NOZ wieder auf Kurs: Reißerische Überschrift zu Linksextremismus, während rechtsextreme Gewalt unter den Tisch fällt.

Hallo NOZ, hallo Herr Hinrichs,

der Artikel „Keine einzige Tat aufgeklärt – Linksextreme Gewalt nimmt zu“ von Jürgen Hinrichs (übernommen aus dem Weser-Kurier) in der NOZ vom 07.03.2026, Seite 5 ist ein weiteres Beispiel für die selektive Wahrnehmung Ihrer Redaktion. Die Überschrift suggeriert, linksextreme Gewalt sei das zentrale Problem, doch die Zahlen widerlegen das: 398 rechtsextreme Delikte stehen 192 linksextremen gegenüber. Warum wird dieser Kontext nicht genannt?

Noch problematischer ist die pauschale Behauptung, „keine einzige Tat“ sei aufgeklärt. Das gilt offenbar für beide politische Lager. Statt jedoch die strukturellen Defizite der Strafverfolgung zu hinterfragen, wird der Fokus einseitig auf Linksextremismus gelegt. Auch die Einstellung von Verfahren wegen Geringfügigkeit betrifft alle Formen politisch motivierter Kriminalität, kein Alleinstellungsmerkmal linker Täter.

Eine seriöse Analyse hätte zudem die Motive linker Gewalt (z. B. gegen Rüstungsfirmen oder Wohnungsinvestoren) einordnen müssen. Stattdessen wird mit reißerischen Formulierungen Stimmung gegen „den Staat und das Kapital“ gemacht, während rechtsextreme Gewalt systematisch verharmlost wird.

Mit freundlichen Grüßen