Rena Lehmanns Kommentar zur Gesundheitsreform vom 23.04.2026 preist Nina Warken als „Lichtblick“, weil sie endlich handle. Doch dieses Lob ignoriert, dass Warkens Reformen vor allem Geringverdienerinnen und Geringverdiener, Patientinnen und Patienten sowie das Gesundheitssystem selbst hart treffen.
Die geplanten Kürzungen bei der Mitversicherung, pauschalen Medikamentenzuzahlungen und dem Krankengeld belasten einkommensschwache Haushalte überproportional. Während Gutverdienerinnen und Gutverdiener sowie private Krankenversicherungen verschont bleiben, müssen gesetzlich Versicherte die Last tragen. Sozialverbände und Kliniken warnen zu Recht vor Wartelisten und einem „staatlich veranlassten Kliniksterben“.
Lehmann übernimmt unkritisch Warkens Behauptung, die Reform sei „sozial verträglich“. Doch pauschale Zuzahlungen sind das Gegenteil: Sie treffen die, die sich 15 Euro für Medikamente am wenigsten leisten können. Statt die Haushaltsnot als Naturgesetz zu akzeptieren, müsste gefragt werden, warum das Gesundheitssystem chronisch unterfinanziert ist, etwa durch Steuerausfälle oder die Privilegierung privater Kassen.Handlungsfähigkeit ist wichtig, aber nicht um jeden Preis. Eine Reform, die soziale Ungleichheit vertieft, verdient kein Lob.