Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen

Kategorie: Rena Lehmann (Seite 5 von 7)

Rena Lehmann ist Redakteurin der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit Schwerpunkt Politik und Außenpolitik. Diese Kategorie analysiert ihre Kommentare und Meinungsbeiträge, darunter Texte zu Friedrich Merz, Donald Trump, Streikrecht und Arbeitsmarktpolitik. Wiederkehrendes Muster: die Übernahme politischer Deutungsrahmen ohne kritische Distanz.

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Berliner Geflüster auf Seite 4

Leserbrief kritisiert Rena Lehmanns Skepsis zu Familienpolitik, betont die Bedeutung sichtbarer Kinder im Bundestag für Vereinbarkeit und moderne Politik.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 27.09.2025, Berliner Geflüster auf Seite 4.

Rena Lehmann reduziert die Szene auf die Unberechenbarkeit von Babys und warnt davor, Perfektion zu überhöhen. Damit wird jedoch das Wesentliche verkannt: Es ging nicht darum, ein perfektes Bild zu inszenieren, sondern darum, ein starkes Zeichen zu setzen, dass Familie und Politik zusammengehören dürfen.

Natürlich sind Kinder nicht planbar, und genau deshalb braucht es Offenheit und Strukturen, die Vereinbarkeit ermöglichen. Der Bundestag ist ein Abbild der Gesellschaft. Wenn dort Kinder sichtbar sind, macht das deutlich, dass Politik nicht nur von abgekapselten Berufspolitikern gemacht wird, sondern auch von Menschen, die Familie leben.

Lehmanns Skepsis lenkt von diesem Fortschritt ab. Sie fragt, wie tolerant man wohl reagiert hätte, wenn das Baby geschrien hätte. Aber gerade das wäre der eigentliche Lackmustest: Können wir akzeptieren, dass das Leben, mit all seinen Unwägbarkeiten, Teil demokratischer Institutionen ist?

Anstatt ein solches Symbol kleinzureden, sollten wir es ernst nehmen: Die Szene zeigt, wie Vereinbarkeit praktisch aussehen kann. Das ist kein Anlass für Spott oder ironische Relativierung, sondern ein Schritt in Richtung moderner Politik.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 26.09.2025, Porträt Katharina Reiche, Seite 6

Leserbrief kritisiert NOZ-Porträt von Katharina Reiche: Nähe zu Energiekonzernen RWE und E.ON wird verschwiegen, kritischer Journalismus gefordert.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 26.09.2025, Porträt Katharina Reiche, Seite 6.

Im Porträt von Rena Lehmann wird Katherina Reiche als Macherin gefeiert. Aktuelle Recherchen von table.media zeichnen jedoch ein anderes Bild: Der Zehn-Punkte-Plan ihres Ministeriums weist teils wortgleiche Passagen mit Papieren von RWE und E.ON auf, Konzernen, für die Reiche früher tätig war. Auch zentrale Forderungen der Energiewirtschaft fanden fast unverändert Eingang.

Ein solches Näheverhältnis wirft Fragen nach Unabhängigkeit und Interessenvertretung auf. Wer Reiche lobt, ohne diese Vorwürfe zu thematisieren, bietet ein unvollständiges Bild. Gerade hier braucht es kritischen Journalismus statt PR.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 19.09.2025, Meinung Lehmann Großbaustelle Deutschland, Seite 1

Leserbrief zur NOZ: Investitionen in Straßen lösen nicht die Infrastrukturkrise. Der Fokus sollte auf Brückensanierung und dem Ausbau der Schiene liegen, um Staus zu verringern und die Wirtschaft zu stärken.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier mein Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 19.09.2025, Meinung Lehmann Thema Großbaustelle auf der Seite 1.Im Kommentar „Deutschland muss Großbaustelle werden“ kritisiert Rena Lehmann zu Recht den massiven Investitionsstau. Doch ihre Argumentation bleibt stark straßenlastig. Zwar erwähnt sie am Rande auch die Schiene, doch das Bild vom „Asphaltieren“ und die Kritik am Stopp neuer Fernstraßen zeigen deutlich, worauf sie hinauswill.

