Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Autor: Timm Reichl (Seite 57 von 60)

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 25.03.2025, Seite 2, Artikel Louisa Riepe

Guten Morgen NOZ Team,

auf diesem Wege sende ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 25.03.2025, zum Artikel von Louisa Riepe auf der Seite 2, Newsletter Was geht.

Leserbrief: Kritik ist kein Angriff auf den Journalismus

Mit Interesse habe ich den Artikel „Preisverdächtig, was Lokaljournalismus alles kann“ von Louisa Riepe gelesen. Dass engagierter Journalismus eine essenzielle Stütze der Demokratie ist, steht außer Frage. Umso wichtiger ist es, dass dieser Journalismus sich einer kritischen Selbstreflexion stellt – besonders dann, wenn berechtigte Vorwürfe im Raum stehen.

Die taz hat kürzlich auf problematische rechte Tendenzen in der Neuen Osnabrücker Zeitung hingewiesen https://taz.de/Neue-Osnabruecker-Zeitung/!6074403/ . 

Anstatt sich mit diesen Punkten auseinanderzusetzen, präsentiert sich die NOZ in Riepes Artikel als unverzichtbarer Pfeiler gegen Populismus und Polarisierung. Das wirkt wie eine Verteidigungshaltung, ohne dass eine direkte inhaltliche Auseinandersetzung mit den Vorwürfen stattfindet.

Niemand bestreitet, dass Lokaljournalismus wichtig ist. Aber er muss sich – gerade weil er eine große Verantwortung trägt – der Kritik stellen, wenn es Hinweise auf problematische Entwicklungen gibt. Mutiger Journalismus bedeutet nicht nur, Missstände in Politik und Gesellschaft aufzudecken, sondern auch, sich der eigenen Verantwortung bewusst zu sein und sich selbst hinterfragen zu lassen.

Ein kritischer Blick auf die eigene Arbeit wäre also durchaus preiswürdig.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 15.03.2025, Meinung Tim Prahle, Seite 2, AfD Mitglieder beim FC Bundestag

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Samstag, 15.03.2025, Meinung Tim Prahle, Seite 2, AfD Mitglieder beim FC Bundestag, zukommen lassen.

Leserbrief: Fußball ist politisch – und das ist gut so

Fußball ist kein unpolitischer Raum, sondern ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Wer behauptet, auf dem Platz spiele die Parteipräferenz keine Rolle, ignoriert, dass der Fußball Werte wie Fairness, Respekt und Vielfalt aktiv verteidigt – Werte, die eine Partei wie die AfD immer wieder infrage stellt.

Gerade der FC Bundestag, der sich bewusst gegen Diskriminierung und Rechtsextremismus positioniert, kann es nicht einfach hinnehmen, wenn Mitglieder einer Partei mitspielen, die demokratische Grundsätze untergräbt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) betont zu Recht, dass Herkunft, Religion und sexuelle Orientierung keine Rolle spielen – aber eben nur, wenn sie im Sinne der Gleichberechtigung respektiert werden. Eine Partei, die gezielt gegen diese Prinzipien arbeitet, darf nicht erwarten, als normaler Teil der Fußballgemeinschaft behandelt zu werden.

Die Entscheidung des Gerichts mag formaljuristisch korrekt sein, doch sie ändert nichts daran, dass Fußball politisch ist. Er ist es, wenn er sich gegen Rassismus stellt, wenn er Inklusion fördert und wenn er klare Kante gegen extremistische Ideologien zeigt. Wer in einer Mannschaft mitspielen will, muss diese Grundwerte mittragen – das gilt für alle.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 14.03.2025, Seite 3, Einblicke, Ewert und Wiesendanger

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Freitag, 14.03.2025, Seite 3, Einblicke, Ewert und Wiesendanger

Leserbrief: Wissenschaft über Meinung

Die beiden Artikel von Burkhard Ewert und Roland Wiesendanger setzen sich mit dem Ursprung der Corona-Pandemie auseinander und zeichnen dabei ein Bild, das die Laborthese als bestätigt erscheinen lässt. Doch so sehr diese Sichtweise für manche attraktiv sein mag, eines bleibt klar: Wissenschaftliche Erkenntnis beruht auf Beweisen, nicht auf Überzeugungen oder politischen Erklärungen.

