Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen seit 2025

Autor: Timm Reichl (Seite 58 von 60)

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 2, Rest der Republik Er, Sie, Es

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025, Seite 2, Rest der Republik Er, Sie, Es, zukommen lassen.

Leserbrief zum Artikel „Er, sie, es“ von Burkhard Ewert, Seite 2, NOZ vom Donnerstag, 13.03.2025

Mit Interesse habe ich den Artikel von Burkhard Ewert zur Entwicklung der Gendersprache gelesen. Es ist richtig, dass das Gendern immer weniger im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte steht und viele Unternehmen sowie Medien davon abrücken. Doch eines sollte dabei nicht vergessen werden: Es gibt in Deutschland keinen gesetzlichen Zwang zum Gendern – ebenso wenig, wie es eine Pflicht gibt, darauf zu verzichten.

Sprache verändert sich über die Zeit, und jeder kann für sich entscheiden, ob er gendergerechte Formulierungen nutzt oder nicht. Während einige Institutionen und Hochschulen genderneutrale Sprache empfehlen, gibt es keine allgemeine Vorschrift, die Bürger oder Unternehmen dazu verpflichtet. Umgekehrt hat Bayern als einziges Bundesland ein Gesetz erlassen, das das Gendern in Behörden und Schulen ausdrücklich verbietet – was faktisch eher einem Zwang zum Nicht-Gendern gleichkommt.

Letztlich sollte Sprache vor allem verständlich bleiben und die Menschen sich nicht durch politische Vorgaben bevormundet fühlen – weder in die eine noch in die andere Richtung. Eine freie Gesellschaft lebt davon, dass Sprache sich aus dem Gebrauch der Menschen heraus entwickelt, nicht aus verordneten Regeln.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 12.03.2025, zur Meinung von Lucas Wiegelmann auf Seite 26 zum Thema Pendlerpauschale

Hallo NOZ Team,

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Mittwoch, 12.03.2025, zur Meinung von Lucas Wiegelmann auf Seite 26 zum Thema Pendlerpauschale zukommen lassen.

Ungerechte Bevorzugung von Autofahrern

Die geplante Erhöhung der Pendlerpauschale ist kein Grund zur Freude, sondern ein Paradebeispiel für eine sozial und ökologisch fragwürdige Subvention. Anstatt Anreize für klimafreundliche Alternativen zu schaffen, belohnt sie vor allem lange Arbeitswege und den Autoverkehr – mit Steuergeldern, die besser in einen funktionierenden Nahverkehr investiert wären.

Besonders ungerecht ist, dass Besserverdiener stärker profitieren. Wer wenig verdient oder gar keine Einkommensteuer zahlt, bekommt von der Pauschale wenig bis gar nichts. Die Pauschale wird vom zu versteuernden Einkommen abgezogen, wodurch Höchstverdiener überproportional entlastet werden. Geringverdiener, die oft keine Wahl haben, als lange Strecken auf sich zu nehmen, gehen leer aus.

Das Argument, dass Pendler dem Staat eine „Mobilitätsdienstleistung“ erbringen, lenkt von der eigentlichen Problematik ab: Die Infrastruktur für klimafreundliche Alternativen ist mangelhaft, weil politisch zu wenig investiert wird. Anstatt die Pendlerpauschale zu erhöhen, sollte die Politik dafür sorgen, dass Menschen gar nicht erst auf lange Arbeitswege angewiesen sind – durch bessere ÖPNV-Angebote, Homeoffice-Möglichkeiten und eine gerechtere Stadtentwicklung.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 11.03.2025, Seite 2, zum Artikel Christliche Parteien und die Kritik der Kirche

Hallo NOZ Team, 

auf diesem Wege möchte ich Ihnen meinen Leserbrief zur NOZ vom Dienstag, 11.03.2025, Seite 2, zum Artikel Christliche Parteien und die Kritik der Kirche, zukommen lassen.

Leserbrief: Christliche Parteien und die Kritik der Kirche

Dass die Kirchen sich politisch äußern, ist nichts Neues – ihr Auftrag entspringt schließlich einem Menschenbild, das auf Nächstenliebe, Solidarität und Gerechtigkeit fußt. Umso befremdlicher ist die verärgerte Reaktion der Union auf die Kritik der Kirchen an der Zusammenarbeit mit der AfD. Gerade eine Partei, die das „C“ für christlich im Namen trägt, sollte die Mahnungen der Kirchen ernst nehmen, anstatt ihnen politische Zurückhaltung nahezulegen.

Statt sich gegen die Kirche zu stellen, wäre es für CDU und CSU angebracht, sich selbst zu hinterfragen: Entspricht die eigene Politik noch den christlichen Werten, auf die man sich beruft? Oder hat man sich längst von diesen Idealen entfernt? Wenn die Unionsparteien sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet fühlen, dann sollten sie die Warnungen der Kirchen nicht als Störung empfinden, sondern als Anlass zur Selbstreflexion.

Wer mit einer Partei wie der AfD gemeinsame Sache macht, sollte sich nicht wundern, wenn die Kirchen das nicht schweigend hinnehmen.

Mit freundlichen Grüßen 

Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 08.03.2025, Seite 2, Rest der Republik von Burkhard Ewert

Hallo NOZ Team,

hier mein Leserbrief zur NOZ vom Donnerstag, 08.03.2025, Seite 2, Rest der Republik von Burkhard Ewert.

Leserbrief: Wissenschaft statt gefühlter Wahrheiten

In Ihrem Artikel wird – bewusst oder unbewusst – eine Denkweise kultiviert, die gefährlich für eine aufgeklärte Gesellschaft ist: die Vorstellung, dass Wissenschaftler, die in Talkshows auftreten, nur „linientreue“ Deutungen vertreten und dass es vermeintlich „andere Wahrheiten“ gibt, die zu wenig Gehör finden.

Gerade in Krisenzeiten – sei es in der Migrationsdebatte, der Klimaforschung, der Pandemie oder geopolitischen Fragen – dürfen wir uns nicht von Emotionen, Meinungen oder gefühlten Wahrheiten leiten lassen. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind nicht beliebig. Sie entstehen durch Forschung, Prüfung, Diskussion und Widerlegung. Natürlich gibt es auch innerhalb der Wissenschaft unterschiedliche Sichtweisen, aber diese müssen sich in der Fachwelt bewähren, nicht in Facebook-Kommentaren oder in der gefühlten „Stimmung im Rest der Republik“.

Es ist problematisch, wenn Experten, die mit wissenschaftlicher Methodik arbeiten, in die Nähe von politischer Linientreue gerückt werden, während abweichende Meinungen, unabhängig von ihrer fachlichen Fundierung, als mutige Gegenstimmen gefeiert werden. Wissenschaft ist kein Bauchgefühl, sondern eine strukturierte Suche nach Wahrheit. Wer Zweifel an wissenschaftlichen Erkenntnissen hat, muss sie mit Fakten widerlegen – nicht mit vagen Behauptungen oder vermeintlichen Parallelen zu früheren Zeiten.

Eine starke Demokratie braucht informierte Debatten, aber vor allem braucht sie Respekt für wissenschaftliche Expertise. Wer Wissenschaft und qualifizierte Wissenschaftler als Teil eines „Mainstreams“ abtut, öffnet Tür und Tor für Meinungsmache und Desinformation.

Mit freundlichen Grüßen

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