Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Autor: Timm Reichl (Seite 32 von 59)

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 4, Tilman Kuban fordert

Kritik an Tilman Kubans Vorschlag, Klimaziele zu senken: Rücknahme wäre unverantwortlich, gefährdet Zukunft, Arbeitsplätze und Freiheitsrechte kommender Generationen.

Sehr geehrte Redaktion,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 30.09.2025, Seite 4, Kuban fordert.

Tilman Kuban fordert, die Klimaziele auf 80 Prozent zu senken. Das ist nicht pragmatisch, sondern verantwortungslos. Das Bundesverfassungsgericht hat 2021 klar entschieden: Unzureichender Klimaschutz verletzt die Freiheitsrechte künftiger Generationen. Wer die Ziele zurückdreht, riskiert erneut ein verfassungswidriges Gesetz.

Auch Kubans Bild von „leeren Werkshallen“ ist irreführend. Erneuerbare Energien sind längst günstiger als Kohle oder Gas. Klimaschutz sichert Arbeitsplätze, Wohlstand und Demokratie, wer ihn verschleppt, zerstört genau das.

Wir schulden es unseren Nachkommen, jetzt konsequent zu handeln. Alles andere ist kurzsichtig und gefährlich.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, CCS Nordsee, Seite 5

Leserbrief kritisiert CO₂-Speicherung in der Nordsee: Risiko von Lecks, hohe Kosten und öffentliche Belastung. BUND fordert Fokus auf erneuerbare Energien.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Koch,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, CCS Nordsee, Seite 5.

Jonas Koch hebt die CO₂-Speicherung in der Nordsee als notwendige Maßnahme im Klimaschutz hervor. Der BUND hingegen warnt vor erheblichen Risiken dieser Technik. Laut dem BUND wird CO₂ mit hohem Energieaufwand aus Industrieabgasen entfernt und unter hohem Druck in Gesteinsschichten gepumpt. Dabei besteht die Gefahr, dass das CO₂ nicht dauerhaft gespeichert werden kann und in die Atmosphäre entweicht .

Zudem kritisiert der BUND die hohen Kosten und die Belastung der öffentlichen Hand durch die notwendigen Infrastrukturen wie Pipelines und CO₂-Endlager. Anstatt in diese Technik zu investieren, fordert der BUND einen konsequenten Ausstieg aus fossilen Brennstoffen und den Ausbau erneuerbarer Energien .

In Anbetracht dieser Bedenken erscheint die CO₂-Speicherung in der Nordsee als ein riskanter und teurer Weg im Klimaschutz. Es ist daher wichtig, alternative und nachhaltigere Lösungen zu verfolgen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Bahn im Fokus von Linksextremisten, Seite 4

Leserbrief kritisiert einseitige Darstellung linksextremer Gewalt auf Bahn-Infrastruktur, verweist auf fehlende Kontextualisierung rechtsextremer und ausländischer Bedrohungen.

Sehr geehrte Redaktion, 

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Bahn im Fokus von Linksextremisten, Seite 4.

Der Beitrag greift ausschließlich Einschätzungen von Verfassungsschutz und Polizei auf und zeichnet so ein einseitiges Bild. Sicherlich sind Anschläge auf Infrastruktur, wie jüngst auf Bahnstrecken oder Strommasten, gefährlich und zu verurteilen. Aber die Darstellung suggeriert, als seien Linksextremisten die Hauptgefahr.

Tatsächlich fehlen im Artikel wesentliche Kontexte: Auch rechtsextreme Täter haben in den vergangenen Jahren Anschläge auf Bahnanlagen oder Energieversorgung geplant, ebenso werden gezielt Sabotageakte durch ausländische Geheimdienste, insbesondere aus Russland, diskutiert. Diese Dimension wird jedoch nur am Rande erwähnt. Ebenso bleibt offen, wie groß der tatsächliche Anteil linksextremistisch motivierter Delikte an den genannten Zahlen ist.

Ohne diese Differenzierung entsteht eine Schlagseite: Es wirkt, als solle die Bedrohung durch Linksextremisten hervorgehoben werden, passend zum politischen Umfeld, in dem gerade das Kritis-Dachgesetz beraten wird. Hier wäre mehr journalistische Distanz und kritisches Hinterfragen notwendig gewesen, anstatt die Verlautbarungen der Sicherheitsbehörden unkommentiert zu übernehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Berliner Geflüster auf Seite 4

Leserbrief kritisiert Rena Lehmanns Skepsis zu Familienpolitik, betont die Bedeutung sichtbarer Kinder im Bundestag für Vereinbarkeit und moderne Politik.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Berliner Geflüster auf Seite 4.

Rena Lehmann reduziert die Szene auf die Unberechenbarkeit von Babys und warnt davor, Perfektion zu überhöhen. Damit wird jedoch das Wesentliche verkannt: Es ging nicht darum, ein perfektes Bild zu inszenieren, sondern darum, ein starkes Zeichen zu setzen, dass Familie und Politik zusammengehören dürfen.

Natürlich sind Kinder nicht planbar, und genau deshalb braucht es Offenheit und Strukturen, die Vereinbarkeit ermöglichen. Der Bundestag ist ein Abbild der Gesellschaft. Wenn dort Kinder sichtbar sind, macht das deutlich, dass Politik nicht nur von abgekapselten Berufspolitikern gemacht wird, sondern auch von Menschen, die Familie leben.

Lehmanns Skepsis lenkt von diesem Fortschritt ab. Sie fragt, wie tolerant man wohl reagiert hätte, wenn das Baby geschrien hätte. Aber gerade das wäre der eigentliche Lackmustest: Können wir akzeptieren, dass das Leben, mit all seinen Unwägbarkeiten, Teil demokratischer Institutionen ist?

Anstatt ein solches Symbol kleinzureden, sollten wir es ernst nehmen: Die Szene zeigt, wie Vereinbarkeit praktisch aussehen kann. Das ist kein Anlass für Spott oder ironische Relativierung, sondern ein Schritt in Richtung moderner Politik.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zum Interview mit Jens Spahn in der NOZ vom Samstag, 27.09.2025

Leserbrief kritisiert Jens Spahn: Härte gegen Bedürftige, Schonung für Reiche, Verantwortungslosigkeit bei Maskenpolitik und Führungsfehler.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Schmidt,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zum Interview mit Jens Spahn in der NOZ vom Samstag, 27.09.2025.Jens Spahn spricht im Interview viel über Gerechtigkeit, doch seine Politik zeigt ein ganz anderes Bild. Wer arm ist, soll beim Bürgergeld noch härter sanktioniert werden, wer sich eine teure Wohnung nicht leisten kann, soll weniger Unterstützung für Miete und Heizung erhalten. Härte nach unten, Schonung nach oben.

Dabei ist es ausgerechnet Spahn, der mit seiner Maskenpolitik während der Pandemie einen Schaden von über 3 Milliarden Euro verursacht hat. Gelder, die letztlich von Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern getragen werden mussten. Verantwortung? Fehlanzeige. Auch die blamabel gescheiterte Richterwahl unter seiner Fraktionsführung zeigt Führungsversagen.

Besonders ungerecht: Während Bedürftige mit Kürzungen rechnen müssen, hält Spahn sich bei Vermögens- und Erbschaftssteuer auffallend zurück, Reiche und große Erben sollen geschont bleiben.

Es ist eine bittere Ironie: Wer im Alltag am wenigsten hat, soll nach Spahns Vorstellungen strenger bestraft werden, während er selbst für milliardenschwere Fehler keinerlei Konsequenzen trägt. Das ist keine Gerechtigkeit, sondern blanke Unglaubwürdigkeit.

Mit freundlichen Grüßen

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