfinanzausgleich ist nicht zweckgebunden, konkrete Ausgaben lassen sich ihm nicht seriös zuordnen. Zudem werden mit Klimaschutz, Gleichstellung und Kultur auffällig selektiv genau jene Bereiche kritisiert, die politisch umstritten sind, nicht aber andere freiwillige Leistungen.

Wer den Länderfinanzausgleich reformieren will, sollte ehrlich über Effizienz und Anreize diskutieren. Ihn jedoch moralisch zu delegitimieren, indem Solidarität als Unterhalt geframt wird, hilft weder der Debatte noch dem föderalen Zusammenhalt.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu „Populisten bleiben Populisten“ von Jonas Koch, NOZ vom 02.01.2026, Seite 7

Kritik an der NOZ: Warum soziale Kritik kein Populismus ist und die Gleichsetzung von Linkspartei und AfD eine gefährliche falsche Symmetrie darstellt.

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

der Meinungsbeitrag „Populisten bleiben Populisten“ von Jonas Koch leidet an einem zentralen analytischen Fehler. Er setzt linke Sozialpolitik und rechten Demokratieabbau unter dem Schlagwort „Populismus“ faktisch gleich und erzeugt damit eine falsche Symmetrie.

Wenn die Linke steigende Mieten, hohe Lebensmittelpreise und stagnierende Einkommen benennt, ist das kein Populismus, sondern die Beschreibung realer, statistisch belegbarer Probleme. Populismus beginnt nicht bei klarer Sprache, sondern dort, wo komplexe Ursachen bewusst verfälscht, Minderheiten zu Sündenböcken erklärt und demokratische Institutionen delegitimiert werden. Genau das unterscheidet linke Parteien fundamental von rechten Populisten.

Die Gleichsetzung „beide Ränder kochen nach dem gleichen Rezept“ mag rhetorisch gefällig sein, ist politisch aber irreführend. Die AfD bekämpft den pluralistischen Verfassungsstaat, die Linke streitet (ob man ihre Positionen teilt oder nicht) innerhalb dieses Rahmens für Umverteilung und soziale Sicherung. Wer diesen Unterschied verwischt, banalisiert die tatsächliche Gefahr für die Demokratie.Problematisch ist zudem der inflationäre Gebrauch des Populismusbegriffs. Wenn bereits verständliche Sprache, Social-Media-Präsenz und der Verzicht auf technokratische Worthülsen als Populismus gelten, bleibt von seriöser politischer Kommunikation kaum noch etwas übrig. Dann ist nicht Populismus das Problem, sondern eine politische Mitte, die sich zu lange hinter Verwaltungssprache versteckt hat.

Dass demokratische Parteien Wähler zurückgewinnen können, ist richtig. Dafür braucht es aber keine pauschale Populismusdiagnose, sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit sozialen Realitäten, und die klare Unterscheidung zwischen demokratischer Interessenpolitik und autoritärer Stimmungsmache.

Mit freundlichen Grüßen

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