Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Schlagwort: söder

Leserbrief zu „Als CSU-Chef bei Parteitag wiedergewählt – Söder setzt auf Versöhnung“ von Rena Lehmann, NOZ vom 13.12.2025, Seite 4

Kritische Einordnung des Söder-Kommentars von Rena Lehmann: Opportunismus statt Versöhnung, fragwürdiger Respekt für Dobrindt und politische Verantwortungslosigkeit.

Hallo NOZ, hallo Frau Lehmann,

der Hinweis im Kommentar von Rena Lehmann, Alexander Dobrindt werde über Unionskreise hinaus „geschätzt und respektiert“, wirkt erklärungsbedürftig. Wofür genau dieser Respekt stehen soll, bleibt offen. Gerade seine aktuelle Rolle in der Migrationspolitik wirft erhebliche moralische und rechtliche Fragen auf. Besonders beschämend ist der Umgang mit jenen afghanischen Ortskräften, denen Deutschland als Dank für ihre jahrelange Unterstützung der Bundeswehr Schutz zugesagt hat, Zusagen, die nun faktisch zur Disposition gestellt werden. Das beschädigt nicht nur Vertrauen, sondern auch die außenpolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands.

Auch ein Blick zurück relativiert das positive Bild, Dobrindts Amtszeit als Verkehrsminister ist weniger durch nachhaltige Reformen als durch politische Selbstgewissheit und umstrittene Projekte in Erinnerung geblieben. Konsequenzen daraus sind bis heute kaum erkennbar.

Was Markus Söder betrifft, beschreibt der Artikel treffend seine erneute „Verwandlung“. Allerdings bleibt unerwähnt, dass diese ständigen Kurswechsel weniger staatsmännische Versöhnung als taktischen Opportunismus erkennen lassen. Wer politische Positionen je nach Lage rasch austauscht, stärkt weder die Koalition noch das Vertrauen der Wählerinnen und Wähler.

Versöhnung und Respekt sind wichtige politische Kategorien, sie sollten jedoch auf Verlässlichkeit, Verantwortung und Haltung beruhen, nicht auf Inszenierung.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Montag, 15.09.2025, Meinung P. Ebert Seite 2, „Bagel in Manhattan“ von Annalena Baerbock und zu Markus Söders Döner-Inszenierungen

Leserbrief zur NOZ: Baerbocks Bagel wird verspottet, Söders Döner gefeiert – ein Beispiel für doppelte Maßstäbe in der politischen Berichterstattung. Der wahre Skandal liegt in der Inszenierung von Politik statt in der Auseinandersetzung mit Inhalten.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ebert,

Ihr Kommentar zum „Bagel in Manhattan“ von Annalena Baerbock und zu Markus Söders Döner-Inszenierungen ist ein Musterbeispiel für zweierlei Maß.

Während Baerbock als narzisstisch, peinlich und jugendlich-naiv verspottet wird, erscheint Söder als sympathischer „Volkstribun“, der halt gerne Fastfood isst. Diese Ungleichbehandlung ist so durchsichtig wie fragwürdig. Warum ist ein Bagel in New York ein Skandal der Fremdscham, ein Döner in Bayern aber eine folkloristische Bodenständigkeit?

Die Wahrheit ist doch: Baerbock bewegt sich als Außenministerin auf dem internationalen Parkett, Söder hingegen betreibt plumpe Dauer-Selbstinszenierung ohne jeden politischen Gehalt. Dass letzteres im Artikel verharmlost wird, während ersteres zur Staatsaffäre aufgeblasen wird, sagt mehr über die Schlagseite des Kommentars aus als über die beiden Politiker.

Am Ende mündet der Text in die resignative Floskel, „ein Volk bekomme eben die Politiker, die es verdiene“. Das ist nicht Analyse, sondern intellektuelle Bankrotterklärung, und entlässt die Medien bequem aus ihrer Verantwortung, den Unterschied zwischen Politik und Klamauk klar zu benennen.

Wer politische Kommunikation ernsthaft einordnen will, sollte weniger Bagel- und Döner-Metaphern wälzen, sondern den Mut haben, die eigentlichen Fragen zu stellen: Wer transportiert Inhalte, und wer lebt nur von Inszenierung?

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 02.09.2025, Söders Behauptungen auf der Seite 1

Söders Kritik am Bürgergeld ist Heuchelei, während Abgeordnete sich Diätenerhöhungen gönnen. Gerechtigkeit beginnt bei den großen Vermögen, nicht bei den Bedürftigen. Auch die SPD sollte konsequent für soziale Sicherheit eintreten.

Sehr geehrte Redaktion,

beigefügt sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 02.09.2025, Söders Behauptungen auf der Seite 1.

Markus Söder nennt den Sozialstaat „in dieser Form ungerecht“, und meint damit Kürzungen beim Bürgergeld. Das ist blanke Heuchelei. Gerade erst haben sich Abgeordnete die Diäten um mehrere Hundert Euro erhöht, deutlich mehr als ein Bürgergeldsatz im Monat. Wer so privilegiert ist, sollte nicht nach unten treten.

Ungerecht ist nicht, dass Bedürftige ein Minimum zum Leben erhalten, sondern dass große Gewinne und Vermögen weiterhin kaum belastet werden. Wer wirklich Gerechtigkeit will, muss oben anfangen, nicht bei den Schwächsten.

Auch die SPD täte gut daran, nicht in dieselbe Falle zu tappen und das Bürgergeld kleinzureden, sondern konsequent für soziale Sicherheit einzustehen.

Mit freundlichen Grüßen