Leserbriefe, Medienkritik & politische Analysen

Kategorie: NOZ allgemein (Seite 4 von 5)

Leserbrief zu „Debatte über Grönemeyer Premiere von „360° | Das Forum“ Chefredakteur Burkhard Ewert stellte sich Fragen, Kritik und Zustimmung der Leser“ von Eva Kowalski, NOZ vom 19.03.2026

NOZ-Forum ‚360°‘: Wenn gesittete Debatten unliebsame Kommentare einfach blockieren, und warum meine Antwort an Burkhard Ewert zu Grönemeyers „rechten Ratten“ technisch unterdrückt wurde.

Hallo NOZ, hallo Frau Kowalski, hallo Herr Ewert,

Ihre Schilderung der Premiere von „360° | Das Forum“ liest sich wie ein Erfolgsbericht; „lebhaft und gesittet“, „echter Dialog“, „Qualität vor Quantität“. Doch meine Erfahrung mit diesem Format war eine andere, und sie wirft Fragen auf, die über Herbert Grönemeyer und Burkhard Ewert hinausgehen.

Als ich mich mit einem Kommentar an der Debatte beteiligte (eine inhaltliche, sachliche Erwiderung auf Ewerts Kritik an Grönemeyers politischer Haltung), erhielt ich nach seiner Replik plötzlich die Meldung: „Kommentar kann aus technischen Gründen nicht abgeschickt werden.“ Während andere Teilnehmer:innen mehrfach posten konnten, blieb meine Stimme unsichtbar. Keine Begründung, keine Korrekturmöglichkeit, einfach ein „Fehler“, der meine Antwort verschluckte.

Das Problem daran, Ihr Format wirbt mit „reflektiertem Diskurs“ und „besten Argumenten“. Doch wenn technische Hürden gezielt kritische Stimmen ausschließen, entsteht der Eindruck, dass hier nicht die Leser:innen debattieren, sondern die Redaktion entscheidet, welche Perspektiven gehört werden. Das ist kein „sportlicher Meinungsaustausch“, sondern eine strukturelle Verzerrung, und die ist weit weniger „gesittet“ als eine klare Haltung wie Grönemeyers „rechte Ratten“.

Ihre Community-Richtlinien betonen, dass „ausschließlich auf Sinnhaftigkeit und Etikette“ geprüft wird. Doch wenn ein Kommentar, der weder unhöflich noch sinnfrei war, einfach nicht ankommt, stellt sich die Frage: Wer wird hier eigentlich zensiert, und warum?

Ich würde mich über eine Erklärung freuen, wie es zu diesem technischen Fehler kam, und ob meine Antwort an Burkhard Ewert vielleicht doch noch nachgereicht werden kann. Schließlich geht es in einer echten Debatte nicht um Wer hat recht?“, sondern um „Wer darf überhaupt antworten?“

Mit freundlichen Grüßen

Update 19.03.2026, die NOZ schickt eine Antwort:

Hallo Herr Reichl,

Ihre Antwort an Herrn Ewert ist angekommen. Die hatten Sie am Dienstag ja auch noch per Mail an uns verschickt.

Zum technischen Fehler:

Wir können nicht nachvollziehen, wo genau das technische Problem lag. Wir können nur so viel sagen: Ihr zweiter Kommentar (also Ihre Antwort auf den Kommentar von Herrn Ewert) ist nie bei uns im System angekommen.

Ihrem Vorwurf, dass „technische Hürden gezielt kritische Stimmen ausschließen“ möchten wir daher entschieden widersprechen. Dem ist nicht so!

Im Nachgang des Debattenformats haben wir keinerlei weitere Rückmeldungen zu etwaigen „technischen Problemen“ erhalten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie bei der nächsten Debatte wieder dabei sind.

VG vom Community-Team

Und meine Antwort darauf:

Hallo Community-Team,

vielen Dank für Ihre Antwort. Dass mein Kommentar nie im System angekommen ist, bestätigt leider genau das Problem. Wenn kritische Stimmen „verschwinden“, ohne dass es bei Ihnen eine Fehlermeldung oder eine Benachrichtigung gibt, wirkt das nicht wie ein technischer Fehler, sondern wie ein Feature.

