Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Kategorie: Die rechtsextreme AfD (Seite 4 von 5)

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 02.08.2025, Seite 3, Artikel Fußpilz AfD 

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Grupe,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 02.08.2025, Seite 3, Artikel Fußpilz AfD.

Wieder einmal gibt die NOZ der AfD reichlich Raum für ihre Opferinszenierung, diesmal zur Verbotsdebatte. Besonders irritierend: Die Behauptung, ein AfD-Verbot sei „politisch schwer durchsetzbar“, wenn eine Mehrheit der Bürger dagegen sei. Doch Grundrechte und Verfassungsprinzipien stehen nicht zur Abstimmung. Ein Parteiverbotsverfahren ist keine Frage der Stimmungslage, sondern des Rechtsstaats. Wer suggeriert, Bundestag oder Bundesregierung müssten sich dem „Bürgerwillen“ beugen, verkennt das Wesen unserer Demokratie: Sie schützt sich, notfalls auch gegen Mehrheiten, vor extremistischen Feinden. Alles andere wäre Kapitulation.

Wer das ignoriert, redet der Aushöhlung des Rechtsstaats das Wort und spielt der AfD direkt in die Hände.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zum Kommentar Weidel, Brosius-Gersdorf und der Kulturkampf um die AfD von Michael Clasen, NOZ vom 24.07.2025, Seite 1

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Clasen,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Kommentar Weidel, Brosius-Gersdorf und der Kulturkampf um die AfD von Michael Clasen, NOZ vom 24.07.2025, Seite 1.

Herr Clasen beklagt in seinem Kommentar einen Kulturkampf gegen die AfD, und beteiligt sich selbst daran, indem er demokratischen Protest gegen Rechtsextremismus mit gezielter Desinformation und verfehlten Maßstäben diffamiert.

Erstens insinuiert Clasen eine „Absprache“ zwischen Protestierenden, Polizei und ARD, eine haltlose Behauptung, die er mit keinem Beleg unterfüttert. Statt journalistischer Einordnung bedient er Verschwörungsnarrative, wie sie sonst von der AfD verbreitet werden. Das ist unseriös und gefährlich.

Zweitens verdreht Clasen die Verhältnisse: Proteste gegen gesichert rechtsextreme Politiker wie Frau Weidel gleichzusetzen mit einem hypothetischen Angriff von Neonazis auf SPD oder Grüne ist eine absurde Gleichsetzung von Demokratie und ihren Feinden. Demokratie darf sich wehrhaft zeigen, auch mit Protestformen, die nicht allen gefallen. Der Ruf nach „Fairness“ für Antidemokraten verkennt die historische und politische Verantwortung.

Drittens verharmlost Clasen die AfD, wenn er das von Verfassungsschutz und Gerichten festgestellte rechtsextreme Potenzial der Partei ausblendet. Stattdessen unterstellt er der SPD „Aktivismus“, weil sie eine profilierte Juristin für das Bundesverfassungsgericht vorschlägt. Dabei unterliegt jeder Vorschlag einem demokratischen Verfahren. Brosius-Gersdorfs juristische Qualifikation wird nicht in Frage gestellt, ihre Haltung zu einem AfD-Verbot ist legitim und keineswegs Beleg für mangelnde Unabhängigkeit.

Viertens suggeriert Clasen, ein Parteiverbotsverfahren sei „blinder Aktivismus“. Dabei ist ein solches Verfahren an hohe Hürden gebunden, Hürden, die gerade den Missbrauch verhindern sollen. Dass Clasen diese rechtsstaatlichen Verfahren mit „Kaltstellung missliebiger Gegner“ gleichsetzt, stellt eine besorgniserregende Delegitimierung demokratischer Institutionen dar.

Schließlich fordert Clasen von „etablierten Parteien“, mehr Wähler zu überzeugen. Das ist richtig, doch verkennt er, dass gerade Aufklärung über die Gefahren der AfD und deutlicher Protest Teil einer lebendigen demokratischen Auseinandersetzung sind. Wer Protest als „Gefahr für die Demokratie“ etikettiert, stellt letztlich das Recht auf Widerspruch infrage, und hilft denen, die Demokratie von innen heraus zerstören wollen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zum Artikel Schutz Kongress AfD, NOZ vom Samstag, 05.07.2025, Seite 5…Wie oft will sich die NOZ noch vor den AfD-Karren spannen lassen?

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Koch, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Artikel Schutz Kongress AfD, NOZ vom Samstag, 05.07.2025, Seite 5, verbunden mit der Frage, wie oft sich die NOZ noch vor den AfD-Karren spannen lassen will?

Erneut präsentiert die NOZ die AfD in wohlwollendem Licht, diesmal im Artikel zum sogenannten „Kinderschutzkongress“ in Hannover. Anstatt klar zu benennen, dass hier Rechtsextreme mit dem Vorwand des Kinderschutzes gegen Aufklärung und Vielfalt hetzen, übernimmt der Bericht brav AfD-Zitate, ohne Einordnung, ohne Widerspruch. Kein Wort zur Instrumentalisierung des Kinderschutzes, keine kritischen Stimmen von Fachverbänden, kein Hinweis auf die menschenfeindliche Rhetorik, die hinter dem Begriff der „Frühsexualisierung“ steckt.

