Der jüngste Kommentar von Heiko Pohlmann in der Hasepost zur „Aktion NOZkritisch“ (ANK) und zum Podcast der Osnabrücker Rundschau ist ein Musterbeispiel für die Doppelmoral, die sein publizistisches Wirken seit Jahren prägt. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit inszeniert er sich als Verteidiger der offenen Debatte, doch wer seine Artikel und Kommentare der vergangenen Jahre verfolgt, erkennt schnell, Pohlmanns Verständnis von „Vielfalt“ endet dort, wo seine eigene Agenda beginnt.

Meinungsfreiheit als Einbahnstraße
Pohlmann wirft der ANK vor, Kritik an „rechten Meinungen“ nicht als legitimen Diskurs, sondern als Zensurversuch zu verstehen. Doch wer selbst regelmäßig pauschalisiert, etwa wenn er Migration mit „importiertem Terror“ in Verbindung bringt oder politische Gegner als „links-grün-woke“ diffamiert, verliert jede Glaubwürdigkeit, wenn es um die Forderung nach sachlicher Auseinandersetzung geht. Sein eigener Umgang mit abweichenden Meinungen ist geprägt von selektiver Toleranz.
Die Hasepost gibt vor, ein Forum für „offene Debatten“ zu sein, doch die Realität sieht anders aus. Wer Pohlmanns Narrative infrage stellt, riskiert, als „beleidigend“ oder „zu scharf“ geblockt zu werden. Das ist kein Plädoyer für Meinungsvielfalt, sondern Meinungsmanagement nach Gutdünken.
Der Vorwurf der „Verbotsmentalität“, ein klassischer Projektionsmechanismus
Pohlmann unterstellt der ANK, sie wolle „lieber verbieten als diskutieren“. Doch wer seine Kommentare analysiert, stellt fest, dass er selbst seit Jahren systematisches Framing betreibt, das gezielt Misstrauen gegen „etablierte Medien“, „Politeliten“ und „linke Meinungen“ schürt. Sein Geschäftsmodell basiert darauf, eine „Misstrauensgemeinschaft“ zu bedienen, die sich gegen den „Mainstream“ wendet, und genau diese Dynamik kritisiert bspw. der Soziologe Aladin El-Mafaalani als demokratiegefährdend.
Pohlmanns Vorwurf ist also projektiv. Er wirft anderen vor, was er selbst praktiziert. Während er die ANK als „Zensurbefürworter“ diffamiert, nutzt er selbst jede Gelegenheit, um abweichende Stimmen als „undemokratisch“ oder „realitätsfremd“ zu diskreditieren. Sein Kommentar zur ANK ist kein Beitrag zur Sachdebatte, sondern ein Ablenkungsmanöver, um von der eigenen inhaltlichen Schwäche abzulenken.
Die Hasepost als „Alternative“? Ein Geschäftsmodell der Polarisierung
Pohlmanns Hasepost inszeniert sich als Gegenentwurf zu „etablierten Medien“ wie der NOZ. Doch statt sachlicher Berichterstattung setzt sie auf Klickökonomie und Provokation. Das zeigt sich nicht nur in der Auswahl der Themen, sondern auch in der Rhetorik. Statt komplexe Zusammenhänge zu erklären, werden einfache Feindbilder bedient, „die da oben“, „die Gutmenschen“, „die Systemmedien“.
Dabei ist es gerade diese Art des Journalismus, die Misstrauen schürt und gesellschaftliche Spaltung vorantreibt. El-Mafaalani beschreibt, wie solche „Misstrauensgemeinschaften“ entstehen, nämlich durch die gezielte Delegitimierung von Institutionen, Wissenschaft und unabhängiger Berichterstattung. Pohlmann trägt mit seiner Berichterstattung aktiv dazu bei, und kassiert dabei noch die Aufmerksamkeit, die aus der empörten Reaktion seiner Kritiker resultiert.
Pohlmanns Kommentar als Symptom, nicht als Lösung
Pohlmanns Angriff auf die ANK ist kein Beitrag zur Medienkritik, sondern ein Beleg für die Krise des lokalen Journalismus. Statt inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, setzt er auf Polarisierung und persönliche Angriffe. Doch eine funktionierende Demokratie braucht keine Polarisierungsunternehmer, sondern Medien, die faktenbasiert informieren und Meinungsvielfalt ernst nehmen, auch wenn sie der eigenen Meinung widerspricht.
Die ANK fordert von der NOZ mehr Transparenz, mehr redaktionelle Eigenständigkeit und eine klare Haltung gegen demokratiefeindliche Narrative. Das ist kein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern ein Plädoyer für verantwortungsvollen Journalismus. Pohlmann hingegen nutzt jede Gelegenheit, um genau das zu diskreditieren, was er vorgibt zu verteidigen: den offenen, sachlichen Diskurs.
Wer wirklich an einer vielfältigen Medienlandschaft interessiert ist, sollte nicht Pohlmanns Provokationen folgen, sondern sich für eine Kultur der sachlichen Auseinandersetzung einsetzen, auch und gerade dort, wo sie unbequem ist.