Warum der angebliche Friedensplan zur Ukraine kein Hoffnungssignal, sondern ein von Russland dominierter Diktatfrieden ist, und weshalb der dazugehörige Kommentar die Lage politisch gefährlich verharmlost.
Hallo NOZ, hallo Herr Wiegelmann,
hier mein Leserbrief zur Meinung von Lucas Wiegelmann „Ukraine-Gespräche in Genf – Der Friedensplan ist eine gute Nachricht“, NOZ vom 24.11.2025, Seite 1.
Der Kommentar „Der Friedensplan ist eine gute Nachricht“ verkennt die Realität in einer Weise, die gefährlich naiv ist. Nicht die Existenz eines „Plans“ ist die gute Nachricht, entscheidend ist, wer ihn schreibt und wem er nützt. Mittlerweile ist klar: Der 28-Punkte-Plan trägt weitgehend die Handschrift des Kreml. Wenn ein Angreifer seine Maximalforderungen in ein Dokument diktiert, wird daraus kein Friedensplan, sondern ein Diktatfrieden.
Erschwerend kommt hinzu, dass selbst die USA widersprüchliche Signale senden: Erst wurde der Entwurf als offizieller amerikanischer Vorstoß präsentiert, dann wieder dementiert. Ein diplomatisches Chaos, das alles ist, nur kein Ausdruck amerikanischer Stärke. Ein solches Durcheinander schafft keinen Rahmen für ernsthafte Verhandlungen und schon gar keine verlässlichen Sicherheitsgarantien für die Ukraine.
Der Kommentar reduziert all das auf die scheinbar tröstliche Botschaft, dass „überhaupt etwas auf dem Tisch liegt“. Doch ein schlechter Plan ist nicht besser als keiner, er verschiebt die Gewichte zugunsten des Aggressors und gefährdet die Souveränität eines Landes, das bereits um sein Überleben kämpft. Wer hier von einer „guten Nachricht“ spricht, verkennt die Dimension des Konflikts und verharmlost die politische Realität.
Mit freundlichen Grüßen
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