Eberts Merz-Kritik hat einen berechtigten Kern. Aber „Feministische Außenpolitik“ und „Dackel-Beauftragte“ als Argumente zu verkaufen, ist keine Analyse, das ist Stimmungsmache mit Anlauf.
Hallo NOZ, hallo Herr Ebert,
der Kommentar enthält einen berechtigten Kern, ein Bundeskanzler sollte seine öffentlichen Äußerungen über einen unberechenbaren US-Präsidenten sorgfältig abwägen, zumal die sicherheitspolitische Abhängigkeit Deutschlands von den USA real und kurzfristig nicht auflösbar ist. Soweit ist der Text nachvollziehbar.
Doch drumherum baut Ebert einen rhetorischen Rahmen, der mit Analyse wenig zu tun hat. „Feministische Außenpolitik“ und „regelbasierte Ordnung“ werden nicht diskutiert, sondern als Chiffren für weltfremde Selbstüberschätzung aufgestellt. Der „Dackel-Beauftragte“ als Bild für den öffentlichen Dienst ist keine Zuspitzung, sondern Verhöhnung. Subventionen werden pauschal als „verprasst“ gerahmt, ohne zu benennen, welche, für wen, mit welchem Ergebnis und was stattdessen hätte geschehen sollen.
Genau das fehlt dem Text durchgängig, die positive Gegenseite. Wer sagt, Geld sei verprasst worden, schuldet die Antwort, wofür es hätte verwendet werden sollen. Wer sicherheitspolitisches Versagen beklagt, muss benennen, welche Entscheidungen konkret falsch waren und wer sie getroffen hat, nicht pauschal auf Subventionen und öffentlichen Dienst zeigen.
Meinungsjournalismus darf pointiert sein. Er sollte aber unterscheidbar bleiben von konservativem Reizwort-Bingo, das einen plausiblen außenpolitischen Punkt nutzt, um nebenbei Feminismus, Bürokratie und Sozialstaat in eine Abkürzung für deutsches Versagen zu verwandeln.
Mit freundlichen Grüßen
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