Viel Historie, wenig Klarheit: Warum Burkhard Ewerts Tocqueville-Text mehr Fragen aufwirft, als er beantwortet.

Hallo NOZ, hallo Herr Ewert,

Burkhard Ewerts Tocqueville-Essay liest sich eindrucksvoll, bleibt aber seltsam unverbindlich. In einer Zeit, in der Demokratie ganz konkret von rechtsextremen Akteuren angegriffen wird, weicht der Text auf zeitlose Seelenlagen und abstrakte Freiheitsparadoxien aus.

So entsteht weniger Analyse als Atmosphäre; viel historische Autorität, wenig Benennung heutiger Akteure. Die Demokratie erscheint bedroht, aber irgendwie von niemandem. Das wirkt nicht tiefgründig, sondern vernebelnd.

Tocqueville mag erklären, warum Freiheit anstrengend ist. Er ersetzt jedoch nicht die klare Analyse realer politischer Gefahren.

Mit freundlichen Grüßen

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