Die NOZ berichtet über den Leo-Baeck-Preis für Dieter Nuhr mit Ewert-Zitat und ohne jede kritische Stimme. Gedenkstättenleiter Wagner, Czollek, Steinke, taz…alles weggelassen. Dass Ewert hier als Fürsprecher auftritt, passt. Die Grundhaltung beider ähnelt sich auffällig.
Hallo NOZ, hallo Herr Otten,
der Artikel über die Leo-Baeck-Preis-Verleihung an Dieter Nuhr liest sich wie eine Jubelmeldung ohne Gegenstimme. Besonders auffällig ist, dass Burkhard Ewert als Kuratoriumsmitglied des Freundeskreises Yad Vashem mit einem begeisterten Zitat zitiert wird, als handele es sich um eine neutrale Beobachtung. „Der Preis ist verdient!“ Eine kritische Einordnung fehlt vollständig.
Dabei war die Kritik an der Preiswahl im Vorfeld laut und klar dokumentiert. Gedenkstättenleiter Jens-Christian Wagner warf Nuhr vor, rassistische und antiliberale Ressentiments zu bedienen und der antisemitisch konnotierten Bühnenarbeit von Lisa Eckart jahrelang eine Plattform geboten zu haben. Publizist Max Czollek und Journalist Ronen Steinke äußerten sich scharf. Die taz stellte fest, Nuhr bekämpfe Antisemitismus selektiv und spare jenen im bürgerlich-rechten Milieu konsequent aus. Das sind keine Randfiguren, sondern relevante Stimmen zu einer breiten Debatte, die der Artikel schlicht weggelassen hat.
Zum Kontext gehört auch, dass Nuhr in den vergangenen Jahren zunehmend durch Angriffe auf Klimaschutzbewegungen, Linke und Grüne aufgefallen ist, mit einer Grundhaltung, die strukturell gut zu jener Ewerts passt. Wer Ewerts Kommentare im Laufe der Zeit verfolgt hat, findet bei Nuhr viele vertraute Muster wieder. Dass ausgerechnet Ewert hier als zitierter Fürsprecher auftritt, ist also keine zufällige Konstellation.
Mit freundlichen Grüßen