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Heiko Pohlmann, die Hasepost und die Kunst der selektiven Empörung

Richtigstellung (22.03.2026): In einer früheren Version dieses Artikels wurden mehrere Begriffe – „importierter Terror“, „links-grün-woke“, „Zensurbefürworter“, „die Gutmenschen“, „die Systemmedien“ sowie „rechten Meinungen“ – in Anführungszeichen verwendet, die den Eindruck wörtlicher Zitate von Heiko Pohlmann erweckten. Nach Prüfung lässt sich die direkte Verwendung dieser Begriffe durch Pohlmann nicht belegen. Die entsprechenden Passagen wurden daher korrigiert. Die inhaltliche Kritik an Pohlmanns publizistischem Stil bleibt davon unberührt.

Der jüngste Kommentar von Heiko Pohlmann in der Hasepost zur „Aktion NOZkritisch“ (ANK) und zum Podcast der Osnabrücker Rundschau ist ein Musterbeispiel für die Doppelmoral, die sein publizistisches Wirken seit Jahren prägt. Unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit inszeniert er sich als Verteidiger der offenen Debatte, doch wer seine Artikel und Kommentare der vergangenen Jahre verfolgt, erkennt schnell, Pohlmanns Verständnis von Vielfalt endet dort, wo seine eigene Agenda beginnt.

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Der Vorwurf der Verbotsmentalität, ein klassischer Projektionsmechanismus

Pohlmann unterstellt der ANK, sie wolle lieber verbieten als diskutieren. Sein Geschäftsmodell basiert darauf, eine Misstrauensgemeinschaft zu bedienen, die sich gegen den Mainstream wendet, und genau diese Dynamik kritisiert bspw. der Soziologe Aladin El-Mafaalani als demokratiegefährdend.

Pohlmanns Vorwurf ist also projektiv. Er wirft anderen vor, was er selbst praktiziert. Sein Kommentar zur ANK ist kein Beitrag zur Sachdebatte, sondern ein Ablenkungsmanöver, um von der eigenen inhaltlichen Schwäche abzulenken.

Die Hasepost als „Alternative“? Ein Geschäftsmodell der Polarisierung

Pohlmanns Hasepost inszeniert sich als Gegenentwurf zu etablierten Medien wie der NOZ. Doch statt sachlicher Berichterstattung setzt sie auf Klickökonomie und Provokation. Das zeigt sich nicht nur in der Auswahl der Themen, sondern auch in der Rhetorik.

Dabei ist es gerade diese Art des Journalismus, die Misstrauen schürt und gesellschaftliche Spaltung vorantreibt.

Pohlmanns Kommentar als Symptom, nicht als Lösung

Pohlmanns Angriff auf die ANK ist kein Beitrag zur Medienkritik, sondern ein Beleg für die Krise des lokalen Journalismus. Statt inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, setzt er auf Polarisierung und persönliche Angriffe. Doch eine funktionierende Demokratie braucht keine Polarisierungsunternehmer, sondern Medien, die faktenbasiert informieren und Meinungsvielfalt ernst nehmen, auch wenn sie der eigenen Meinung widerspricht.

Die ANK fordert von der NOZ mehr Transparenz, mehr redaktionelle Eigenständigkeit und eine klare Haltung gegen demokratiefeindliche Narrative. Das ist kein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern ein Plädoyer für verantwortungsvollen Journalismus. Pohlmann hingegen nutzt jede Gelegenheit, um genau das zu diskreditieren, was er vorgibt zu verteidigen: den offenen, sachlichen Diskurs.

Wer wirklich an einer vielfältigen Medienlandschaft interessiert ist, sollte nicht Pohlmanns Provokationen folgen, sondern sich für eine Kultur der sachlichen Auseinandersetzung einsetzen, auch und gerade dort, wo sie unbequem ist.

2 Kommentare

  1. Christoph Schnare

    Ich war einer der drei Vertreter der ANK (AktionNOZkritisch), die am Podcast mit der Osnabrücker Rundschau beteiligt waren und stimme ihrer kritischen Analyse des Pohlmann-Kommentars in der „Hasepost“ vollumfänglich zu!
    Schon zum zweiten Mal versucht Heiko Pohlmann die Arbeit der ANK mit dem von ihm konstruierten Vorwurf zu diskreditieren, die ANK fordere Verbote von ihr unliebsamen Kommentaren in der NOZ. Weder beim ANK-Treffen am 24.Februar in der Lagerhalle noch beim Podcast mit der Osnabrücker Rundschau ist das geschehen. Wohl aber wurden Kommentare der Redakteure Clasen oder Ewert inhaltlich kritisiert, wenn in ihnen Fakten verdreht, populistische Vorurteile geschürt, Autokraten verharmlost und Misstrauen in das Funktionieren der Demokratie gesät wurde.
    Wer solche Kritik nicht ertragen kann oder sie mit konstruierten Vorwürfen ersticken will, der zeigt damit, dass er gar kein echtes Interesse an einem offenen demokratischen Diskurs hat, sondern lediglich seine eigene Meinung durchsetzen möchte, was unsere Gesellschaft jedoch nachhaltig zum Schlechteren verändern würde!
    Ich werde mich jedenfalls auch weiterhin bei der ANK engagieren und für eine bessere Tageszeitung kämpfen, als wir sie derzeit haben. Und ich hoffe auf viele Menschen, denen das ebenfalls wichtig ist. Das nächste offene Treffen der ANK findet übrigens am 19.Mai ab 19 Uhr wieder in der Lagerhalle statt.

    • Timm Reichl

      Vielen Dank für Ihren wichtigen Kommentar! Er bestätigt, was dieser Artikel aufzeigen wollte, die ANK übt keine Zensurforderung, sondern inhaltliche Medienkritik. Und das ist dringend nötig, wenn Fakten verdreht oder demokratiefeindliche Narrative verharmlost werden.
      Dass Pohlmann diese Kritik als Verbotsmentalität framt, sagt mehr über seine Scheu vor sachlicher Debatte aus als über die ANK. Ihr Engagement für einen besseren Journalismus, etwa beim nächsten Treffen am 19. Mai in der Lagerhalle, ist deshalb so wertvoll.
      Danke nochmal für die klare Stellungnahme.

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