Dass „keinerlei weitere Rückmeldungen“ zu technischen Problemen eingingen, nun ja. Wer blockiert wird, weiß vielleicht gar nicht, dass er blockiert wurde, oder gibt irgendwann auf.

Dass Sie meinen Vorwurf der „gezielten Ausschließung“ zurückweisen, ist verständlich. Doch wenn ein System kritische Antworten (wie meine) nicht ankommen lässt, während unkritische Beiträge problemlos durchgehen, stellt sich die Frage, wer eigentlich prüft, ob das System fair funktioniert?

Ihr Angebot, bei der nächsten Debatte wieder dabei zu sein, nehme ich zur Kenntnis. Vielleicht dann mit transparenten Regeln…

Wie kann sichergestellt werden, dass Kommentare nicht einfach verschwinden?Warum gibt es keine Benachrichtigung, wenn ein Beitrag nicht ankommt? Wer überprüft, ob das System alle Stimmen gleich behandelt?

Eine „gesittete Debatte“ lebt davon, dass alle gehört werden, nicht nur die, deren Kommentare ankommen. Ich bleibe gespannt, ob die nächste Runde diese Standards erfüllt.

Mit freundlichen Grüßen

Grönemeyer, Ewert und die NOZ. Wenn Technik Debatten beendet, und wer wirklich spaltet.

Ein Erfahrungsbericht über das neue Debattenformat „360°“ über Grönemeyer der Neuen Osnabrücker Zeitung, und warum meine Antwort an Burkhard Ewert „aus technischen Gründen“ verschwand.

Die Ausgangslage: Kunst, Moral und ein Forum der NOZ

Am 19.02.2026 veröffentlichte die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) einen Artikel von Burkhard Ewert über Herbert Grönemeyers politische Haltung – und eröffnete dazu am 17.03.2026 ihr neues Debattenformat „360° – Das Forum“. Die Idee dahinter ist, dass Leser:innen unterschiedliche Perspektiven einbringen sollten. Ich beteiligte mich mit einem Kommentar, der Ewerts Vorwurf der „Moralkeule“ infrage stellte, und argumentierte, dass Grönemeyers klare Haltung gegen Rechtsextremismus keine Spaltung, sondern eine notwendige Abgrenzung ist.

Mein Kommentar…

NOZblog

…endete mit der Frage:
„Kann Kunst Extremismus benennen, ohne als ‚spaltend‘ zu gelten – oder ist das Problem vielmehr, dass manche Haltung nur dann akzeptieren, wenn sie nicht wehtut?“

Ewerts Antwort: „Rechte Ratten“ als Beleg für Spaltung?

Burkhard Ewert reagierte prompt, und zitierte Grönemeyers harte Worte gegen Rechtsextreme („rechte Ratten“, „Klappe halten“) als Beleg dafür, dass dieser doch spalte. Seine Argumentation:
„Finde ich jetzt nicht so verbindend.“

NOZblog

Doch hier liegt der Denkfehler. Grönemeyers Aussagen richten sich nicht gegen „Andersdenkende““ sondern gegen offen rassistische, demokratiefeindliche Positionen. Wer „rechte Ratten“ sagt, meint keine politischen Gegner, sondern jene, die Menschlichkeit und Verfassungswerte aktiv ablehnen. Das ist keine „Spaltung“, sondern eine notwendige Haltung gegen Hass. Und die ist in der Kunst nicht nur legitim, sondern überfällig.

Das Problem: Die NOZ beendet die Debatte, technisch

Ich wollte auf Ewerts Kommentar erwidern. Doch stattdessen erhielt ich diese Meldung:

NOZblog

Die Ironie der Geschichte, das Forum sollte „360°“-Perspektiven ermöglichen, pünktlich nach zwei Stunden wurde es geschlossen. Andere Kommentator:innen konnten mehrfach antworten, ich nicht. Ewerts letzte Replik blieb damit unwidersprochen, nicht wegen inhaltlicher Schwäche, sondern wegen eines technischen Fehlers (?).

Meine Mail an die NOZ, und die offene Frage

Da eine Antwort im Forum unmöglich war, schrieb ich anden angebotenen (autoreplyer) feedback@noz.de, und setzte Burkhard Ewert in Kopie. Meine zentrale These lautet:
Vielleicht ist das Problem nicht Grönemeyers „Moralkeule“, sondern dass Sie Haltung nur dann akzeptieren, wenn sie nicht wehtut.

