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Drittes Quartal, gleiche Richtung. Was die neuen IVW-Zahlen der NOZ zeigen

Der Verkauf der Hauptausgabe liegt mittlerweile fast 29 Prozent unter dem Wert von 2023, während die ausgewiesene Verbreitung dank Freistücken sogar höher ausfällt

Neue Zahlen, gleiche Richtung. Die IVW hat die Auflagenzahlen für das dritte Quartal 2026 veröffentlicht. Vorab eine Korrektur zu meinem letzten Beitrag. Die dort genannten Werte der Hauptausgabe A1 stammen aus dem zweiten, nicht aus dem ersten Quartal. Außerdem habe ich dort den Anstieg der Freistücke zu glatt erklärt, dazu unten mehr.

Der Verlust im Jahresvergleich. Die A1 kommt auf 65.776 Verbreitung, 7,73 Prozent weniger als im dritten Quartal 2025. Der Verkauf sinkt um 6,61 Prozent auf 41.379, die Abonnements um 6,59 Prozent auf 39.399. Der Einzelverkauf bricht um 10,03 Prozent auf 718 Exemplare ein. Gegenüber dem dritten Quartal 2021 liegt der Einzelverkauf damit um 42,5 Prozent niedriger, die Druckauflage um 40 Prozent.

Der Printverkauf als verlässlichster Maßstab. Zieht man den ePaper-Verkauf vom Gesamtverkauf ab, bleiben im dritten Quartal 2026 rund 25.600 gedruckte verkaufte Exemplare. 2021 waren es rund 42.400. Der Rückgang beträgt jedes Jahr zwischen 8 und 11 Prozent, insgesamt knapp 40 Prozent. Diese Zahl ist von den Umbuchungen zwischen den IVW-Rubriken nicht betroffen, deshalb nutze ich sie statt des Gesamtverkaufs. Es ist meine eigene Berechnung aus den IVW-Werten.

Digital hält nur das Niveau. Der verkaufte ePaper-Teil legt im Jahresvergleich um 0,71 Prozent auf 15.810 zu, die ePaper-Abos um 0,72 Prozent auf 15.480. Seit 2024 pendeln beide um 15.500, davor gab es ein Wachstum von rund 10.000 Abos (2021) auf 15.500. Dieses Wachstum ist seit drei Jahren zum Stillstand gekommen und gleicht den Printverlust nicht aus.

Was hinter den Freistücken steckt. Die Quartalsreihe seit 2021 zeigt, wie sich der Sprung der Verbreitung zusammensetzt. Von Q3 2023 auf Q3 2024 sinkt der Sonstige Verkauf beim ePaper von 7.168 auf 320, ein Minus von rund 6.850. Im selben Schritt steigen die ePaper-Freistücke von 1.168 auf 28.018, ein Plus von rund 26.850. Selbst wenn man annimmt, dass der gesamte Wegfall als Freistücke neu gebucht wurde, erklärt das nur gut ein Viertel des Anstiegs. Rund 20.000 Freistücke kommen zusätzlich hinzu. Seit 2024 werden also deutlich mehr ePaper-Exemplare ausgewiesen, ohne dass dafür jemand bezahlt. Wer diese Leser sind, geht aus den Daten nicht hervor. Denkbar wäre, dass Print-Abonnenten einen ePaper-Zugang erhalten und dadurch doppelt gezählt werden, das ist aber eine Vermutung. Die Zahl der Print-Abonnenten hat sich in dem Schritt jedenfalls nicht erhöht. Sie sinkt weiter.

Die Verbreitung bleibt aufgebläht. Der Anteil der Freistücke an der Verbreitung lag 2021 bei 2,2 Prozent und 2023 bei 4,3 Prozent, 2024 sprang er auf 38,4 Prozent und liegt heute bei 37,1 Prozent. Beim ePaper sind 23.498 von 39.308 Exemplaren Freistücke, knapp 60 Prozent. Seit dem Höchststand 2024 sind die Freistücke um 16,6 Prozent gesunken, die Verbreitung um 13,7 Prozent. Die Verbreitung liegt mit 65.776 trotzdem noch über dem Wert von 2021 (61.851), obwohl der gedruckte Verkauf um knapp 40 Prozent gefallen ist.

Zur Einordnung. Sinkende Auflagen treffen die gesamte Regionalpresse, die Zahlen sagen nichts über den Kurs der Redaktion. Für die Debatte um die NOZ halte ich zwei Dinge fest. Die zahlende Leserschaft der Hauptausgabe schrumpft Jahr für Jahr in ähnlichem Tempo, und die Verbreitung sagt wegen der Freistücke viel weniger über die tatsächliche Leserschaft aus als der Verkauf. Wie die NOZ die zusätzlichen Freistücke seit 2024 erklärt, wüsste ich gerne, vielleicht beantwortet sie mir ja meine Nachfrage.

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1 Kommentar

  1. Martin

    Gerne noch einmal die Abopreise über die Zeit vergleichen und Gewinne und Umsätze der NOZ Medienholding (northdata oder unternehmsregister helfen). Denn weniger Zeitungsauflagen können durch Einnahmen aus Events oder anderen Einkünften ja wieder wett gemacht werden. Die NOZ hat ja auch verschiedenene Beteilligungen (Basecom, NOZ Reisen, Veranstaltungen im Medienhaus mit Eintrittsgeldern etc.)

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