Besonders irritierend: Das ist kein Ausrutscher, sondern reiht sich ein in eine wachsende Serie von Beiträgen, in denen die NOZ der AfD bereitwillig Raum bietet. Erst kürzlich wurde der Partei nahezu eine ganze Seite eingeräumt, komplett unkritisch, als würde es sich um eine normale demokratische Kraft handeln.

Die NOZ muss sich fragen lassen, welchen Beitrag sie zum öffentlichen Diskurs leisten will: Aufklärung oder Anbiederung? Gerade in Zeiten, in denen der Verfassungsschutz vor rechtsextremen Bestrebungen innerhalb der AfD warnt, ist journalistische Neutralität keine Ausrede mehr für politische Harmlosigkeit. Wer rechtsextreme Narrative abdruckt, ohne sie zu hinterfragen, macht sich mitschuldig an ihrer Normalisierung.

Es braucht keine weitere Bühne für die AfD. Es braucht eine kritische Presse, die Haltung zeigt. Die NOZ ist derzeit weit davon entfernt.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ-Ausgabe vom 4. Juli 2025: „Es ist noch nicht so weit – Alexander Gauland und die AfD“, Seite 3

Guten Tag, sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ-Ausgabe vom 4. Juli 2025: „Es ist noch nicht so weit – Alexander Gauland und die AfD“, Seite 3.

Mit großem Befremden habe ich in der Freitagausgabe der NOZ die ganzseitige Interviewstrecke mit Alexander Gauland gelesen. Es irritiert mich zutiefst, dass einem führenden Vertreter einer vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften Partei eine derart breite und unkommentierte Bühne geboten wird.

Die AfD steht für rassistische, demokratiefeindliche und revisionistische Positionen. Dass Alexander Gauland den Holocaust als „Vogelschiss in der deutschen Geschichte“ bezeichnete, dass Höcke von einer erinnerungspolitischen „180-Grad-Wende“ spricht und sich Parteivertreter wie Helferich selbst als das „freundliche Gesicht des NS“ bezeichnen, sind keine Ausrutscher, sondern Ausdruck einer ideologischen Linie. Diese Partei will nicht gestalten, sie will spalten, sie schürt Ängste, untergräbt den gesellschaftlichen Zusammenhalt und verachtet die freiheitlich-demokratische Grundordnung.

Umso erschreckender ist es, dass die NOZ, ein Medium mit journalistischer Verantwortung, diesem ideologischen Projekt eine Plattform bietet, ohne kritisch zu hinterfragen oder wenigstens einordnende Kommentare beizustellen. Es genügt nicht, einen Funktionär wie Gauland einfach reden zu lassen. Es ist die Pflicht eines unabhängigen Journalismus, antidemokratische Aussagen zu hinterfragen, zu kontextualisieren und den Leserinnen und Lesern eine fundierte Einordnung zu ermöglichen.

Ein Interview mit einem Rechtsextremen, das ohne kritische Distanz daherkommt, wird nicht zur Aufklärung, sondern zur Normalisierung seiner Positionen beitragen. Es wird Leserinnen und Leser möglicherweise in der Wahrnehmung bestätigen, dass man mit solchen Ansichten offenbar ganz legitim in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, und das ist gefährlich.

Gerade in Zeiten, in denen unsere Demokratie unter Druck steht, braucht es Haltung, nicht Zurückhaltung. Die AfD ist keine normale Partei. Und Medien wie die NOZ sollten sie auch nicht so behandeln.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 30.06.2025, Meinung Thomas Ludwig, AfD-Verbot, Seite 1

Hallo NOZ Team,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Montag, 30.06.2025, Meinung Thomas Ludwig, AfD-Verbot, Seite 1.Sehr geehrte Redaktion,

sehr geehrter Herr Ludwig,

ich halte Ihre Warnung vor einem AfD-Verbotsverfahren für grundfalsch. Nicht die SPD bewegt sich auf dünnem Eis, es ist unsere Demokratie selbst, die zunehmend unterspült wird. Wer meint, aus Sorge vor politischer „Krise“ dürfe man eine nachweislich rechtsextreme Partei nicht verbieten, stellt taktisches Kalkül über den Schutz unserer Verfassung.

Gerade die deutsche Geschichte hat uns gelehrt, dass Demokratien nicht durch Putsch, sondern durch Gleichgültigkeit und schleichende Aushöhlung scheitern. Die AfD will den Rechtsstaat nicht reformieren, sondern zersetzen. Dass sie dabei Rückhalt in Teilen der Bevölkerung findet, macht die Bedrohung nur größer, nicht legitimer.

Ein Parteiverbot ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Verantwortungsbewusstsein. Es ist höchste Zeit, klar zu benennen, wer unsere Demokratie angreift, und ebenso klar zu handeln.

Mit besorgten Grüßen

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