NOZblog

Bisher gab es keine Antwort. Doch die eigentliche Frage bleibt, wer entscheidet, was in einer Debatte gesagt werden darf, und wer wird unsichtbar gemacht?

Fazit: Spaltet Grönemeyer – oder spaltet die NOZ?

Grönemeyers Haltung ist keine „Spaltung“, sondern eine klare Positionierung gegen Extremismus. Ewerts Kritik verkennt, dass Kunst nicht „neutral“ sein muss, sondern gerade durch Haltung wirkt. Die NOZ hat mit ihrem technischen Fehler aktiv eine Debatte beendet, und damit genau das getan, was Ewert Grönemeyer vorwirft: bestimmte Stimmen ausschließen.

Am Ende zeigt dieser Vorfall, das Debattenkultur nicht an „moralisierenden Künstlern“, scheitert sondern an Strukturen, die Teilnahme verhindern. Zensur beginnt oft nicht mit Absicht, sondern mit technischen Hürden, die nur bestimmte Stimmen treffen.

PS:
Falls die NOZ doch noch reagiert, werde ich diesen Beitrag aktualisieren. Bis dahin gilt wohl, dass wer die Debatten kontrolliert, die Wahrheit kontrolliert. Und manchmal reicht schon ein „technischer Fehler“.

Update 19.03.2026,die NOZ hat eine Antwort zu meinem direkten Leserbrief gesendet

Hallo Herr Reichl,
Ihre Antwort an Herrn Ewert ist angekommen. Die hatten Sie am Dienstag ja auch noch per Mail an uns verschickt.

Zum technischen Fehler:
Wir können nicht nachvollziehen, wo genau das technische Problem lag. Wir können nur so viel sagen: Ihr zweiter Kommentar (also Ihre Antwort auf den Kommentar von Herrn Ewert) ist nie bei uns im System angekommen.
Ihrem Vorwurf, dass „technische Hürden gezielt kritische Stimmen ausschließen“ möchten wir daher entschieden widersprechen. Dem ist nicht so!
Im Nachgang des Debattenformats haben wir keinerlei weitere Rückmeldungen zu etwaigen „technischen Problemen“ erhalten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie bei der nächsten Debatte wieder dabei sind.

VG vom Community-Team

Und meine Antwort darauf:

Hallo Community-Team,

vielen Dank für Ihre Antwort. Dass mein Kommentar nie im System angekommen ist, bestätigt leider genau das Problem. Wenn kritische Stimmen „verschwinden“, ohne dass es bei Ihnen eine Fehlermeldung oder eine Benachrichtigung gibt, wirkt das nicht wie ein technischer Fehler, sondern wie ein Feature.

Dass „keinerlei weitere Rückmeldungen“ zu technischen Problemen eingingen, nun ja. Wer blockiert wird, weiß vielleicht gar nicht, dass er blockiert wurde, oder gibt irgendwann auf.

Dass Sie meinen Vorwurf der „gezielten Ausschließung“ zurückweisen, ist verständlich. Doch wenn ein System kritische Antworten (wie meine) nicht ankommen lässt, während unkritische Beiträge problemlos durchgehen, stellt sich die Frage, wer eigentlich prüft, ob das System fair funktioniert?

Ihr Angebot, bei der nächsten Debatte wieder dabei zu sein, nehme ich zur Kenntnis. Vielleicht dann mit  transparenten Regeln…
Wie kann sichergestellt werden, dass Kommentare nicht einfach verschwinden?
Warum gibt es keine Benachrichtigung, wenn ein Beitrag nicht ankommt?
Wer überprüft, ob das System alle Stimmen gleich behandelt?

Eine „gesittete Debatte“ lebt davon, dass alle gehört werden, nicht nur die, deren Kommentare ankommen. Ich bleibe gespannt, ob die nächste Runde diese Standards erfüllt.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu Massenüberwachung „Warum Ermittler digital aufrüsten müssen“ von Finja Jaquet, NOZ vom 14.03.2026

Digitale Massenüberwachung als Allheilmittel? Mein Leserbrief zur NOZ kritisiert die geplante Ausweitung von Ermittlungsbefugnissen und fragt, warum Prävention ignoriert wird, während Grundrechte geopfert werden.