Dabei liegt der eigentliche Schlüssel für eine zukunftsfähige Infrastruktur nicht im Neubau weiterer Straßen, sondern in der Sanierung maroder Brücken und Netze sowie im Ausbau der Schiene. Gerade jetzt, wo das Deutschlandticket  auf 63 Euro steigen soll, wäre ein klares politisches Signal für die Bahn umso wichtiger. Statt höhere Kosten für Pendlerinnen und Pendler hinzunehmen, braucht es massive Investitionen in ein attraktives, bezahlbares Schienennetz, von dem alle etwas haben.

Mehr Asphalt löst weder den Stau noch die Klimakrise, im Gegenteil, er schafft zusätzlichen Verkehr. Eine starke Bahn hingegen entlastet Straßen, senkt Emissionen und stärkt die Wirtschaft gleichermaßen. Deshalb sollte das Geld gezielt in Erhalt und Schiene fließen. Das wäre das Signal, das Deutschland wirklich nach vorne bringt.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 05.09.2025, Artikel So ungerecht ist die Erbschaftsteuer, Seite 2

Die Erbschaftsteuer ist nicht ungerecht, sondern ihre ungleiche Verteilung. Milliardenerben profitieren von Ausnahmen, während der Mittelstand stark belastet wird. Es braucht eine Schließung von Steuer-Schlupflöchern, um Ungleichheit zu bekämpfen.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

Ihre Schlagzeile „So ungerecht ist die Erbschaftsteuer“ greift zu kurz. Ungerecht ist nicht, dass der Staat Erbschaften besteuert. Ungerecht ist, wer wie viel zahlt. Heute trifft die Steuer vor allem den gehobenen Mittelstand, etwa Familien, die ein Haus in München erben. Überreiche Milliardenerben hingegen können über großzügige Ausnahmen und Gestaltungen oft fast steuerfrei Hunderte Wohnungen oder ganze Unternehmen übernehmen.

Dass Ihr Artikel sich fast ausschließlich auf Anton Steiner stützt, Präsident eines Erbrechts-Anwaltsvereins, verschiebt die Perspektive. Seine Forderung nach einem Einheitssatz von 3–5 Prozent würde nicht „Gerechtigkeit schaffen“, sondern vor allem die Reichsten in Deutschland massiv entlasten.

Finanzwissenschaftler wie das DIW betonen dagegen: Rund 400 Milliarden Euro werden jährlich vererbt, eine zentrale Quelle wachsender Ungleichheit. Wer ernsthaft über Gerechtigkeit sprechen will, muss endlich die Schlupflöcher für Überreiche schließen, statt Erbschaften pauschal zu verbilligen.

Mit freundlichen Grüßen

Lesebrief zur NOZ vom 03.09.2025, Seite 4, Meinung Rena Lehmann „Sozialer Sprengstoff“ zum Sozialstaat

Die Sozialstaatsausgaben sind nicht explodiert – sie sind stabil bei rund 30 % des BIP. Das eigentliche Problem sind stagnierende Reallöhne, steigende Mieten und eine Steuerpolitik, die die Mittelschicht belastet.

Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrte Frau Lehmann,

hier sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom 3. September 2025, Seite 4, Meinung Rena Lehmann „Sozialer Sprengstoff“.

Rena Lehmann warnt vor „sozialem Sprengstoff“ und verweist auf angebliche „Rekordausgaben“ des Sozialstaats. Richtig ist: Die absoluten Ausgaben steigen, wie alle Staatsausgaben. Entscheidend ist aber der Anteil an der Wirtschaftsleistung. Laut Statistischem Bundesamt liegt die Sozialleistungsquote seit zwei Jahrzehnten stabil bei etwa 29 bis 31 Prozent. Von einem ausufernden Sozialstaat kann keine Rede sein.

Auch Familien mit mittleren Einkommen profitieren massiv von Sozialleistungen, von Kindergeld über Rente bis zur Krankenversicherung. Wer hier ein Gegeneinander von „Leistungsträgern“ und „Leistungsempfängern“ aufmacht, lenkt von den eigentlichen Problemen ab: stagnierenden Reallöhnen, steigenden Mieten und einer Steuerpolitik, die die Mitte besonders belastet.

Mit freundlichen Grüßen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »