Nur ein Unternehmer? Wie die NOZ den AfD-Landratskandidaten schönredet und damit der Partei hilft.

Hallo NOZ, hallo Herr Fays,

der aktuelle Artikel der NOZ über Jörg Dilge, den AfD-Landratskandidaten im Landkreis Osnabrück, ist ein Paradebeispiel dafür, wie Medien ungewollt(?) zur Normalisierung einer rechtsextremen Partei beitragen. Statt die AfD als das zu benennen, was sie ist, nämlich eine vom Verfassungsschutz als gesichert extremistisch eingestufte Organisation, wird Dilge als „sympathischer Unternehmer“ und „politischer Quereinsteiger“ präsentiert. Doch diese Inszenierung ist kein Zufall, sondern gezielte AfD-Strategie.

Dilge, der erst seit wenigen Monaten in der Partei ist, wird als „Beobachter“ und „Mann von außen“ dargestellt, dabei ist er ein klassisches Beispiel für die Taktik der AfD. Sie stellt bewusst Kandidaten ohne klassische Parteikarriere auf, um sich als „bürgernah“ und „unideologisch“ zu verkaufen. Dass Dilge die Verurteilung Björn Höckes als „ungerechtfertigt“ bezeichnet und das Verfassungsschutzgutachten als „aufgebauscht“ abtut, zeigt klar, dass er nicht außerhalb steht, sondern mittendrin in der AfD.

Stattdessen wird Dilges Karmann-Jacke als „Symbol seiner Industriebiografie“ romantisiert, während seine Partei bundesweit mit Rassismus, Hetze gegen Migrant:innen und Angriffen auf die Demokratie auffällt. Besonders fahrlässig ist diese Verharmlosung angesichts aktueller Enthüllungen zurb Vetternwirtschaft der Partei auf Kosten der Steuerzahlenden. Doch davon steht nichts im Artikel. Stattdessen wird Dilge als „pragmatischer Macher“ dargestellt , als wäre die AfD eine Partei wie jede andere.

Dabei ist sie das nicht. Die AfD hetzt gegen Minderheiten, diffamiert Medien als „“Lügenpresse“ und träumt laut Verfassungsschutz von einer „Gewaltherrschaft“. Wenn ein Medium wie die NOZ solche Kandidaten unkritisch porträtiert, hilft es der AfD, sich als „seriös“ darzustellen.

Das ist kein neutraler Journalismus, das ist ein Dienst an einer Partei, die unsere Demokratie bedroht.

Mit freundlichen Grüßen