Hallo NOZ, hallo Frau Jaquet,

der Kommentar von Finja Jaquet zur Ausweitung digitaler Ermittlungsbefugnisse für das Bundeskriminalamt und die Bundespolizei zum Zwecke der Massenüberwachung wirft wichtige Fragen auf, doch die Antworten bleiben alarmierend vage. Unter dem Deckmantel des Kinderschutzes und der Terrorismusbekämpfung wird hier ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, nämlich die flächendeckende, automatisierte Auswertung von Standort-, Verkehrs- und Biometriedaten. Doch wer garantiert, dass diese Befugnisse nicht missbraucht werden?Statt in teure Überwachungstechnologien zu investieren, die Grundrechte aushöhlen, sollte der Fokus auf echter Prävention liegen. Sozialarbeit, Aufklärung und die Bekämpfung von Armut und Radikalisierung sind nachhaltiger als Algorithmen, die im Zweifel Unschuldige ins Visier nehmen.

Die Sorge, dass solche Systeme politisch instrumentalisiert werden könnten, etwa durch Parteien wie die AfD, ist kein Hirngespinst. Auch die Weitergabe von Daten an Drittstaaten wie die USA (etwa über Unternehmen wie Palantir) ist ein realistisches Risiko. Wo bleiben hier klare rechtliche Grenzen und unabhängige Kontrollinstanzen.

Wenn künstliche Intelligenz eingesetzt wird, um „Zusammenhänge zu erkennen“, muss offen gelegt werden, wie diese Systeme funktionieren. Sonst drohen willkürliche Verdächtigungen und ein Klimas der Angst, genau das Gegenteil dessen, was eine freie Gesellschaft braucht.

Ja, Sicherheit ist wichtig. Aber sie darf nicht um jeden Preis erkauft werden. Bevor wir uns in eine Überwachungsgesellschaft begeben, sollten wir fragen, welche Alternativen es gibt? Wer schützt uns vor den Wächtern?

Mit besorgten Grüßen

Leserbrief zu „Migrationspolitik der EU – Warum Rückführungszentren überfällig sind“ von Sonja Scheller, NOZ vom 10.03.2026

Rückführungszentren? Eine zynische Scheinlösung! Warum die Forderung nach „Return Hubs“ von Sonja Scheller in der NOZ unmenschlich, überflüssig und widerlegt ist.

Hallo NOZ, hallo Frau Scheller,

Sonja Schellers Forderung nach „Return Hubs“ in Drittstaaten ignoriert nicht nur die Realität von Flucht und Migration, sondern auch die tatsächliche Situation in deutschen Kommunen. Die Behauptung, Städte und Gemeinden seien „am Limit“, ist schlicht übertrieben. Aktuell sehen nur noch 11 Prozent der Kommunen ihre Unterbringungskapazitäten als überlastet an, und selbst in Großstädten arbeiten „nur“ gut 60 Prozent der Ausländerbehörden im „Notfallmodus“, ein deutlicher Rückgang gegenüber den Vorjahren. Die Asylantragszahlen sind 2025 um 32 Prozent gesunken, und selbst Bayerns Innenminister spricht von „spürbarer Entlastung“ für die Kommunen.

Die Annahme, dass „Pull-Faktoren“ wie Sozialleistungen oder Bleibeperspektiven Migration verursachen, ist wissenschaftlich widerlegt. Studien zeigen, dass Menschen vor Krieg, Verfolgung und existenzieller Not fliehen, nicht wegen vermeintlicher „Anreize“ in Europa. Die geplante Auslagerung von Asylverfahren in Drittstaaten ist nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern auch zynisch. Wer abgelehnte Asylbewerber:innen in Länder bringt, die oft selbst von Instabilität geprägt sind, riskiert Menschenrechtsverletzungen.

Statt auf Abschreckung zu setzen, sollte die EU endlich die Ursachen von Flucht bekämpfen; durch Klimaschutz, faire Handelsbeziehungen und Unterstützung für Krisenregionen. Auch die Behauptung, Rückführungszentren würden „Vertrauen in den Rechtsstaat“ stärken, ist eine Milchmädchenrechnung. Ein Rechtsstaat, der Schutzsuchende in prekäre Situationen drängt, verliert Glaubwürdigkeit und gewinnt sie nicht. Stattdessen braucht es faire Asylverfahren, europäische Solidarität und eine Politik, die Menschlichkeit über Abschottung stellt.

