Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Schlagwort: Charlie Kirk

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 26.09.2025, Seite 3, Rosenkranzrevolte, Charlie Kirk

Leserbrief kritisiert NOZ-Berichterstattung zur „Rosenkranz-Revolte“ in den USA: Text stilisiert religiöse Aktivisten (Charlie Kirk), statt nüchtern zu analysieren.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ebert,

eine ganze Seite widmen Sie der vermeintlichen „Rosenkranz-Revolte“ in den USA. Was Sie als warnende Analyse einer drohenden Theokratie anlegen, liest sich jedoch mehr wie eine fasziniert-ausführliche Hommage an Frömmigkeit und religiösen Aufbruch.

Mit pathetischen Bildern, Vergleichen bis ins Mittelalter und langen Exkursen über katholische Tradition entsteht ein Text, der weniger kritische Distanz als bewundernde Aura vermittelt. Charlie Kirk und seine Anhänger werden so unfreiwillig in eine Märtyrer- und Glaubenspose erhoben, genau jene Mythenbildung, die religiös-nationalistische Bewegungen selbst betreiben.

Gerade weil religiöse Symbolik in den USA gezielt zur politischen Mobilisierung eingesetzt wird, braucht es nüchterne Einordnung, nicht Erzählungen, die diese Aufladung noch verstärken. Das Gefährliche an Kirks Weltbild liegt nicht in seiner „Frömmigkeit“, sondern darin, dass er Religion als Waffe im Kulturkampf missbrauchte.

Wenn die NOZ diesem Phänomen eine ganze Seite widmet, sollte das kritische Analyse sein, nicht religiöse Dramaturgie.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 20.09.2025, Seite 3, Evangelium nach Kirk

Leserbrief kritisiert NOZ-Kommentar zu Charlie Kirk: Religiöse Verklärung und Heiligenschein-Rhetorik überdecken gefährliche Hetze und Kulturkampf.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ebert,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 20.09.2025, Seite 3, Evangelium nach Kirk.

Philipp Ebert beschreibt das Attentat auf Charlie Kirk, als ginge es um einen modernen Märtyrer. Indem er KI-Bilder mit Heiligenschein zitiert und Kirks Predigten ausführlich ausbreitet, verstärkt er eher die religiöse Verklärung als dass er sie kritisch einordnet.

Dabei sind Kirks Botschaften alles andere als harmlos: Hetze gegen Feminismus, die Gleichsetzung von Abtreibung mit Auschwitz, oder das Spiel mit Rassismus-Vorurteilen sind keine „Frömmigkeit“, sondern gefährlicher Kulturkampf. Wer das in eine Aura der Heiligsprechung kleidet, trägt zur Mythenbildung bei.

Kirk war kein Heiliger, sondern ein Agitator, und genau so sollte man ihn auch benennen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 18.09.2025, Seite 2, Meinung Ewert zu Charlie Kirk

Mitgefühl für Gewaltopfer ist wichtig, aber die unkritische Verklärung von Charlie Kirk als Opfer verschleiert seine Rolle in der radikalen Rechten. Es ist wichtig, politische Verantwortung zu zeigen und die Gefahren rechter Ideologien nicht zu verharmlosen.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ewert,

Sie haben völlig recht: Mitgefühl darf niemandem abgesprochen werden, das gilt für jedes Opfer von Gewalt, ganz gleich, welche politische Haltung es zu Lebzeiten vertreten hat. Doch Ihre Kolumne zum Mord an Charlie Kirk hinterlässt einen schiefen Eindruck.

Indem Sie ausführlich die „christliche Geste“ von Felix Nmecha verteidigen, blenden Sie die entscheidende Dimension aus: Kirk war nicht einfach ein Familienvater oder „Aktivist“, sondern eine Schlüsselfigur der US-amerikanischen radikalen Rechten, die systematisch gegen Minderheiten hetzte und das demokratische System schwächte. Ihn kritiklos als Opfer zu verklären, ohne seine Rolle in diesem Klima politischer Verrohung zu benennen, verzerrt das Bild.

Natürlich darf ein Sportler „Ruhe in Frieden“ wünschen. Aber es ist ebenso legitim, dass Fans und Vereine sensibel reagieren, wenn dabei eine politische Agenda mitschwingt. Das ist keine „Sanktionierung des Christentums“, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung.

Mitgefühl ja, aber bitte ohne Verklärung. Wer die gefährliche Wirkung von Figuren wie Kirk unterschlägt, trägt dazu bei, dass rechte Gewalt und Ideologien weiter verharmlost werden.

Mit freundlichen Grüßen

NOZ vom Samstag, 12.09.2025, Seite 2, Charlie Kirk

Leserbrief zur NOZ: Der Tod von Charlie Kirk wird emotionalisiert, während rechte Gewalt in Deutschland oft kaum Beachtung findet. Warum wird ein US-Propagandist als Märtyrer inszeniert, während rechte Gewalt vor der eigenen Haustür ignoriert wird?

Sehr geehrte Redaktion,

Ihre ausführliche Berichterstattung über den Tod von Charlie Kirk und die Festnahme des Tatverdächtigen liest sich wie ein Heldenepos: Rosen, Kerzen, Trauerbilder, Zitate von Trump, Forderungen nach der Todesstrafe. Fast geht dabei unter, dass Kirk kein „unabhängiger Demokratiedebatten-Verfechter“ war, sondern ein zentraler Propagandist rechter Desinformation und Hetze (Turning Point USA).

Natürlich ist ein Anschlag zu verurteilen, aber warum diese Märtyrer-Inszenierung, während rechte Gewalt in Deutschland, die zahlenmäßig das weit größere Problem darstellt, oft kaum Schlagzeilen wert ist? Wer Trump ungefiltert zitieren darf, wenn er pauschal „die radikale Linke“ verantwortlich macht, wird unweigerlich Teil seiner Propaganda.

Meine Frage an die NOZ: Warum wird ein rechter Agitator in den USA seitenfüllend emotionalisiert, während rechtsextreme Netzwerke und Gewalt vor unserer eigenen Haustür oft nur Randnotizen bleiben?

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu Michael Clasens Kommentar „Attentat auf Charlie Kirk: Gefahr für Demokratie und Freiheit“ (NOZ, 11.09.2025)

Trump und Kirk sind keine „ultra-konservativen Aktivisten“, sondern zentrale Figuren der radikalen Rechten. Ihre Hetze und antidemokratischen Narrative gefährden die Demokratie – die wahre Bedrohung wird durch das Verschweigen verharmlost.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Clasen,

Ihr Kommentar verkennt die politische Realität. Donald Trump und Charlie Kirk sind keine „ultra-konservativen Aktivisten“, sondern zentrale Figuren der radikalen Rechten. Trump hat mit Lügen über die Wahl, systematischer Diffamierung der Presse und autoritären Drohungen die Grundlagen der Demokratie angegriffen. Kirk wiederum hat als Gründer von Turning Point USA gezielt Desinformation, Hetze gegen Minderheiten und antidemokratische Narrative verbreitet.

Wer beide vor allem als Opfer darstellt und „Cancel Culture“ von links zum Kernproblem erklärt, verharmlost die eigentliche Bedrohung: den Rechtsextremismus, der weltweit Demokratien untergräbt. Gewalt ist niemals zu rechtfertigen, aber ebenso wenig das Verschweigen der Rolle jener, die das Klima der Spaltung selbst massiv befeuert haben.

Mit freundlichen Grüßen