Burkhard Ewert ist Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ). In dieser Funktion prägt er die redaktionelle Linie eines der reichweitenstärksten deutschen Regionalverlage, dessen Mantelteil mehr als 30 Regionalzeitungen im Norden und Nordwesten Deutschlands beliefert. Diese Seite dokumentiert seine publizistische Arbeit, seine öffentlichen Funktionen und die kritische Auseinandersetzung damit.

Wer ist Burkhard Ewert?

Burkhard Ewert ist Journalist und Historiker. Er beschäftigt sich akademisch mit jüdischer Geschichte und der Staatsgründung Israels, hat Israel sowie die palästinensischen Gebiete einschließlich des Gazastreifens mehrfach bereist und begleitete offizielle Gedenkdelegationen, darunter das Auschwitz-Gedenken mit dem Bundespräsidenten. Er initiierte ein ausgezeichnetes Dokumentationsprojekt zur Reichspogromnacht.

Im Januar 2026 wurde Ewert in das Kuratorium des Freundeskreises Yad Vashem gewählt. nozblog.com analysierte, welche publizistischen Konsequenzen diese Doppelrolle aus Chefredakteur und erinnerungspolitischer Instanz hat: Journalistische Macht, moralische Autorität und Deutungshoheit über aktuelle Konflikte sind dabei eng miteinander verschränkt.

Die „Ewerts Maßstäbe“-Serie: Wiederkehrende Muster

nozblog.com dokumentiert Ewerts Kommentare seit Anfang 2025 systematisch. Dabei hat sich eine Reihe von Argumentationsmustern herauskristallisiert, die in der Serie „Ewerts Maßstäbe“ aufbereitet werden.

Asymmetrische Empörung

Ewert widmete im Januar 2026 einen vollständigen Kommentar einem Anschlag auf die Berliner Stromversorgung und fragte, warum die öffentliche Empörung über linksextreme Sabotage ausbleibe. Eine Gegenüberstellung mit der statistisch deutlich häufigeren rechtsextremen Gewalt fehlte vollständig.

Im Mai 2026 verglich Ewert den Zahlencode „1312“ („All Cops are Bastards“) mit neonazistischer NS-Symbolik wie dem Kürzel „88“ und verwendete dabei den Begriff „Entmenschlichung“, räumte aber im selben Text ein, dass „1312“ juristisch durch die Meinungsfreiheit gedeckt ist. Dieser interne Widerspruch blieb unkommentiert.

AfD-Relativierung als Muster

Im Mai 2026 veröffentlichte Ewert im Rahmen des neuen NOZ-Debattenformats „360° | Das Forum“ einen Beitrag, in dem er den Aufstieg der AfD auf „Fehler der etablierten Parteien“ zurückführte. Die AfD erschien dabei als passive Profiteurin, nicht als Akteurin mit eigenen extremistischen Zielen. Der Begriff „rechtsextrem“ fehlte, obwohl der Verfassungsschutz Teile der Partei als gesichert rechtsextrem eingestuft hat.In seiner Forumsantwort auf kritische Kommentare fragte Ewert, ob er mangelnde Gegenargumente „als Zustimmung werten“ dürfe. Die Strukturkritik am Framing selbst, dass die Einordnung der AfD als rein symptomatisches Phänomen ihr eigenes Narrativ übernimmt, blieb unbeantwortet.

Entlastungsrhetorik durch Auswahl

Im Mai 2026 kommentierte Ewert einen Essay von Angela Richter, die argumentiert, wer Rechtsextremismus zu scharf benenne, treibe Wähler in die Arme der AfD. Ewert gab diese These wieder und ließ sie unkommentiert stehen. Die rhetorische Technik dabei: Wer auswählt, was er zitiert, und es ohne Einordnung stehen lässt, übernimmt inhaltlich Verantwortung, ohne sie formal zu beanspruchen.

Dass die NOZ selbst für systematisches Vermeiden des Begriffs „Rechtsextremismus“ in der AfD-Berichterstattung dokumentiert kritisiert wurde, machte Ewerts Übernahme dieser These doppelt problematisch.

NZZ-Übernahmen ohne Einordnung

Wiederholt erschienen in der NOZ Texte aus der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), die das Framing „Linke Rhetorik als Gewaltursache“ bedienen, ohne Hinweis auf die politische Positionierung der NZZ als wirtschaftsliberal und kulturell rechtsbürgerlich. Im Mai 2026 erschien ein NZZ-Text über den US-Streamer Hasan Piker, der ihn als systemische Demokratiegefährdung rahmte, während der Attentäter des ermordeten Charlie Kirk als „neonazistischer Querkopf“ bezeichnet wurde.

Pressefreiheit als Selbstschutz

Im Januar 2026 beschrieb Ewert, wie er durch Aktivitäten von Julian Reichelt zur Zielscheibe eines digitalen Mobs wurde. Das Erlebnis verdient Empathie. Problematisch wurde der Text dort, wo Ewert daraus eine pauschale Bedrohung der Presse- und Meinungsfreiheit in Deutschland ableitete und staatliche Eingriffe mit gesellschaftlicher Medienkritik gleichsetzte.

Ewert und das 360°-Forum

Im März 2026 führte Ewert das neue Debattenformat „360° | Das Forum“ ein, nachdem die NOZ im Februar 2026 ihre Kommentarspalten geschlossen hatte. Das Format ermöglicht Leserbeteiligung zu ausgewählten Themen, unter redaktioneller Moderation und mit redaktionell verfasster Zusammenfassung.

Die erste Ausgabe des Forums zu Ewerts Grönemeyer-Kommentar verlief dokumentiert problematisch. Mein kritischer Leserkommentar erreichte das System nicht. Die NOZ antwortete, man könne das technische Problem nicht nachvollziehen.

In der Zusammenfassung des Forums zur AfD-Debatte im Mai 2026 wurde Ewerts Kernthese als Leitgedanke des gesamten Artikels gesetzt. Zustimmung wurde ausführlich referiert, strukturelle Kritik am Framing erschien als inhaltliche Leerstelle. Das ist kein Protokoll einer Debatte, sondern ihre nachträgliche Deutung.

Ewert und der Leserbrief-Dialog

Burkhard Ewert ist der einzige NOZ-Verantwortliche, der in einem dokumentierten Fall einen Leser (mich) aktiv zum Gespräch einlud. Ich hatte einen Leserbrief zu Ewerts Lindner-Kommentar geschrieben. Ewerts Reaktion: „Sie schreiben gut.“ Es folgte eine Gesprächseinladung. Als ich nach konkretem Rahmen und Themen fragte und drei Vorschläge einreichte, blieb die Antwort aus.

Diese Episode steht exemplarisch für ein Muster: Dialog wird signalisiert, solange er keine Konsequenzen einfordert.

Warum Burkhard Ewert relevant ist

Die NOZ ist keine durchschnittliche Regionalzeitung. Ihr Mantelteil beliefert über 30 Titel in Niedersachsen und angrenzenden Regionen und ist für große Teile dieser Gebiete das publizistisch dominierende Medium. Wer Ewerts Kommentare und redaktionelle Entscheidungen versteht, versteht die Linie eines Medienhauses mit erheblicher gesellschaftlicher Reichweite.

Die kritische Dokumentation seiner Arbeit ist daher keine persönliche Auseinandersetzung, sondern Teil von Medienkritik als demokratischer Praxis.

Alle Beiträge zu Burkhard Ewert auf nozblog.com

Eine vollständige, laufend aktualisierte Übersicht aller Leserbriefe, Analysen und Dokumentationen zu Burkhard Ewert und der NOZ findet sich in der Kategorie Burkhard Ewert.

Diese Seite wird fortlaufend aktualisiert. Alle erwähnten Beiträge sind auf nozblog.com verlinkt und im Volltext nachvollziehbar. Stand: Mai 2026.

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