Mit freundlichen Grüßen

Leserbrief zu einseitiger Berichterstattung zu politisch motivierter Gewalt, NOZ vom 07.03.2026

NOZ wieder auf Kurs: Reißerische Überschrift zu Linksextremismus, während rechtsextreme Gewalt unter den Tisch fällt.

Hallo NOZ, hallo Herr Hinrichs,

der Artikel „Keine einzige Tat aufgeklärt – Linksextreme Gewalt nimmt zu“ von Jürgen Hinrichs (übernommen aus dem Weser-Kurier) in der NOZ vom 07.03.2026, Seite 5 ist ein weiteres Beispiel für die selektive Wahrnehmung Ihrer Redaktion. Die Überschrift suggeriert, linksextreme Gewalt sei das zentrale Problem, doch die Zahlen widerlegen das: 398 rechtsextreme Delikte stehen 192 linksextremen gegenüber. Warum wird dieser Kontext nicht genannt?

Noch problematischer ist die pauschale Behauptung, „keine einzige Tat“ sei aufgeklärt. Das gilt offenbar für beide politische Lager. Statt jedoch die strukturellen Defizite der Strafverfolgung zu hinterfragen, wird der Fokus einseitig auf Linksextremismus gelegt. Auch die Einstellung von Verfahren wegen Geringfügigkeit betrifft alle Formen politisch motivierter Kriminalität, kein Alleinstellungsmerkmal linker Täter.

Eine seriöse Analyse hätte zudem die Motive linker Gewalt (z. B. gegen Rüstungsfirmen oder Wohnungsinvestoren) einordnen müssen. Stattdessen wird mit reißerischen Formulierungen Stimmung gegen „den Staat und das Kapital“ gemacht, während rechtsextreme Gewalt systematisch verharmlost wird.

Mit freundlichen Grüßen

Update vom 16.03.2026, Herr Hinrichs hat geantwortet:

Hallo Herr Reichl,

wir haben uns bewusst für eine kleine Serie allein den Linksextremismus in Bremen vorgenommen. Dass die Taten von Rechtsextremisten rein quantitativ das größere Problem sind, ergibt sich schon aus den von Ihnen zitierten Zahlen in meinem Artikel. Nur dass es in der Serie eben um einen anderen Fokus ging – das hat mit Verharmlosung oder Relativierung rechtsextremer Gewalt rein gar nichts zu tun. Diese Fälle werden in der kontinuierlichen Berichterstattung selbstverständlich berücksichtigt und, wo das gelingt, auch eingeordnet.

Das Phänomen, dass in Bremen keine einzige Gewalttat Linksextremer aufgeklärt werden konnte, ist einzigartig. Vom LKA wird das eingeräumt und mit den semi-professionellen Strukturen der Szene erklärt. Einzigartig ist auch die Qualität der Taten.

Mit freundlichen Grüßen Jürgen Hinrichs

Update 16.03.2026, meine Antwort an Hinrichs:

Hallo Herr Hinrichs,

Ihre Antwort offenbart das eigentliche Problem. Wenn 398 rechtsextreme Delikte 192 linken gegenüberstehen, ist es keine „Fokussierung“, sondern eine Verzerrung, dies nicht bereits in der Überschrift klarzustellen. Dass Sie rechtsextreme Gewalt in einer „kontinuierlichen Berichterstattung“ behandeln, ist ein leeres Versprechen, solange Sie keine konkreten Beispiele nennen. Wo sind die investigativen Artikel zu den unaufgeklärten Brandanschlägen auf Flüchtlingsunterkünfte? Warum keine Serie zu den „semi-professionellen Strukturen“ der rechten Szene?Ihre Behauptung, unaufgeklärte linke Gewalt sei einzigartig, ist schlicht falsch. Einzigartig ist allein, dass Sie rechte Gewalt, trotz höherer Fallzahlen, nicht als systemisches Versagen der Ermittler thematisieren. Das LKA als Quelle anzuführen, während Sie dessen Blindflecke bei Rechts ignorieren, wirkt wie selektive Empörung.

Mit freundlichen Grüßen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »