Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen

Schlagwort: Aktion NOZ kritisch

Lesende wünschen sich von der NOZ mehr Fakten, weniger Schlagseite

Eine ANK-Umfrage bestätigt, was dieser Blog seit Monaten Artikel für Artikel belegt.

Die Aktion NOZ-kritisch hat ihr offenes Treffen vom 19. Mai 2026 ausgewertet und die Wünsche und Kritikpunkte der Teilnehmenden veröffentlicht. Wer die Ergebnisse liest, erkennt darin ziemlich genau die Muster, die hier seit Anfang des Jahres Fall für Fall dokumentiert werden.

Am häufigsten genannt wurde der Wunsch nach faktenbasiertem Journalismus. Die Befragten erwarten eine breitere Darstellung des politischen Spektrums, mehr Kontext zu Meinungsbeiträgen und nachvollziehbare Quellenangaben. Das ist auch der Kern vieler Leserbriefe auf diesem Blog gewesen, etwa wenn zentrale Fakten fehlten oder Einordnungen ausblieben.

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Verantwortung der NOZ als Zeitungsmonopolist in der Region. Mehrere Teilnehmende fordern, die Gefahr durch Rechtspopulismus nicht kleinzureden. Das deckt sich mit einer Beobachtung, die hier inzwischen mehrfach belegt wurde, nämlich dass selbst dort, wo der Verfassungsschutz die AfD ausdrücklich dem Rechtsextremismus zuordnet, der Begriff in der Berichterstattung auffällig oft fehlt.

Auch die Kritik an einseitigen Kommentaren passt ins Bild. In der Umfrage wird unter anderem „zu viel Ewert“ und eine insgesamt zu rechtslastige Kommentarauswahl bemängelt. Hinzu kommt der Wunsch, weniger NZZ-Beiträge unkommentiert zu übernehmen, ein Muster, das hier zuletzt bei der Berichterstattung über „Omas gegen rechts“ und beim Epstein-Artikel dokumentiert wurde.

Bemerkenswert ist außerdem, wie viele Teilnehmende die Schließung der Kommentarspalten und die schleppende, oft verspätete Veröffentlichung von Leserbriefen kritisieren. Auch das ist hier bereits ausführlich beschrieben worden, inklusive der wenig überzeugenden Antwort aus der Chefredaktion dazu.

Die Auswertung der „Abschiedsbriefe“ zeigt schließlich, wie tief die Enttäuschung bei ehemaligen Abonnentinnen und Abonnenten sitzt. Genannt werden unter anderem rechtspopulistische Tendenzen in den Kommentaren, fehlende Belege bei Falschmeldungen und das Gefühl, als Leser nicht mehr ernst genommen zu werden, wenn eigene Kommentare gelöscht wurden.

Die vollständigen Ergebnisse mit allen Einzelantworten finden sich auf der Seite der ANK.

ANK – Aktion NOZ-kritisch: Einladung zum zweiten Treffen

Die Initiative ANK – Aktion NOZ-kritisch lädt alle Interessierten zu ihrem zweiten öffentlichen Treffen ein. Im Fokus steht die kritische Begleitung der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit dem Ziel, faktenbasierten Journalismus und eine faire Abbildung gesellschaftlicher Realitäten zu fördern.

Hintergrund

Die Initiative äußert sich besorgt über aktuelle Entwicklungen in der Berichterstattung der NOZ. Dazu zählen unter anderem das Schweigen des Herausgebers zu Vorwürfen des Rechtspopulismus sowie Kommentare, die eine „fragwürdige Begeisterung für Autokraten“ erkennen lassen.

Programm der Veranstaltung

Datum & Uhrzeit: Dienstag, 24. Februar 2026, 19:00 Uhr

Ort: Lagerhalle (Spitzboden), Osnabrück

Ablauf

Öffentlicher Teil: Resümee, Stellungnahmen und Erfahrungsberichte (mit Pressebeteiligung)

Interner Teil: Planung künftiger Projekte und Aktionen (ohne Presse)

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Medienkritik interessieren oder sich aktiv einbringen möchten.

Weitere Informationen und Updates gibt es auf dem Bluesky/Mastodon-Account der Initiative:🔗 [@Aktion_NOZ_kritisch](https://osna.social/@Aktion_NOZ_kritisch)

Quelle: Pressemitteilung der ANK – Aktion NOZ-kritisch vom 26.01.2026