Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Autor: Timm Reichl (Seite 2 von 53)

ANK – Aktion NOZ-kritisch: Einladung zum zweiten Treffen

Die Initiative ANK – Aktion NOZ-kritisch lädt alle Interessierten zu ihrem zweiten öffentlichen Treffen ein. Im Fokus steht die kritische Begleitung der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit dem Ziel, faktenbasierten Journalismus und eine faire Abbildung gesellschaftlicher Realitäten zu fördern.

Hintergrund

Die Initiative äußert sich besorgt über aktuelle Entwicklungen in der Berichterstattung der NOZ. Dazu zählen unter anderem das Schweigen des Herausgebers zu Vorwürfen des Rechtspopulismus sowie Kommentare, die eine „fragwürdige Begeisterung für Autokraten“ erkennen lassen.

Programm der Veranstaltung

Datum & Uhrzeit: Dienstag, 24. Februar 2026, 19:00 Uhr

Ort: Lagerhalle (Spitzboden), Osnabrück

Ablauf

Öffentlicher Teil: Resümee, Stellungnahmen und Erfahrungsberichte (mit Pressebeteiligung)

Interner Teil: Planung künftiger Projekte und Aktionen (ohne Presse)

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Medienkritik interessieren oder sich aktiv einbringen möchten.

Weitere Informationen und Updates gibt es auf dem Bluesky/Mastodon-Account der Initiative:🔗 [@Aktion_NOZ_kritisch](https://osna.social/@Aktion_NOZ_kritisch)

Quelle: Pressemitteilung der ANK – Aktion NOZ-kritisch vom 26.01.2026

Leserbrief zu „Werden aktive AfD-Mitglieder jetzt entwaffnet?“ von Jonas Koch, NOZ vom 21.02.2026, Seite 5

Selbstzensur bei Jonas Ernst Koch und der NOZ. Drei Artikel über die AfD und kein einziges Mal „Rechtsextremismus“. Warum die Zeitung die Wahrheit weichspült.

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

in Ihrem heutigen Artikel „Werden aktive AfD-Mitglieder jetzt entwaffnet?“ (21.02.2026) beschreibt Jonas Ernst Koch, wie Innenministerin Daniela Behrens (SPD) die Entwaffnung von AfD-Mitgliedern fordert, weil diese einer „extremistischen Partei“ angehören, die „gegen die verfassungsmäßige Ordnung“ arbeitet. Doch ein zentraler Begriff fehlt konsequent: „Rechtsextremismus“.

Warum ist das problematisch?

1. Faktische Verharmlosung

Der Artikel zitiert zwar die sechs Gründe des Verfassungsschutzes (völkisches Volksverständnis, Queerfeindlichkeit, Rechtsstaatsdiffamierung, Vernetzung mit Rechtsextremisten etc.), doch statt diese als „Rechtsextremismus“ zu benennen, bleibt es bei „extremistisch“. Das ist keine Neutralität, sondern eine Verzerrung der Realität.

2. Scheinbare Ausgewogenheit, wo keine ist

Sie geben Schützenbund und CDU ausführlich Raum, um Behrens Forderung nach Entwaffnungen zu kritisieren, doch keine Expert:innen, die erklären, warum rechtsextreme Waffenbesitzer:innen ein reales Risiko darstellen. Das schafft den Eindruck, es gäbe zwei gleichberechtigte Positionen, obwohl die Gefahr durch rechtsextreme Akteure (Hanau, Halle, Christophsburger Plan) faktisch belegt ist.

3. Systematische Auslassung

In drei Artikeln zur AfD-Herstufung (19.02. und 21.02.2026) beschreiben Sie Merkmale von Rechtsextremismus, doch das Wort selbst fehlt durchgehend. Das ist kein Zufall, sondern ein Muster der Vermeidung, das die Tragweite der Einstufung verwässert.

