Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Autor: Timm Reichl (Seite 29 von 59)

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 18.10.2025, Meinung Rena Lehmann – Warnung vor einer CDU, die sich durch Annäherung an die AfD zerreißen könnte, Seite 2

Der Leserbrief kritisiert, dass Lehmann die Spaltung der CDU durch Merz’ Übernahme von AfD-Rhetorik übersieht und die eigentliche Gefahr in der Führungsspitze sieht.

Hallo NOZ Team,  hallo Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen kurzen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 18.10.2025, Meinung Rena Lehmann, Seite 2.

Lehmann warnt vor einer CDU, die sich durch Annäherung an die AfD zerreißen könnte. Doch übersieht sie, dass Friedrich Merz mit seinen eigenen Aussagen längst selbst zur Spaltung beiträgt. Wer vom veränderten Stadtbild spricht und AfD-Themen sprachlich übernimmt, rückt die Brandmauer nicht ein Stück nach rechts, er reißt sie ein. Die Gefahr für die CDU kommt nicht von außen, sondern aus der Rhetorik ihrer Führung.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu „Merken Sie was, Herr Merz?“ (Meinung Tobias Schmidt, NOZ vom 18. Oktober 2025, Seite 1)

Der Leserbrief lobt Schmidts Kommentar zu Merz’ Klimapolitik für die klare Kritik am Versagen der Bundesregierung, warnt aber davor, Deutschlands Verantwortung im Klimaschutz zu unterschätzen

Hallo NOZ Team,  hallo Herr Schmidt, 

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zu „Merken Sie was, Herr Merz?“ (Meinung Tobias Schmidt, NOZ vom 18. Oktober 2025, Seite 1). 

Tobias Schmidt trifft mit seinem Kommentar zur Klimapolitik von Friedrich Merz genau ins Schwarze. Während die Wissenschaft seit Jahren eindringlich warnt, verpennt die Politik weiterhin entscheidende Maßnahmen gegen die Erderwärmung, und denkt gleichzeitig in fossiler Freiheit, als ginge es nur um kurzfristige Bequemlichkeit statt um die Zukunft unseres Planeten.

Besonders richtig ist Schmidts Hinweis darauf, dass extreme Sommer, Waldbrände und Hitzerekorde längst keine Ausnahmen mehr sind, sondern Teil eines sich beschleunigenden Klimawandels. Dass große Teile der Bundesregierung diesen Zusammenhang immer noch verdrängen, ist erschreckend.

Einen Punkt im Kommentar sehe ich jedoch kritisch: Die Aussage, Deutschland könne das Klima nicht allein retten, klingt zwar nüchtern, wird aber leider oft als Ausrede für Untätigkeit benutzt. Gerade ein wirtschaftsstarkes Land wie unseres trägt eine besondere Verantwortung, technologisch, historisch und moralisch. Wenn wir nicht zeigen, dass Klimaschutz und Wohlstand zusammengehen können, wer dann?

Deutschland allein rettet das Klima vielleicht nicht, aber ohne Länder wie Deutschland wird es niemand retten.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 16.10.2025, Meinung Clasen Seite 1, Rundfunkbeitrag

Der Leserbrief kritisiert Clausens Gebrauch des Begriffs „Zwangsbeitrag“ als Übernahme rechtspopulistischer Narrative und fordert faktenbasierte Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk statt manipulativer Rhetorik.

Sehr geehrte Redaktion,  sehr geehrter Herr Clasen,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 16.10.2025, Meinung Clasen auf Seite 1.

Herr Clasen nennt den Rundfunkbeitrag mehrfach „Zwangsbeitrag“, einen Begriff, der längst zum festen Repertoire rechtspopulistischer Kampagnen gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk gehört. Wer ihn übernimmt, übernimmt auch deren Frame: den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als illegitimen Zwangsapparat darzustellen, statt als verfassungsrechtlich gesichertes Gemeingut, das Demokratie und Medienvielfalt sichern soll.

Clasen inszeniert eine arhetorisch „linke Schlagseite“ bei ARD und ZDF, ohne jeden Beleg. Die rhetorische Frage „Kennen Sie jemanden, der klagt, dass ARD und ZDF zu rechts berichten?“ ersetzt keine Analyse, sie soll Zustimmung erzwingen. So wird ein subjektiver Eindruck zur objektiven Wahrheit aufgebläht.

Reformbedarf mag es geben, aber wer Reformen mit der Drohung eines Systemabbruchs verknüpft (Aufkündigung des Rundfunkstaatsvertrags), spielt bewusst mit dem Misstrauen, das von rechts seit Jahren geschürt wird.

