Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Schlagwort: ÖRR

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 16.10.2025, Meinung Clasen Seite 1, Rundfunkbeitrag

Der Leserbrief kritisiert Clausens Gebrauch des Begriffs „Zwangsbeitrag“ als Übernahme rechtspopulistischer Narrative und fordert faktenbasierte Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk statt manipulativer Rhetorik.

Sehr geehrte Redaktion,  sehr geehrter Herr Clasen,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 16.10.2025, Meinung Clasen auf Seite 1.

Herr Clasen nennt den Rundfunkbeitrag mehrfach „Zwangsbeitrag“, einen Begriff, der längst zum festen Repertoire rechtspopulistischer Kampagnen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehört. Wer ihn übernimmt, übernimmt auch deren Frame: den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als illegitimen Zwangsapparat darzustellen, statt als verfassungsrechtlich gesichertes Gemeingut, das Demokratie und Medienvielfalt sichern soll.

Clasen inszeniert eine arhetorisch „linke Schlagseite“ bei ARD und ZDF, ohne jeden Beleg. Die rhetorische Frage „Kennen Sie jemanden, der klagt, dass ARD und ZDF zu rechts berichten?“ ersetzt keine Analyse, sie soll Zustimmung erzwingen. So wird ein subjektiver Eindruck zur objektiven Wahrheit aufgebläht.

Reformbedarf mag es geben, aber wer Reformen mit der Drohung eines Systemabbruchs verknüpft (Aufkündigung des Rundfunkstaatsvertrags), spielt bewusst mit dem Misstrauen, das von rechts seit Jahren geschürt wird.

Kritik am ÖRR ist notwendig, aber bitte faktenbasiert, nicht mit Narrativen, die an den Rändern der Demokratie kultiviert werden. Wer journalistische Verantwortung trägt, sollte sich solcher Schlagworte enthalten, statt sie weiter zu normalisieren.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zum Kommentar von Burkhard Ewert, NOZ vom Donnerstag, 02.10.2025, Seite 2, Fall Julia Ruhs

Der Leserbrief kritisiert Burkhard Ewerts Kommentar zum Fall Julia Ruhs, weil er eine journalistische Qualitätsfrage zur ideologischen Systemkritik am ÖRR umdeutet und damit gängige anti-öffentlich-rechtliche Narrative bedient.

Sehr geehrte Redaktion,

hier erhalten Sie meinen Leserbrief zum Kommentar von Burkhard Ewert, NOZ vom Donnerstag, 02.10.2025, Seite 2, Fall Ruhs. Burkhard Ewert erklärt den Fall Julia Ruhs zum Beleg einer „linksgrünen Schlagseite“ des NDR. Doch er verschweigt Wesentliches: Rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senders haben in einem offenen Brief kritisiert, dass die Sendung „Klar“ journalistisch unsauber gearbeitet habe. Es ging also nicht darum, konservative Positionen zu unterdrücken, sondern darum, Mindeststandards einzuhalten.

Wer dies ignoriert, macht aus einer internen Qualitätsfrage eine Systemkritik am Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk. Statt differenziert zu analysieren, inszeniert Ewert einen Kulturkampf, und liefert damit genau die Schlagworte, mit denen seit Jahren Stimmung gegen den ÖRR gemacht wird.

Meinungsvielfalt ist wichtig. Aber Meinungsvielfalt heißt nicht, dass jede Meinung, egal wie einseitig oder mangelhaft recherchiert, eine Sendeplattform beanspruchen darf. Aufgabe von Journalismus ist es, Fakten sauber aufzubereiten, nicht, Schlagseite als „Vielfalt“ zu verkaufen.

Mit freundlichen Grüßen