Die NOZ räumt dem AfD-Landratskandidat Dilge eine halbe Seite ein, um die Kreishaussanierung zu kritisieren. Was er liefert, sind vage Worte über „Luxus“, ohne die Projektunterlagen zu kennen. Das steht sogar im NOZ-Artikel selbst!
Hallo NOZ, hallo Herr Fays,
der Artikel über Jörg Dilge und die Kreishaussanierung ist ein Paradebeispiel dafür, wie politische Rhetorik als Sachkritik verpackt wird.Dilge bekommt eine halbe Seite, um ein 118-Millionen-Projekt zu kritisieren. Auf die Frage, welche konkreten Maßnahmen er denn streichen würde, kommt er nicht über „goldene Wasserhähne“ und ein „teures Raumkonzept“ hinaus. Und warum? Weil er, wie er selbst sagt, die detaillierten Unterlagen nicht kennt. Das steht schwarz auf weiß im Artikel!
Dilges eigene Einlassung ist damit das deutlichste Argument gegen die Substanz seiner Kritik. Wer ein laufendes Bauprojekt öffentlich als Verschwendung bezeichnet, dabei aber einräumt, die Unterlagen nicht zu kennen, betreibt Stimmungsmache, keine Haushaltspolitik.Was im Text fehlt, ist genau das, was man von einem Portät erwarten würde. Wie erklärt sich der Kandidat, dass ein CDU-Antrag für eine abgespeckte Minimalsanierung im Kreistag bereits abgelehnt wurde? Warum kommt kein Gegenüber zu Wort, das einordnen könnte, welche Spielräume tatsächlich noch bestehen? Und warum wird die AfD-Einstufung als gesichert rechtsextrem mit keinem Wort erwähnt, obwohl sie zum Kontext eines Kandidatenporträts elementar gehört?
Der Raum, den dieser Artikel Dilge gibt, ist journalistisch nicht das Problem. Das Problem ist, dass substanzlose Aussagen eines Rechtsextremisten nicht als solche kenntlich gemacht werden.
Mit freundlichen Grüßen
Moin Timm,
Dilges Aussagen in der Sache sind – wie du zu Recht schreibst – substanzlos und deshalb nichts anderes als blanker Populismus. Inhaltlich bedienen sie die pauschale Kritik an einer angeblich stets verschwenderischen öffentlichen Verwaltung und der Unfähigkeit der etablierten Parteien, diesem Treiben ein Ende zu setzen. Obwohl er selbst zugibt, keine echte Sachkenntnis über die Zusammensetzung der Kosten für die Kreishaussanierung zu haben, darf er sich auf mehr als einer halben Seite als Anwalt der besorgten Bürger präsentieren, plus entsprechendem Foto im Großformat. In meinen Augen ist das nichts anderes als unverhohlene Wahlwerbung der NOZ-Redaktion für die AfD, die sich hier erneut als ernstzunehmende politische Alternative präsentieren darf!