Kritik am ÖRR ist notwendig, aber bitte faktenbasiert, nicht mit Narrativen, die an den Rändern der Demokratie kultiviert werden. Wer journalistische Verantwortung trägt, sollte sich solcher Schlagworte enthalten, statt sie weiter zu normalisieren.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ, Meinung Burkhard Ewert: „Die Gaza-Geiseln sind frei …“ (14. Oktober 2025)

Der Leserbrief kritisiert Ewerts Kommentar zur Freilassung der Gaza-Geiseln als einseitige Darstellung amerikanischer Stärke und fordert, die humanitäre Lage, Völkerrecht und internationale Verantwortung differenziert zu berücksichtigen.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Ewert, 

hier mein Leserbrief zur NOZ, Meinung Burkhard Ewert: „Die Gaza-Geiseln sind frei …“ (14. Oktober 2025).Ewert feiert in seinem Kommentar die Freilassung der Geiseln aus Gaza als historischen Wendepunkt und als Beleg amerikanischer Stärke unter Donald Trump. Doch bei allem Jubel verschweigt er, dass der Waffenstillstand keineswegs Frieden bedeutet, und schon gar nicht das Ende des Leids in Gaza.

Trump war an der Aushandlung des Deals beteiligt, und das verdient Anerkennung. Aber Ewerts Darstellung, die USA hätten „den Frieden gebracht“, ignoriert, dass die humanitäre Lage im Gazastreifen katastrophal bleibt und über 40 000 Zivilisten ihr Leben verloren haben. Auch verschweigt er, dass der Waffenstillstand vor allem auf Druck Katars und Ägyptens zustande kam, nicht auf Trumps persönliches Wirken allein.

Besonders fragwürdig ist Ewerts Pauschalisierung, Israels Militär habe „gegen die Hamas und letztlich alle Palästinenser“ kämpfen müssen. Damit verwischt er die Grenze zwischen legitimer Selbstverteidigung und der massiven kollektiven Bestrafung einer Zivilbevölkerung, die inzwischen weltweit Empörung auslöst.

Und wenn Ewert Europa vorwirft, es habe sich „nicht klar genug an Israels Seite gestellt“, zeigt das, wie wenig differenziert er internationale Diplomatie versteht: Viele europäische Staaten unterstützen Israels Existenzrecht, setzen aber zugleich auf Völkerrecht und humanitäre Verantwortung. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Maß.

Ewerts Text reiht sich damit in eine Serie ein, die politische Komplexität auf einfache Helden-und-Schurken-Erzählungen reduziert, und die Rolle der USA unter Trump in übertriebenem Licht erscheinen lässt. Wer wirklich Frieden will, sollte nicht bloß Machtpolitik bejubeln, sondern nach Gerechtigkeit für beide Seiten fragen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zu Burkhard Ewerts Kommentar „Trump hätte den Friedensnobelpreis verdient“ (NOZ, 11. Oktober 2025)

Der Leserbrief kritisiert Ewerts Kommentar, der Trumps Rolle als Friedensstifter verklärt, als einseitig und irreführend, und fordert eine seriöse, faktenbasierte Einordnung internationaler Konflikte.

Sehr geehrtes NOZ Team, Herr Ewert,

hier erhalten Sie meinen Leserbrief zu Burkhard Ewerts Kommentar „Trump hätte den Friedensnobelpreis verdient“ (NOZ, 11. Oktober 2025).

Ewerts Kommentar ist ein erschreckendes Beispiel dafür, wie Meinung zur Verdrehung von Tatsachen werden kann. Die Behauptung, Donald Trump habe sich „um den Frieden in der Welt verdient gemacht“, ist weder journalistisch noch faktisch haltbar.

Ja, Trump ist seit Januar 2025 erneut US-Präsident. Doch seine angeblichen „Friedensleistungen“ bestehen zum großen Teil aus diplomatischen Eigeninszenierungen. Der von ihm vermittelte Waffenstillstand zwischen Armenien und Aserbaidschan etwa war ein brüchiger Schnellschluss unter massivem Druck, kein stabiler Friedensvertrag. In Afrika dauern die Kämpfe zwischen Ruanda und dem Kongo unvermindert an. Und in der Ukraine hat Trump bislang keinen belastbaren Friedensplan vorgelegt, sondern vor allem russische Narrative übernommen, die Europa die Schuld am Krieg zuschieben.

Besonders perfide ist, dass Ewert genau diese Narrative weiterträgt, ganz im Stil russischer Desinformation, die Täter zu „Friedensstiftern“ verklärt und Demokratien als Heuchler diffamiert. Wer so argumentiert, betreibt keine Meinungsäußerung, sondern Geschichtsklitterung.

Ein seriöses Blatt sollte sich fragen, ob es solchen Propagandatexten wirklich seine Titel- und oder andere Seiten überlassen will.

Mit besorgten Grüßen 

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