Ihre Berichterstattung wirkt, als wolle die NOZ die AfD nicht beim Namen nennen, obwohl der Verfassungsschutz das sehr wohl tut. Das ist kein Neutralitätsgebot, sondern Selbstzensur.

Mit freundlichen Grüßen

Siehe hierzu auch:

Leserbrief „Rechtsextremismus der AfD. Warum schreibt die NOZ nicht, was der Verfassungsschutz sagt?“, Jonas Koch in der NOZ vom 19.02.2026

Frage zur NOZ vom 18.02.2026, Warum fehlt im NOZ-Artikel von Jonas Koch zur AfD der Begriff „Rechtsextremismus“?

Leserbrief zu „Dürfen Sie Luxus, Frau Reichinnek?“ von Tobias Schmidt, NOZ vom 21.02.2026, Seite 4

NOZ & Tobias Schmidt; wie aus Halbwissen und AfD-Zitaten ein „Skandal“ wird. Warum der Artikel zu Heidi Reichinneks Audi kein Journalismus, sondern billige Hetze ist.

Hallo NOZ, hallo Herr Schmidt,

mit Interesse habe ich Ihren Artikel „Dürfen Sie Luxus, Frau Reichinnek?“ gelesen. Leider muss ich feststellen, dass der Beitrag weniger durch fundierte Recherche als durch polemische Unterstellungen und oberflächliche Provokationen besticht. Statt die Leser sachlich über die Hintergründe des sogenannten „Audi-Gate“ zu informieren, bedienen Sie Klischees und tragen so zur weiteren Polarisierung der politischen Debatte bei.

Ihr Artikel suggeriert, Heidi Reichinnek nutze einen 106.000-Euro-Audi als Privatfahrzeug oder zumindest in einer Weise, die ihrer politischen Haltung widerspricht. Doch statt diese Behauptung mit einer offiziellen Stellungnahme der Linksfraktion zu untermauern, verlassen Sie sich auf Spekulationen und die gezielte Verbreitung des Themas durch die AfD. Dabei hätte eine einfache Anfrage bei der Fraktion Klarheit schaffen können. Der Audi ist ein geleastes Fraktionsfahrzeug, das aus Fraktionsmitteln finanziert wird, eine gängige Praxis in der Politik, die Sie verschweigen.

Sie stellen die Frage „“Darf eine Linke Luxus?“, als wäre dies ein Skandal. Doch warum fragen Sie nicht auch: „“Darf ein Grünen-Politiker mit einem dicken BMW-SUV vorfahren?“ oder „“Darf die AfD mit rechtsextremen Kennzeichen Wahlwerbung betreiben?“ Die selektive Empörung wirkt willkürlich und dient vor allem der Diskreditierung politischer Gegner. Journalismus sollte jedoch Kontexte schaffen, nicht Vorurteile bedienen.

Als regionale Zeitung mit großer Reichweite tragen Sie eine besondere Verantwortung. Statt die Leser über die tatsächlichen Hintergründe aufzuklären, etwa, dass personalisierte Kennzeichen in der Politik verbreitet sind oder dass Fraktionsfahrzeuge nicht privat genutzt werden, verstärken Sie mit reißerischen Überschriften und einseitigen Darstellungen die Spaltung der Gesellschaft. Das ist kein Qualitätsjournalismus, sondern Boulevard.

Ich schreibe Ihnen nicht, um Heidi Reichinnek oder die Linke in Schutz zu nehmen, sondern um auf die Gefahr hinzuweisen, die von oberflächlicher und tendenziöser Berichterstattung ausgeht. In Zeiten, in denen soziale Medien ohnehin schon für die Verbreitung von Falschinformationen sorgen, braucht es seriöse Quellen, die Fakten prüfen und einordnen. Ihr Artikel tut das Gegenteil.

Mit kritischen Grüßen

Leserbrief zu „Moralisierend und dogmatisch Rest der Republik Was ist nur aus Herbert Grönemeyer geworden?“ von Burkhard Ewert, NOZ vom 19.02.2026, Seite 2

Burkhard Ewert und der Künstler, den er sich wünscht. Warum seine Grönemeyer-Kritik mehr über ihn selbst verrät.

Hallo NOZ, hallo Herr Ewert,

Burkhard Ewerts Attacke auf Herbert Grönemeyer („Aus dem Humanisten ist ein Misanthrop geworden“) offenbart weniger über den Sänger als über den Kritiker selbst. Ewert wirft Grönemeyer vor, mit „dogmatischen Phrasen“ zu predigen, doch sein eigener Text ist ein Meisterwerk der selektiven Empörung. Während er Grönemeyers politische Äußerungen als „Anweisungen“ geißelt, ignoriert er geflissentlich, was dessen aktuelle Tour tatsächlich ausmacht, nämlich Kunst, die Brücken baut.

Die Augsburger Allgemeine bspw. beschrieb am 15.02.2026, wie Grönemeyer in München mit „Streichern und Chor“ überzeugt, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit der Kraft seiner Musik. Die Zuschauer erleben seine politischen Bezüge als Teil eines Ganzen, nicht als Belehrung. Doch Burkhard Ewert scheint nur zu hören, was er hören will; den „Moralapostel“, der ihm den Spiegel vorhält. Denn was stört ihn wirklich? Dass Grönemeyer erfolgreich ist mit einer Haltung, die andere vielleicht selbst nicht so elegant vermitteln könnten?

Sein Artikel ist kein Plädoyer für künstlerische Freiheit, sondern wirkt wie ein Rachefeldzug der Enttäuschten. Ewert trauert dem „alten“ Grönemeyer nach, dem sensiblen Dichter, der keine Forderungen stellte.

Doch Kunst lebt vom Wandel, und Grönemeyers Stärke war immer, poetisch UND politisch zu sein. Dass dies für Burkhard Ewert scheinbar schwer zu ertragen ist, sagt mehr über seinen eigenen Unwillen aus, Widersprüche zuzulassen, als über Grönemeyers Werk.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief „Rechtsextremismus der AfD. Warum schreibt die NOZ nicht, was der Verfassungsschutz sagt?“, Jonas Koch in der NOZ vom 19.02.2026

Warum traut sich die NOZ nicht, das Wort Rechtsextremismus gegenüber der AfD zu schreiben?

Hallo NOZ, hallo Herr Koch,

in Ihren beiden Artikeln vom 19.02.2026 zur Hochstufung der AfD durch den niedersächsischen Verfassungsschutz fehlt immer noch der zentrale Begriff, nämlich „Rechtsextremismus“.

Dabei ist dieser Begriff keine Meinung, sondern eine Tatsache. Das Innenministerium Niedersachsen ordnet die AfD explizit dem „Rechtsextremismus“ zu (siehe Pressemitteilung). Die sechs vom Verfassungsschutz genannten Gründe (völkisches Volksverständnis, Queerfeindlichkeit, Rechtsstaatsdiffamierung, Vernetzung mit Rechtsextremisten etc.) erfüllen alle Merkmale von Rechtsextremismus, Ihre Berichterstattung verschweigt das.

Meine Fragen an Sie:

1. Warum vermeiden Sie den Begriff „Rechtsextremismus“, obwohl er von der primären Quelle verwendet wird?

2. Handelt es sich um eine redaktionelle Entscheidung, oder um Rücksichtnahme auf mögliche Klagen der AfD?

3. Wie vereinbaren Sie es mit dem journalistischen Auftrag, Fakten unvollständig wiederzugeben?

Ihre Artikel wirken, als wolle die NOZ die AfD nicht beim Namen nennen, obwohl der Verfassungsschutz das sehr wohl tut. Das ist kein Neutralitätsgebot, sondern Selbstzensur.

Mit freundlichen Grüßen

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