Iran-Angriff der USA; zwischen Völkerrecht und Ölpolitik. Warum der Militärschlag gegen den Iran mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt – eine kurze Analyse.

Hallo NOZ, hallo Herr Clasen,

Michael Clasens Kommentar zum US-Militärschlag gegen den Iran ignoriert die zentrale Frage: Geht es um Freiheit oder um Öl?

Dass Clasen den völkerrechtswidrigen Angriff als „Akt der Nothilfe“ framt, ist nicht nur naiv (viele tausend Iraner:innen wurden bereits im Rahmen ihrer mutigen Proteste ermordet), sondern auch gefährlich. Die UN-Charta verbietet solche Akte, und die Geschichte lehrt, dass „Regime Change“ von außen selten Demokratie, sondern Chaos bringt.

Doch liegt das eigentliche Motiv eventuell woanders? Die Straße von Hormus, durch die 20 % des globalen Öls fließen, ist nun de facto unter US-Kontrolle. Schon in Venezuela sicherten sich die USA im Januar 2026 „30 bis 50 Millionen Barrel“ staatlichen Öls, ein Muster, das sich jetzt wiederholt. Der Iran besitzt die zweitgrößten Gas- und viertgrößten Ölreserven der Welt. Ein Sturz des Regimes würde die USA zum unangefochtenen Herrn über den Energiemarkt machen.

Ist dieser Krieg also ein humanitärer Einsatz, oder schlicht die Fortsetzung von Wirtschaftspolitik mit anderen Mitteln?

Mit freundlichen Grüßen