Ebert berichtet von Danger Dans Live-Premiere, mit feinen Spitzen gegen das Publikum und einer Stimme pro Künstler gegen zwei kritische Einordnungen, darunter der steile Vorwurf möglicher Volksverhetzung. Nach seinem eigenen Verriss fünf Tage zuvor wenig überraschend.
Fünf Tage nach seinem Verriss von „Keine Angst“ berichtet Philipp Ebert von der ersten Live-Aufführung des Liedes in Berlin. Als Reportage getarnt, trägt der Text jedoch deutliche Spuren der bereits bezogenen Position.
Kleine Seitenhiebe wie der Hinweis auf das benutzte Deo im Publikum oder die Bemerkung zur geringen Zahl an „Person of Colour“ im Saal tragen nichts zum Verständnis des Abends bei. Sie funktionieren als leise Häme, ohne dass eine offene Bewertung nötig wäre.
Bei den eingeholten Einordnungen am Textende fällt zudem die Gewichtung auf. Eine Stimme stützt die Position von Danger Dan, zwei Stimmen stützen die ZDF-Entscheidung oder gehen sogar weiter. Besonders bemerkenswert ist der Hinweis auf eine mögliche Volksverhetzung durch Hass gegen Menschen mit rechtsextremer Ideologie, eine steile Einordnung, die im Text unkommentiert bleibt.
Wer fünf Tage zuvor bereits eine klare Meinung veröffentlicht hat, sollte bei der folgenden Berichterstattung besonders auf Ausgewogenheit achten. Genau das gelingt hier nicht.