Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen

Schlagwort: Aktion NOZ kritisch

Bergab und schöngerechnet. Was die IVW-Zahlen über den wirtschaftlichen Zustand der NOZ wirklich verraten

Die Aktion NOZ-kritisch hat auf einen dicken Auflagenschwund hingewiesen. Ein Blick in die Rohdaten zeigt, dass sogar ein Teil des vermeintlichen Digitalwachstums nur Buchhaltung ist.

Die Aktion NOZ-kritisch hat es auf Mastodon knapp zusammengefasst. Mit der NOZ geht es bergab, fast alle Kennzahlen zeigen im Jahresvergleich ein deutliches Minus.

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Ein Blick in die IVW-Quartalsausweisung bestätigt das, und liefert gleich noch einen zweiten, weniger offensichtlichen Befund dazu.

Bei der Hauptausgabe A1 (Mo-Sa) sinkt die Verbreitung im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorjahr um 8,45 Prozent auf 67.053. Der Verkauf fällt um 7,65 Prozent, die Abonnements um 6,10 Prozent. Am stärksten bricht der Einzelverkauf ein, minus 18,93 Prozent, nur noch 728 Exemplare. Auf Verlagsebene, über alle Titel hinweg, sieht es kaum besser aus. Verbreitung minus 4,69 Prozent, Verkauf minus 3,32 Prozent, Abonnements minus 5,23 Prozent.

Wer nun einwendet, wenigstens das Digitale wachse ja, dem sei ein Blick zwei Jahre zurück empfohlen. In der Rohdatentabelle der IVW fällt auf, dass die ePaper-Verbreitung der A1-Ausgabe zwischen 2023 und 2024 förmlich explodiert, von 22.337 auf 45.269. Wer das isoliert betrachtet, könnte fast an eine digitale Erfolgsgeschichte glauben. Ein Blick in die Detailrubriken zerstört diese Illusion allerdings sofort. Die sogenannten Freistücke, also kostenlos verteilte Exemplare, springen im selben Zeitraum von 1.095 auf 29.195. Fast das Dreißigfache. Im Gegenzug fällt der reguläre Verkauf in derselben Kategorie von 21.242 auf 16.074.

Mit anderen Worten, der Verlag hat offenbar eine Rubrik umgeschichtet. Was vorher als bezahlter Zugang zählte, taucht seit 2024 zu einem erheblichen Teil als kostenlose Zugabe auf, vermutlich weil Print-Abonnenten pauschal einen ePaper-Zugang dazubekommen und dieser jetzt separat verbucht wird. Das erklärt den scheinbaren Sprung nach oben, ohne dass dahinter echtes Wachstum steht. Und es erklärt gleichzeitig, warum die Verbreitungszahlen seit diesem Umbuchungseffekt wieder kontinuierlich zurückgehen. Der Sondereffekt läuft aus, der eigentliche Abwärtstrend bei den zahlenden Lesern war die ganze Zeit ungebrochen.

Die Frage, ob dieser wirtschaftliche Niedergang mit dem publizistischen Kurs der Redaktion zusammenhängt, lässt sich mit reinen Auflagenzahlen nicht beweisen. Rückläufige Reichweiten sind ein Problem der gesamten Regionalpresse in Deutschland, unabhängig von redaktioneller Ausrichtung.

Was sich aber sagen lässt, die NOZ befindet sich in einer wirtschaftlich fragilen Lage, und die zuletzt verkündeten Maßnahmen, geschlossene Kommentarspalten, verknappte Leserbriefe, austauschbare Meinungsformate, Artikelübernahmen aus anderen Erzeugnissen, wirken eher wie Kostensenkung und Kontrolle als wie eine Strategie gegen den Schwund.

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NOZ verharmlost den Populismus – ANK stellt sich dagegen

Vorankündigung zum 4.Treffen der Aktion NOZ-kritisch (ANK), auf dem „Spitzboden“ der Lagerhalle am Dienstag, 18. August 2026, 19 Uhr.

Was soll man von einer Zeitung halten, deren Chefredakteur von einer „Melonisierung“ der AfD träumt und diese Partei in einer Überschrift gar als „Retter der Demokratie“ bezeichnen lässt? Und der in seinen Kommentaren immer wieder versucht, die AfD als legitime Protestpartei zu framen? Die Aktion NOZ-kritisch stellt sich dieser zunehmenden Verharmlosung des Rechtspopulismus in unserer Osnabrücker Tageszeitung entgegen. Auch der gezielte Hackerangriff auf die ANK-Homepage im Juni wird die ANK davon nicht abhalten können! Alle, die unterstützen möchten, sind herzlich zum nächsten Offenen Treffen am Dienstag, den 18. August, um 19 Uhr auf dem „Spitzboden“ der Lagerhalle in Osnabrück eingeladen.

Weitere Infos hier: https://noz-kritisch.de/

Lesende wünschen sich von der NOZ mehr Fakten, weniger Schlagseite

Eine ANK-Umfrage bestätigt, was dieser Blog seit Monaten Artikel für Artikel belegt.

Die Aktion NOZ-kritisch hat ihr offenes Treffen vom 19. Mai 2026 ausgewertet und die Wünsche und Kritikpunkte der Teilnehmenden veröffentlicht. Wer die Ergebnisse liest, erkennt darin ziemlich genau die Muster, die hier seit Anfang des Jahres Fall für Fall dokumentiert werden.

Am häufigsten genannt wurde der Wunsch nach faktenbasiertem Journalismus. Die Befragten erwarten eine breitere Darstellung des politischen Spektrums, mehr Kontext zu Meinungsbeiträgen und nachvollziehbare Quellenangaben. Das ist auch der Kern vieler Leserbriefe auf diesem Blog gewesen, etwa wenn zentrale Fakten fehlten oder Einordnungen ausblieben.

Ein zweiter Schwerpunkt betrifft die Verantwortung der NOZ als Zeitungsmonopolist in der Region. Mehrere Teilnehmende fordern, die Gefahr durch Rechtspopulismus nicht kleinzureden. Das deckt sich mit einer Beobachtung, die hier inzwischen mehrfach belegt wurde, nämlich dass selbst dort, wo der Verfassungsschutz die AfD ausdrücklich dem Rechtsextremismus zuordnet, der Begriff in der Berichterstattung auffällig oft fehlt.

Auch die Kritik an einseitigen Kommentaren passt ins Bild. In der Umfrage wird unter anderem „zu viel Ewert“ und eine insgesamt zu rechtslastige Kommentarauswahl bemängelt. Hinzu kommt der Wunsch, weniger NZZ-Beiträge unkommentiert zu übernehmen, ein Muster, das hier zuletzt bei der Berichterstattung über „Omas gegen rechts“ und beim Epstein-Artikel dokumentiert wurde.

Bemerkenswert ist außerdem, wie viele Teilnehmende die Schließung der Kommentarspalten und die schleppende, oft verspätete Veröffentlichung von Leserbriefen kritisieren. Auch das ist hier bereits ausführlich beschrieben worden, inklusive der wenig überzeugenden Antwort aus der Chefredaktion dazu.

Die Auswertung der „Abschiedsbriefe“ zeigt schließlich, wie tief die Enttäuschung bei ehemaligen Abonnentinnen und Abonnenten sitzt. Genannt werden unter anderem rechtspopulistische Tendenzen in den Kommentaren, fehlende Belege bei Falschmeldungen und das Gefühl, als Leser nicht mehr ernst genommen zu werden, wenn eigene Kommentare gelöscht wurden.

Die vollständigen Ergebnisse mit allen Einzelantworten finden sich auf der Seite der ANK.

ANK – Aktion NOZ-kritisch: Einladung zum zweiten Treffen

Die Initiative ANK – Aktion NOZ-kritisch lädt alle Interessierten zu ihrem zweiten öffentlichen Treffen ein. Im Fokus steht die kritische Begleitung der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit dem Ziel, faktenbasierten Journalismus und eine faire Abbildung gesellschaftlicher Realitäten zu fördern.

Hintergrund

Die Initiative äußert sich besorgt über aktuelle Entwicklungen in der Berichterstattung der NOZ. Dazu zählen unter anderem das Schweigen des Herausgebers zu Vorwürfen des Rechtspopulismus sowie Kommentare, die eine „fragwürdige Begeisterung für Autokraten“ erkennen lassen.

Programm der Veranstaltung

Datum & Uhrzeit: Dienstag, 24. Februar 2026, 19:00 Uhr

Ort: Lagerhalle (Spitzboden), Osnabrück

Ablauf

Öffentlicher Teil: Resümee, Stellungnahmen und Erfahrungsberichte (mit Pressebeteiligung)

Interner Teil: Planung künftiger Projekte und Aktionen (ohne Presse)

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an alle, die sich für Medienkritik interessieren oder sich aktiv einbringen möchten.

Weitere Informationen und Updates gibt es auf dem Bluesky/Mastodon-Account der Initiative:🔗 [@Aktion_NOZ_kritisch](https://osna.social/@Aktion_NOZ_kritisch)

Quelle: Pressemitteilung der ANK – Aktion NOZ-kritisch vom 26.01.2026