Wissenschaft ist ein dynamischer Prozess. Sie entwickelt sich weiter, wenn neue Erkenntnisse gewonnen werden. Der Ursprung von SARS-CoV-2 ist nach wie vor nicht abschließend geklärt. Während einige Hinweise für einen Laborunfall sprechen, gibt es ebenso starke Argumente für einen natürlichen Ursprung. Solange keine eindeutigen Beweise vorliegen, bleibt es unseriös, eine These zur unumstößlichen Wahrheit zu erklären.

Besorgniserregend ist die Art und Weise, wie in beiden Artikeln mit Wissenschaftlern umgegangen wird, die in der Vergangenheit eine andere Einschätzung vertreten haben. Meinungsvielfalt ist in der Forschung essenziell, doch Diffamierung einzelner Wissenschaftler oder ganzer Institutionen trägt nichts zur Aufklärung bei. Es ist auch irreführend, den Diskurs über den Ursprung des Virus mit pauschaler Kritik an Maßnahmen wie Impfungen oder Maskenpflicht zu vermengen, deren Wirksamkeit in zahlreichen Studien nachgewiesen wurde.

Wissenschaft ist keine Meinungssache. Sie verlangt nach objektiver Prüfung von Hypothesen, nach methodischer Strenge und nach der Bereitschaft, Erkenntnisse zu akzeptieren, selbst wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen. Wer sich wirklich für Aufklärung und Transparenz einsetzt, sollte den wissenschaftlichen Prozess respektieren – und nicht voreilig vermeintliche Wahrheiten verkünden.

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 4, 551 Fragen zu NGOs: Bund weist Vorwurf zurück

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 4, 551 Fragen zu NGOs: Bund weist Vorwurf zurück

Leserbrief: Ein starkes Signal für die Demokratie

Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Unionsfraktion ist ein klares und erfreuliches Bekenntnis zur Bedeutung der Zivilgesellschaft. In einer Zeit, in der demokratische Werte zunehmend unter Druck geraten, ist es ein starkes Signal, dass das Engagement gegen menschen- und demokratiefeindliche Tendenzen ausdrücklich gefördert wird.

Es ist ein Grundpfeiler der Demokratie, dass Nichtregierungsorganisationen Missstände aufzeigen, gesellschaftliche Debatten anstoßen und sich aktiv für eine lebenswerte Zukunft einsetzen. Die Bundesregierung stellt zurecht klar, dass diese Organisationen keine „Schattenstruktur“ bilden, sondern vielmehr eine tragende Säule der demokratischen Kultur sind.

Es sollte uns alle freuen, dass die Bundesregierung hier eine unmissverständliche Haltung einnimmt. Eine lebendige Zivilgesellschaft ist kein Störfaktor, sondern eine Bereicherung für unser Gemeinwesen. Wer sich ernsthaft um Demokratie sorgt, sollte nicht versuchen, kritisches Engagement zu delegitimieren, sondern es als das anerkennen, was es ist: Ein wertvoller Beitrag zur pluralistischen Gesellschaft.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 2, Rest der Republik Er, Sie, Es

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 2, Rest der Republik Er, Sie, Es, zukommen lassen.

Leserbrief zum Artikel „Er, sie, es“ von Burkhard Ewert, Seite 2, NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025

Mit Interesse habe ich den Artikel von Burkhard Ewert zur Entwicklung der Gendersprache gelesen. Es ist richtig, dass das Gendern immer weniger im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte steht und viele Unternehmen sowie Medien davon abrücken. Doch eines sollte dabei nicht vergessen werden: Es gibt in Deutschland keinen gesetzlichen Zwang zum Gendern – ebenso wenig, wie es eine Pflicht gibt, darauf zu verzichten.

Sprache verändert sich über die Zeit, und jeder kann für sich entscheiden, ob er gendergerechte Formulierungen nutzt oder nicht. Während einige Institutionen und Hochschulen genderneutrale Sprache empfehlen, gibt es keine allgemeine Vorschrift, die Bürger oder Unternehmen dazu verpflichtet. Umgekehrt hat Bayern als einziges Bundesland ein Gesetz erlassen, das das Gendern in Behörden und Schulen ausdrücklich verbietet – was faktisch eher einem Zwang zum Nicht-Gendern gleichkommt.

Letztlich sollte Sprache vor allem verständlich bleiben und die Menschen sich nicht durch politische Vorgaben bevormundet fühlen – weder in die eine noch in die andere Richtung. Eine freie Gesellschaft lebt davon, dass Sprache sich aus dem Gebrauch der Menschen heraus entwickelt, nicht aus verordneten Regeln.

Mit freundlichen Grüßen

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